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Bayern-Trainer Kompany wollte vor Zusammenbruch den Arbeitsstress reduzieren

Vincent Kompany hat beim FC Bayern einen Ruf als Workaholic. An diesem Zustand wollte er kurz vor seinem Zusammenbruch etwas ändern.

München – Es waren dramatische Szenen, die sich am Freitagnachmittag rund um das Training der Bayern-Amateure an der Säbener Straße abspielten: Nachdem das Profiteam eine Einheit beendet hatte, machte sich Cheftrainer Vincent Kompany auf den Weg in Richtung Nebenplatz, auf dem die Regionalliga-Mannschaft trainierte – und brach dort plötzlich zusammen. Umgehend wurde der Notarzt alamiert und Erste Hilfe geleistet. Anschließend ging es für Kompany mit dem Rettungswagen in eine Münchner Klinik, wo er das gesamte Wochenende eingehend untersucht wurde. Sein Zustand ist stabil.

Bayern-Trainer Vincent Kompany.
Bayern-Trainer Vincent Kompany. © KARL-JOSEF HILDENBRAND

Beim FC Bayern haben die Verantwortlichen nun für ihren Chefcoach die Reißleine gezogen. „Er wird alle Zeit bekommen. Wir fangen nicht an, irgendwelche Zeitkorridore aufzubauen. Wir werden nicht von Tagen reden, wir werden von Wochen reden, das muss uns allen klar sein“, stellt Sportvorstand Max Eberl klar. Derzeit wird der 40-Jährige auf Herz und Nieren geprüft: Kardiologie, Neurologie, Radiologie – es wird die gesamte medizinische Bandbreite für die Befundklärung abgeklopft.

Intern heißt es: Kompany darf seine Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn die konkrete Ursache für seine Erkrankung gefunden wurde. „Das wird die größte Aufgabe sein, ihn auch ein Stück weit vor sich selbst zu schützen“, so Eberl. An der Säbener Straße hat der dreifache Familienvater schon länger einen Ruf als Workaholic, der nur sehr wenig schläft, weil er bis spät in die Nacht Video-Analyse betreibt. Außerdem soll Kompany selbst ein „Stressesser“ sein, wie Absolut Bayern erfuhr.

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Der „Absolut Bayern-Newsletter“ - ein Muss für FCB-Fans © Plietsch/Imago

Die gute Nachricht: Der Belgier hat anscheinend schon vor seinem Zusammenbruch erkannt, dass sein aktuelles Arbeitspensum zu hoch ist. Darum hat er nach Informationen von Absolut Bayern im Hintergrund bereits Dinge angeschoben, um sich bei seiner täglichen Arbeit selbst zu entlasten. Diese Einsicht kam letztlich leider zu spät. „Das zeigt mal wieder, dass Fußball nicht das Wichtigste im Leben ist“, meint Eberl.

Darum hat auch Co-Trainer Aaron Danks beim Telefonat mit seinem Chef auf berufliche Themen verzichtet. Stattdessen ging es laut Danks um freundschaftliche Dinge: „Wir werden es vermeiden, mit Vinnie über Fußball zu sprechen, damit er die Zeit bekommt, wieder gesund zu werden, mit seiner Familie. Wir werden das so schaffen, damit Vincent sich erholen kann. Das wird eine Herausforderung für ihn, aber er muss auf seinen Körper hören und sich die Zeit nehmen.“

Absolut Bayern – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen des Rekordmeisters unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media.
Absolut Bayern – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen des Rekordmeisters unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media. © Absolut Bayern

Bis auf Weiteres werden der Engländer und Rene Maric das Kommando an der Seitenlinie übernehmen. „Das Sportliche ist jetzt in unserer Hand. Wir versuchen, die Mannschaft nach vorn zu bringen“, sagte Danks und erklärte das weitere Vorgehen wie folgt: „Wir haben über die Jahre eine familiäre Stärke entwickelt, eine Einheit. Darauf verlassen wir uns jetzt und das hilft uns jetzt natürlich auch in dieser Situation.“

Eberl ist zuversichtlich, dass der „fantastische Trainerstab“ die anstehenden Herausforderungen meistern wir: „Der Erfolg basiert auf einem herausragenden Team im Hintergrund. Da gibt es keinerlei Gedanken daran, etwas zu verändern. Alle Jungs, die da sind, sind herausragend – und daher können wir alle im Geist von Vinnie, den alle in sich haben, die nächsten Wochen bestreiten.“

Trotzdem stellt sich die Frage, ob das Drama um Kompany vermeidbar gewesen wäre? „Wir schützen unseren Trainer, wo wir ihn schützen können. Wenn ein Trainer sagt, er fühlt sich bereit, etwas zu tun, dann werden wir nicht, wenn wir nicht wissen, was los ist, sagen: Das erlauben wir nicht“, lautete die deutliche Ansage von Eberl. Zumal Kompany bereits vor seinem Zusammenbruch eine Nacht im Krankenhaus verbracht haben soll – ohne Ergebnis. Auch darum stand er am Mittwoch gegen Arsenal wieder an der Seitenlinie. „Vinnie ist ein großer Arbeiter. Wenn die leisen Zeichen des Körpers nicht gehört werden, dann schreit der Körper irgendwann.“ Das musste Kompany am eigenen Leib erfahren.

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