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Das Phänomen Cape31: Spektakuläre Tonnendungen – Onedesign im Aufschwung

Harter Sport mit gleichen „Waffen“

Cape-31-Yachten nähern sich beim Gold Cup 2026 vor Saint-Tropez dicht gedrängt der Luvtonne.
Nervenkitzel für die Cape-31-Crews bei einer engen Luvtonnenannäherung während des ersten Gold Cups der Klasse 2026 vor Saint-Tropez. © DRONEProject

Die Cape 31 machte Schlagzeilen, als sie mit Foils bestückt vor Kapstadt umherraste. Doch inzwischen hat sie das gar nicht mehr nötig. Sie gehört längst zu den Verkaufsschlagern der Branche. Wie eng es auf diesem Markt inzwischen zugeht.

Das Kreieren einer Einheitsklasse gehört zur großen Kunst der Werftstrategen. Wer ein Bootsmodell auf dem Markt etabliert, das sich für das One-Design-Segeln eignet, spart Entwicklungs- und Werbekosten. Zudem kann er seine Produktionskapazitäten auf stabile Stückzahlen ausrichten. 

X-Yachts war mit der X-79 und der X-99 lange Zeit das Maß aller Dinge in dieser Disziplin. Dann verabschiedete sich die Werft von den alten Konstruktionen und versuchte erfolglos, mit der X-35 eine neue stabile Einheitsklasse auf den Weg zu bringen. 

J/Boats machte es deutlich besser und schaffte einen einigermaßen reibungslosen Übergang von den alternden Spinnaker-Konstruktionen J/24 und J/22 zum Gennaker-Sportboot J/80 und von dort zur J/70. Beneteau war eine Zeit lang mit der Platu erfolgreich. Laser gelang mit der SB20 ein gewisser Erfolg im kleinen Sportbootmarkt. Auch Racing Sailboats feierte mit der RS21 Erfolge. Melges etablierte die Melges 24 und versuchte anschließend, mit der Melges 20 nachzulegen.

Besonders erstaunlich sind die jüngsten Erfolge der ClubSwan-Klassen. 2017 kamen die ClubSwan 50 auf den Markt und führten bei deutschen Eignern wie Hendrik Brandis und Mark Bezner mit Jochen Schümann zu Erfolgen. Zuvor war es kaum vorstellbar, dass Eigner mehr als zwei Millionen Euro für eine 50-Fuß-One-Design-Yacht ausgeben würden. In dieser Preisklasse wird normalerweise investiert, um sich beim Vergütungssegeln konstruktive Vorteile zu verschaffen.

Doch offenbar ist die Zeit reif für mehr harten Sport mit gleichen „Waffen“. Denn auch mit einer Marktlücke für die Cape 31 hätten wohl nur wenige gerechnet. Das Boot gehört zu den erstaunlichen Phänomenen der vergangenen Jahre. Die Klasse hat frischen Wind in die Szene gebracht – und Arbeitsplätze für Profisegler geschaffen, die den Eignern zu sportlichen Erfolgen verhelfen.

Immer mehr Owner-Driver trauen sich das Handling dieser vergleichsweise kleinen Boote zu. Wenn sich erfolgsverwöhnte Firmenlenker gut beraten lassen und ein schlagkräftiges Team zusammenstellen, scheint ihnen auch ohne seglerische Ausbildung von der Pike auf der sportliche Erfolg möglich zu sein – ähnlich wie im eigenen Unternehmen.

Seit 2017 wurden auf der Werft Cape Performance Sailing in Kapstadt bislang 83 Cape 31 gebaut. Die Eigner kommen aus 13 Nationen, elf Boote werden in der Klassenliste unter GER-Segelnummer geführt. Beim Cape 31 Gold Cup in Saint-Tropez waren unter den 27 Teilnehmern acht deutsche Boote am Start. 

Weltmeisterschaften werden bislang nicht ausgesegelt. Dafür muss die junge Klasse den entsprechenden World-Sailing-Class-Status erreichen, für den unter anderem die Zahl der Boote und ihre internationale Verbreitung entscheidend sind. Angesichts des rasanten Wachstums könnte das künftig gelingen.

Die Cape-31-Klasse bei einer intensiven Tonnenrundung vor Saint-Tropez während des Gold Cups 2026 (Klicken für Video)

Die Cape 31 im Vergleich zu traditionelleren Booten:

Segelreporter hatte das Vergnügen, bei der IRC-Europameisterschaft 2022 in Breskens einen der ersten britischen Cape-31-Eigner zu sprechen. Lance Adams war mit seinem Racer über den Ärmelkanal nach Belgien gesegelt und berichtete von dem spektakulären Boot, das seitdem auf Erfolgskurs ist:

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