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Die ehemaligen Spitzensportlerinnen Katharina Schmid und Lenka Bitter werden am 10. November 2026 im Memminger Rathaus mit dem Allgäuer Sportpreis 2026 ausgezeichnet. Beide fördern heute aktiv den Nachwuchs in ihren Sportarten.
Memmingen – Am 10. November 2026 wird im Memminger Rathaus zum fünften Mal der Allgäuer Sportpreis verliehen. Ausgezeichnet werden dieses Jahr Lenka Bitter und Katharina Schmid – zwei ehemalige Spitzensportlerinnen, die ihre Sportarten jahrelang prägten und heute junge Sportlerinnen fördern. Der Preis würdigt neben sportlichen Leistungen auch das Engagement für die Zukunft des Frauensports.
Bei der Vorstellung der Preisträgerinnen erinnerte Bernd Schuster von JB SportManagement daran, dass der Preis gemeinsam mit der VR-Bank Memmingen initiiert wurde. Er soll sportliche Erfolge sowie das Engagement würdigen, das Frauen im Sport neue Perspektiven eröffnet. Schirmherr und Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher betonte die Bedeutung von Vorbildern für junge Mädchen.
Lenka Bitter, geborene Dürr, blickt auf eine erfolgreiche Volleyballkarriere mit 221 Länderspielen zurück. Sie gewann 2011 und 2013 EM-Silber, vier deutsche Meisterschaften sowie den DVV-Pokal und spielte hochklassig in Aserbaidschan und Polen. 2021 beendete sie ihre aktive Laufbahn nach dem Meistertitel mit dem Dresdner SC. Der Wechsel in den neuen Lebensabschnitt fiel ihr leicht. „Ich habe meine Schuhe aufgehängt und das Ding an ihn weitergegeben“, sagte sie mit Blick auf ihren Mann, einen Frauenvolleyball-Trainer. Inzwischen fördert Bitter am Bundesstützpunkt in Stuttgart junge Spielerinnen. Verbesserungsbedarf sieht sie vor allem beim Übergang vom Nachwuchs in den Spitzenbereich. Die Vereinsbasis sei vorhanden, Talente müssten jedoch systematischer an die Leistungsspitze herangeführt werden. Dies erfordere ein Umdenken der Vereine: Statt junge Spielerinnen aus Eigeninteresse festzuhalten, sollten sie ihnen den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen – auch bei einem Vereinswechsel. Im Mittelpunkt müssten die Ausbildung der Spielerinnen und die Entwicklung des Sports stehen.
Auch Katharina Schmid, geborene Althaus, hat ihre aktive Karriere beendet. Seit August 2026 arbeitet sie als Nachwuchstrainerin beim Bayerischen Skiverband und beim SC Oberstdorf, um junge Skisprung-Talente zu gewinnen und zu fördern. Schmid zählt zu den erfolgreichsten deutschen Skispringerinnen und gewann zweimal Einzel-Silber bei Olympia, sieben Weltmeistertitel sowie 19 Weltcupspringen. Angeregt durch ihren älteren Bruder, stand sie bereits mit sechs Jahren auf Skiern. Das Gefühl des Fliegens faszinierte sie von Beginn an: „Es fühlt sich schon so frei an.“ Schmid könnte dem Weltcupgeschehen verbunden bleiben. Beim Pressegespräch erklärte sie, sich im Winter Einsätze als Kommentatorin an den Schanzen vorstellen zu können, besonders bei der Frauen-Vierschanzentournee. Für diese Tournee hatte sie sich lange eingesetzt. In der Saison 2026/27 findet sie erstmals an allen vier traditionellen Standorten statt, mit dem geplanten Auftakt am 28. Dezember in Oberstdorf. Die Premiere ist ein wichtiger Schritt für die Sichtbarkeit des Frauen-Skispringens und ein Verdienst beharrlicher Sportlerinnen wie Schmid. Beide Preisträgerinnen erhalten je 1.000 Euro als Spende für eine soziale Einrichtung ihrer Wahl.
Die Trophäen greifen den regionalen Gedanken auf: Die Buxacher Holzbildhauerin Cornelia Brader gestaltet eigens für den Preis Holzfiguren. So verbindet die Auszeichnung sportliche Leistung und gesellschaftliches Engagement mit regionaler Handwerkskunst.