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Das Last-Minute-Remis von Borussia Dortmund im Topspiel beim FC Bayern bestätigt die Herangehensweise von BVB-Trainer Niko Kovac. Es ist vor allem ein wichtiger Achtungserfolg für ihn persönlich. Ein Kommentar.
Von einem "verdienten Punktgewinn" sprach Dortmunds Torhüter Gregor Kobel nach dem späten 2:2-Ausgleich der Gäste beim Bundesliga-Topspiel am Samstagabend beim FC Bayern München.
Dieser Achtungserfolg trägt vor allem auch die Handschrift von Dortmunds Trainer Niko Kovac, dem in der Vergangenheit nur allzu oft vorgeworfen wurde, zu sehr auf Ergebnisfußball und zu wenig auf Spektakel zu setzen.
Doch die Art und Weise, wie die Borussia zu dem Remis in der Allianz Arena kam, gibt dem Deutsch-Kroaten und seinem fußballerischen Ansatz durchaus recht. Der BVB hat in München aus wenig doch am Ende wieder mal viel gemacht.
Denn einige Fakten sollte man sich bei der Kritik an Kovac und dessen eher wenig spektakulärem Spielstil schon mal vor Augen führen.
Mit einem Punkteschnitt von bislang 2,0 pro Spiel gehört der gebürtige Berliner zu den erfolgreichsten BVB-Trainern der jüngeren Vergangenheit - selbst der zweimalige Meistertrainer Jürgen Klopp kann da nicht ganz mithalten (Punkteschnitt von 1,91) und nur Thomas Tuchel (2,12 Punkte/Spiel) war in dieser Statistik noch deutlich besser als Kovac.
In München war der BVB eigentlich auch ziemlich unterlegen, aber die sehr hohe Effizienz der Dortmunder bei den wenigen Torchancen hat dann eben doch ein Remis gebracht. Daran hat auch Kovac seinen Anteil, denn er bewies ein goldenes Händchen.
Nicht den Torschützen zum 2:2, Fabio Silva, wechselte er im Verlauf der zweiten Halbzeit ein. Auch Vorlagengeber Konstantinos Karetsas stach als Joker.
Der größte Denkfehler bei den Kovac-Kritikern ist aber ohnehin, ihn als vermeintlichen Sündenbock für den eher konservativen und auf Sicherheit ausgelegten Spielstil zu sehen. Dafür ist ein Rückblick gut zu jenem Zeitpunkt, als er im Februar 2025 verpflichtet wurde.
Damals kriselte es bei der Borussia und Kovac kam mit dem Auftrag, mit etwas härterer Hand zur Stabilisation beizutragen - also genau die Eigenschaften, für die er in der Branche schon durch seine vorherigen Stationen bekannt war. Genau diese erhoffte Stabilität hat er auch in Dortmund recht schnell eingebracht, nachdem zuvor das Experiment mit Ex-Fanliebling Nuri Sahin als Chefcoach schon nach rund sechs Monaten krachend scheiterte.
Dass Kovac vermeintlich zu wenig spektakulär spielen lässt, wäre als Kritikpunkt - wenn überhaupt - eigentlich gegenüber der Vereinsführung angebracht, die Kovac einst eingestellt hat.
Denn Hans-Joachim Watzke, der damalige Sportdirektor Sebastian Kehl und Chef-Einflüsterer Matthias Sammer haben ja genau gewusst, welchen Trainer sie sich in die Strobelallee holen: Einen Pragmatiker und eben keinen Trainer mit hochinnovativen Ansätzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Woche für Woche in einem spektakulären Fußball versprechen.
Effizienz statt Imposanz: Kovac verspricht mit schöner Regelmäßigkeit positive Ergebnisse, selbst bei nicht optimalem Spielverlauf - wie exemplarisch beim 2:2 in München.