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Uli Hoeneß und Lothar Matthäus fordern Demut von Bayern-Juwel Lennart Karl. Nun kontert TV-Experte Didi Hamann und fordert Freiräume für das Talent.
München – Um das 18-jährige Offensivtalent Lennart Karl vom FC Bayern München ist eine Grundsatzdebatte entbrannt. Nachdem Klub-Ikonen wie Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus das Auftreten des Nachwuchsstars öffentlich gerügt hatten, stellt sich nun TV-Experte Dietmar Hamann demonstrativ vor den Youngster und fordert mehr Freiraum.
Auslöser der Unruhe war unter anderem Karls Auftritt im auffälligen pinken Trainingsanzug bei einem Champions-League-Spiel. In der Welt am Sonntag forderte Hoeneß Demut und kündigte ein ernstes Gespräch an. Bei DAZN betonte Hoeneß, der Youngster müsse durch Fußball überzeugen, ein pinkfarbener Anzug sei „nie vernünftig“.
Lothar Matthäus sprang Hoeneß zur Seite und riet dem 18-Jährigen zu weniger Social Media und mehr Leistung auf dem Platz. Karls Berater Michael Ballack wehrte sich jedoch gegen die Rüge der Bosse. Der frühere DFB-Kapitän betonte, sportliche Entwicklung dürfe nicht mit der Außendarstellung vermischt werden. Hoeneß mache das Talent damit lediglich öffentlich zur Zielscheibe.
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Während Sportvorstand Max Eberl von einem normalen Reifeprozess sprach und Thomas Helmer vor Flausen im Kopf warnte, schaltete sich nun Sky-Experte Dietmar Hamann ein. Im Vorlauf zur Bundesliga-Konferenz (7. November) plädierte der frühere Nationalspieler dafür, dem Offensivjuwel seine Eigenheiten zuzugestehen, anstatt ihn in ein starres Schema zu pressen.
„Jetzt haben wir zehn Jahre gewartet, dass wir einen finden, der anders ist. Jetzt haben wir einen und versuchen, ihn auch noch umzudrehen“, betonte Hamann. „Es gibt Spieler, die brauchen das, die wollen anecken, weil sie dadurch das Beste aus sich herausholen. Jeder ist anders. Es gibt diese besonderen Spieler, die das ein Stück weit brauchen. Lass den Jungen doch so sein und bleiben, wie er ist.“
Zudem stellte Hamann klar, dass Kritik an Äußerlichkeiten fehl am Platz sei: Die Kritiker gehe es nichts an, was Karl anziehe oder mit wem er zusammen sei. Sportlich antwortete Karl derweil auf seine eigene Weise: Bei seinem Treffer gegen Atletico Madrid feierte der Offensivmann mit einer schnappenden Handbewegung – was weithin als Reaktion auf die Kritik verstanden wurde. Gegen Mainz legte er nun mit einem weiteren Treffer nach. (brg)