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Diese Kader-Nominierung war anders. Im Vorfeld von Klopps zweitem DFB-Kader drangen so gut wie keine Details bzw. Leaks nach außen. Die einzige Personalie, die vorher bekannt wurde, war die verdiente Rückkehr von Niclas Füllkrug.
Doch Jürgen Klopp hatte noch einen Pfeil im Köcher. Dieser hörte auf den Namen Wael Mohya. Seine Nominierung ist die größte Überraschung, gleichzeitig hat sie allerdings auch enorme Signalwirkung – in gleich mehrfacher Hinsicht.
Denn zum einen ist die Nominierung Mohyas sportlich absolut nachvollziehbar. Der 17-Jährige ist aktuell in Topform und der beste Spieler bei Borussia Mönchengladbach. Gleichzeitig passt er offensiv perfekt in die Altersstruktur mit Lennart Karl und Said El Mala.
Eine Offensive mit diesen drei, ergänzt von Florian Wirtz und Jamal Musiala, verspricht auf Jahre hin Spektakel und auch Erfolg. Klopp hat während seiner Zeit in Mainz, Dortmund und Liverpool oft genug gezeigt, dass er es hervorragend versteht, junge Spieler zu entwickeln – die Möglichkeiten erscheinen also grenzenlos.
Zumal Mohya in vielerlei Hinsicht der perfekte Spieler für den Bundestrainer ist. Der 17-Jährige zeichnet sich durch eine hohe Dynamik, starkes Dribbling und Durchsetzungsfähigkeit in engen Räumen aus – alles Fähigkeiten, die Klopp sehr schätzt.
Damit passt er perfekt zu Klopps intensivem Umschalt- und Vollgasfußball, zumal er auch gegen den Ball sehr fleißig ist. Das ist bei so jungen Spielern längst nicht Usus. Natürlich muss sich Mohya erstmal an Klopps System gewöhnen, doch die Veranlagungen und das Potenzial sind vielversprechend.
Doch nicht nur sportlich ist die Nominierung Mohyas ein Ausrufezeichen. Denn der DFB hat es geschafft, ein weiteres umworbenes Talent davon zu überzeugen, mit dem Bundesadler auf der Brust aufzulaufen.
Zur Erinnerung: Auch der marokkanische Verband hatte heftig um Mohya gebuhlt, ihn unter anderem mit einer wichtigen Rolle bei der anstehenden Heim-WM 2030 gelockt. Dass Mohya jetzt jedoch für Deutschland nominiert wurde, zeigt, dass Klopp hier große Überzeugungsarbeit leistete.
Das könnte sich für den DFB in Zukunft noch auszahlen. Denn Mohya ist nach Louey Ben Farhat und Noahkai Banks bereits das dritte hochveranlagte Talent, das sich innerhalb weniger Monate für eine DFB-Zukunft entschied. Das ist ein sehr gutes Zeichen, gingen Deutschland zuvor mit Ibrahim Maza oder Kenan Yildiz doch regelmäßig große Talente durch die Lappen.
Das wird in Brügge wohl auch Nicolo Tresoldi registriert haben, der zuletzt noch mit Mohya bei der deutschen U21 spielte. Der 22-Jährige wird heftig vom deutschen und italienischen Verband umworben. Dass sich mit Mohya jetzt ein weiteres Top-Talent für Deutschland entschied, könnte auch Einfluss auf seine Entscheidung im kommenden Sommer haben.
Angesichts dessen ist es wahrscheinlich, dass Mohya entweder gegen Serbien oder die Niederlande auch zu seinem DFB-Debüt kommen wird. Dadurch ist ein anschließender Verbandswechsel nämlich ausgeschlossen.
Es ist ein echter Coup, der dem DFB hier gelungen ist – und der zeigt, dass Klopps Arbeit und Umstrukturierung des Verbands bereits Früchte trägt. Die Zukunft für den deutschen Fußball sieht also rosig aus. Dank der Mohya-Nominierung jetzt sogar noch rosiger.
Der DFB versammelt langsam aber sicher eine große Gruppe an vielversprechenden Talenten und Youngstars, die Deutschland in ein paar Jahren wieder dorthin bringen können, wo man nach den drei WM-Fiaskos in Folge wieder hin will: an die Weltspitze.