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VfL Bochum: Rösler sieht „klares Foul“ vor 0:1 - Schiri erklärt die Szene anders
Bochums Trainer Uwe Rösler mit Sean Klaiber, der mit einem Patzer Kaiserslautern auf die Siegerstraße brachte.© dpa | Frey

Es war eine Schlüsselszene in einem umkämpften, aber niveauarmen Zweitliga-Spiel auf dem Betzenberg. Sean Klaiber unterlief einen langen Ball beim Versuch, ihn nach vorne zu köpfen. Ibrahim Kanate zog auf und davon. Er tunnelte Karol Mets beim Pass zu Milos Lukovic, der wiederum Torwart Timo Horn durch die Beine schoss. Patzer, Doppel-Tunnel, ein 0:1 aus dem Nichts: „Das passt zu unserer Situation“, haderte VfL-Trainer Uwe Rösler nach dem 0:2 der Bochumer in Kaiserslautern.

Allerdings hätte der Treffer aus Röslers Sicht nicht zählen dürfen. „Sean entscheidet sich, vor den Mann zu kommen, was ich eigentlich generell sehr positiv sehe. Er wird dann am Fuß getroffen. Das war ein ganz klares Foulspiel“, meinte Rösler, nachdem Klaiber wegen des leichten Kontaktes die Balance verloren hatte. Für Philipp Hofmann, Bochums erneut glücklosen Angreifer, war die Attacke von Kanate indes „für ein Foul zu wenig. Das war einfach ein Stellungsfehler.“

Schiedsrichter-Entscheidungen sorgen für Unmut beim VfL Bochum

Kapitän Timo Horn suchte umgehend das Gespräch mit Schiedsrichter Wolfgang Haslberger nach dem Rückstand, den der VfL - wie bisher immer in dieser Saison - nicht drehen konnte. „Ich habe direkt reklamiert. Ich war mir sicher, dass er das Tor zurücknimmt“, sagte Horn zu seinem Gespräch mit Haslberger. „Er berühre ihn nur leicht am Oberkörper, das wäre zu wenig für ein Foul, so war die Argumentation vom Schiri“, klärte der Torwart des VfL auf.

Erst erfolgreich geschossen, dann drüber gesprungen: Torschütze Milos Lukovic überläuft Bochums Torwart Timo Horn nach dem 1:0-Treffer.© dpa | Frey

Auch das 0:2 begünstigte für Rösler der Schiedsrichter mit einem „sehr umstrittenen Pfiff“. Charlie Patino traf Jan Elvedi bei einem Luftzweikampf im Gesicht. Elfmeter - eine harte Entscheidung. Auch für Horn. Wenn man den pfeift, meinte der Keeper, „muss man wirklich pro Spiel fünf Elfmeter geben. Es kommt dann bei uns alles zusammen.“

VfL Bochum fehlt erneut die Durchschlagskraft

Weder Horn noch Rösler wollten die Pleite vornehmlich auf den Schiedsrichter schieben. Kaiserslautern war griffiger, bissiger, robuster, zielstrebiger. 62 Prozent der Zweikämpfe gewannen die Pfälzer - ein bezeichnender Wert. Das VfL-Spiel im letzten Drittel - viel zu harmlos. Horn: „Uns fehlt die Durchschlagskraft. Wir schaffen es im Moment nicht, den Ball über die Linie zu bringen und hinten haben wir heute leider auch ein, zwei Fehler zu viel gemacht.“

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54 Prozent Ballbesitz hatte der VfL, 22 Flanken schlug er - aber nur 18 Prozent kamen an. „Die letzte Power, Zielstrebigkeit, Energie, um uns so richtig zu behaupten, die fehlt“, monierte Rösler. Und das, obwohl der VfL offensive Abläufe, Angriffe über die Außen und Abschlüsse seit Wochen trainiert.

Was kann man noch tun? „Weiterarbeiten“, meinte Rösler kurz. Und personell? „Das Transferfenster hat zu. Wir haben alles gebracht, was wir bringen konnten“, sagte der Trainer, der auf die gleiche Startelf gesetzt hatte wie beim 0:1 gegen Bielefeld. Die Neuzugänge Jarne Steuckers, Charlie Patino, Berkan Taz und Daniel Hanslik kamen erst im Laufe der zweiten Halbzeit. Besser wurde es mit ihnen dann nicht mehr.

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