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Comeback mit Adler: Füllkrugs fantastische Geschichte geht weiter – und Werder strahlt noch etwas mehr

Niclas Füllkrug gibt sein Comeback in der Nationalmannschaft und heimst Lob von allen Seiten ein. Auch Werder Bremen stahlt dadurch noch etwas mehr.

Bremen – Als das Thema noch rein hypothetisch war, seine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft medial zwar längst heiß gehandelt, aber eben noch lange nicht konkret, da gab Niclas Füllkrug eine Art verbales Bewerbungsschreiben ab, ohne es so zu meinen. Mit Werder Bremen hatte der Stürmer soeben mit 3:2 bei Mainz 05 gewonnen und dabei zwei Elfmeter verwandelt, als ein Reporter von ihm wissen wollte, wie das eigentlich geht: zwei Jahre lang als Angreifer bei West Ham und der AC Mailand kaum in Erscheinung zu treten, um dann zurück in der Bundesliga alles kurz und klein zu schießen.

Füllkrugs Antwort: „Ich habe in meiner Karriere auf höchstem Niveau gespielt, stand im Champions-League-Finale, habe bei der EM und WM getroffen. Ich war Teil der Nationalmannschaft mit Spielern wie Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Manuel Neuer und war der Torjäger, der den Jungs die Angriffe vergolden sollte.“ Seine Quintessenz: „So etwas verlernt man nicht.“ Jetzt sei er eben fit wie vielleicht nie zuvor in seiner Karriere. Inzwischen neun Tore an den ersten acht Bundesligaspieltagen künden davon. Daran kam dann auch Bundestrainer Jürgen Klopp nicht mehr vorbei. Am Donnerstag hat er Niclas Füllkrug zurück in die Nationalmannschaft geholt.

Trainer Daniel Thioune jubelt mit Niclas Füllkrug - über die Tore (wie hier zuletzt gegen Borussia Dortmund) und jetzt auch über die Nationalmannschafts-Rückkehr des Stürmers.
Trainer Daniel Thioune jubelt mit Niclas Füllkrug - über die Tore (wie hier zuletzt gegen Borussia Dortmund) und jetzt auch über die Nationalmannschafts-Rückkehr des Stürmers. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Werder Bremens Niclas Füllkrug vor DFB-Comeback: „Wenn morgen EM wäre, würden wir ‚Fülle‘ natürlich mitnehmen“

„Er hat für Werder unterschiedlichste Tore geschossen und einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel – nicht nur durch seine Tore, sondern auch durch die Art und Weise, wie er auftritt“, erklärte der Bundestrainer, der sich in einem vom DFB produzierten Video zu seinem 24 Mann starken Aufgebot für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen Serbien (13. November, 20.45 Uhr) und die Niederlande (16. November, 20.45 Uhr) äußerte. Wichtiger Satz dabei: „Wenn morgen eine Europameisterschaft wäre, dann würden wir ‚Fülle‘ natürlich mitnehmen. Unter dem Aspekt war die Nominierung relativ leicht.“ Am Osterdeich hat sie eine Mischung aus Freude und Stolz ausgelöst.

„Wenn wir Leistung isoliert betrachten, dann hat sich da zuletzt jemand von der Konkurrenz abgesetzt“, betonte Werder Bremens Chefcoach Daniel Thioune, der nun erstmals in seiner Karriere eine deutschen A-Nationalspieler trainiert und diese Tatsache neben allem Lob für Niclas Füllkrug als Verdienst sehr vieler Menschen betrachtet. „Grundsätzlich geht es mir nicht darum, inwieweit ich als Person Einfluss genommen habe, sondern darum, was im gesamten Verein passiert ist“, sagte der 52-Jährige. „Es geht damit los, dass die sportlich Verantwortlichen im Sommer eine mutige und sehr gute Entscheidung getroffen haben, Niclas zurück nach Bremen zu holen.“ Alles Weitere habe sich dann über die Zeit gut entwickelt. „Dazu tragen neben ‚Fülle‘ alle bei uns in der täglichen Arbeit bei, auch die Co-Trainer, die Physio- und Athletiktrainer sowie natürlich jeder einzelne Spieler aus dem Kader“, sagte Thioune. „Niclas ist aktuell die Spitze.“

Niclas Füllkrug von Werder Bremen zurück in der deutschen Nationalmannschaft: „Kann einen sehr großen Wert haben“

Federführend verantwortlich für den Transfer des Stürmers zu Werder Bremen war bekanntlich Sportchef Clemens Fritz, der bereits früh die Fühler in Richtung Niclas Füllkrug ausgestreckt hatte. Ganz sicher mit der Überzeugung, dass der Routinier helfen kann – jedoch ganz sicher nicht in der Gewissheit, dass er binnen kürzester Zeit ein derartiges Fußballmärchen schreibt. „Er hat hervorragende Leistungen gebracht“, sagte Fritz am Donnerstag gegenüber der DeichStube. „‚Fülle‘ hat bewiesen, dass er ein Mehrwert für uns sein kann, und ich bin überzeugt davon, dass er auch für die Nationalmannschaft einen sehr großen Wert haben kann.“ Letztmals hatte Füllkrug im Juni 2025 das DFB-Trikot getragen, damals während des Nations-League-Finals im Spiel um Platz drei gegen Frankreich. Aktuell stehen 24 Länderspiele für ihn zu Buche, was gepaart mit 14 Toren eine beeindruckende Quote ergibt.

Von seiner Berufung erfahren hatte der Stürmer am Mittwochabend, in einem persönlichen Austausch mit Bundestrainer Klopp. Tags darauf gab Füllkrug zu Protokoll: „Ich freue mich über die Nominierung. Durch die guten Leistungen unserer Mannschaft konnte ich profitieren und empfinde das auch als tolle Anerkennung für unser gesamtes Team.“ Was ja auch stimmt: Um in hoher Frequenz Tore zu schießen, braucht ein Stürmer ein funktionierendes Gebilde um sich herum. Wenn Niclas Füllkrug das hat, liefert er ab. Oder wie er selbst es ausdrückt: „So etwas verlernt man nicht.“ (dco)