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Mit 17 Jahren ins Rampenlicht: So tickt DFB-Neuling Mohya

Wael Mohya hatte erst Ende September für die deutsche U21-Nationalmannschaft debütiert. Nun steht schon der nächste Schritt an. (Archivbild) © IMAGO/DeFodi Images

Mit gerade einmal 17 Jahren hat Wael Mohya bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga Vereinsgeschichte geschrieben. Nun steht in der Nationalmannschaft der nächste große Schritt für den Teenager bevor.

Vom Hoffnungsträger im Abstiegskampf in den Kader der Nationalmannschaft: Für Wael Mohya geht der rasante Aufstieg weiter. Der 17-Jährige gilt trotz des schwachen Saisonstarts seiner Mannschaft in der Fußball-Bundesliga als der Senkrechtstarter. Der Lohn: Der Offensivspieler wurde von Bundestrainer Jürgen Klopp erstmals für die DFB-Auswahl nominiert. Doch was zeichnet den Teenager überhaupt aus?

Mohya ist am 31. Dezember 2008 in Mettmann bei Düsseldorf geboren. Er ist Deutsch-Marokkaner und spielt seit seinem achten Lebensjahr für Borussia Mönchengladbach. Als Sohn marokkanischer Eltern hatte Mohya die fußballerische Wahl zwischen Deutschland und Marokko. Die Entscheidung fiel nun offenbar zugunsten des DFB-Teams aus.

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Mit der Gladbacher U17 wurde er im Sommer 2025 deutscher Meister, einige Wochen später debütierte er am 13. Dezember im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (1:3) in der Bundesliga und stellte an diesem 14. Spieltag einen Vereinsrekord auf. Mit gerade einmal 16 Jahren und 347 Tagen löste er Marko Marin als jüngsten Gladbacher Bundesliga-Spieler ab. Und bereits am 25. Spieltag der Vorsaison erzielte Mohya sein erstes Bundesligator. Gegen den FC Bayern gelang ihm bei der 1:4-Niederlage der Ehrentreffer.

Nicht nur der FC Bayern: Mehrere Interessenten für Mohya

Und so kommt es nicht überraschend, dass der FC Bayern sich für den jungen Offensivspieler interessieren soll. Auch Borussia Dortmund wurde als möglicher Interessent genannt. In der Premier League, zum Beispiel beim FC Liverpool, soll man die Entwicklung von Mohya ebenfalls beobachten.

Mittlerweile hat der Mittelfeldspieler 23 Ligaspiele für die "Fohlen" absolviert und vier Tore erzielt. Zuletzt glänzte er beim 3:2-Sieg in Stuttgart mit einem Tor und einer Vorlage. "Wael gibt uns natürlich viel mit seiner Lockerheit auf dem Feld. Er traut sich, egal, wie groß der Druck ist", sagte Sportchef Rouven Schröder im "Doppelpass" bei Sport1.

Vor wenigen Monaten arbeitete Mohya noch in einer Grundschule

Dabei arbeitete Mohya vor wenigen Monaten noch in einer Grundschule. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) betreute er dort Kinder. Geld scheint ihn bisher noch nicht groß zu interessieren. In einem "Bild"-Interview verriet er: "Ich weiß tatsächlich nicht mal, was ich bei Gladbach verdiene. Meine Eltern machen das schon alles. Ich bekomme ein monatliches Taschengeld, mit dem ich prima klarkomme."

Auf dem Platz machen Mohya seine Technik, Dribbelstärke, Spielintelligenz, mentale Stärke und die richtige Portion Demut aus. Mohya bringt in jungen Jahren offensichtlich ein beeindruckendes Gesamtpaket mit.

Längst ist Mohya damit für die Gladbacher im Abstiegskampf zum Hoffnungsträger geworden. "Das muss man sich vorstellen, mit 17 Jahren da als Hoffnungsträger von Borussia, aber er geht gut damit um", sagte Schröder. Und auch Borussia-Coach Alexander Blessin lobte: "Er ist so cool und macht es einfach gut. Es macht Spaß, ihm zuzusehen."

Klopp sieht in Mohya ein außergewöhnliches Talent

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Nun also der Lohn für den schnellen Aufstieg: Mohya wurde am Donnerstag erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft nominiert. Bundestrainer Klopp sieht in ihm ebenfalls ein außergewöhnliches Talent: "Es gibt ja nicht viele 17-Jährige, die aktuell Bundesliga spielen. Und das ist ja schon ein herausragendes Merkmal. Aber er macht es auch gut, er macht es wirklich gut." Ob der Teenager bereits in den anstehenden Nations-League-Partien in Serbien und gegen die Niederlande zum Einsatz kommt, ist offen. Sollte er eingesetzt werden, wäre er erst der fünfte Spieler unter 18 Jahren, der für die DFB-Auswahl debütiert.

Wird da das Rampenlicht so langsam vielleicht ein bisschen zu viel? "Der mediale Fokus, der ist jetzt aber noch größer. Da müssen wir ihn auch ein bisschen schützen und ihm helfen, diese Coolness weiterhin zu behalten", erklärte Blessin nach der DFB-Nominierung.

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Mohya selbst nimmt den zunehmenden Rummel gelassen. "Ich habe eine Familie um mich rum, die mich auf dem Boden hält", sagte er kürzlich in einem TV-Interview. Wohl wissend, dass seine Leistungen Begehrlichkeiten bei anderen Klubs wecken. Sein Vertrag gilt noch bis 2028.

Einen Ratschlag für die Zukunft bekam der Teenager vor kurzem von einem, der bei der Borussia selbst Fußballgeschichte geschrieben hat. Vereinspräsident und 1974-Weltmeister Rainer Bonhof sagte bei "Sky": "Der soll sich bei uns die Sporen und die Erfahrung holen, die er braucht, um ganz durchzustarten. Da sind wir, glaube ich, für ihn im Moment die richtige Adresse." Mit erst 17 Jahren hat Mohya auch noch ausreichend Zeit. (lh)