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Ist Andrea Kimi Antonelli ein würdiger Weltmeister oder kamen ihm schlicht die neuen Autos in der Formel 1 entgegen? Diese Debatte beschäftigte nach dem WM-Titel die Online-Foren und sozialen Medien weltweit.
Der Italiener blickt selbst differenziert und wie immer bodenständig auf die Debatte um seinen Fahrstil und die Umstellung auf das technische Reglement 2026. So betont der frischgebackene Formel-1-Weltmeister, dass ihm die Umstellung auf die neue Fahrzeuggeneration keineswegs mühelos zugefallen sei.
Während Fahrer wie sein Mercedes-Teamkollege George Russell öffentlich damit haderten, dass die Kennlinie der Leistungsabgabe und das Energiemanagement ihrem natürlichen Fahrstil entgegenstanden, sah sich auch der 20-jährige Italiener zu Anpassungen gezwungen. Der Weg zum Titel sei kein Selbstläufer gewesen.
"Ich musste mich anpassen, weil dieses Auto ganz anders ist als im vergangenen Jahr", sagt Antonelli. "Ich musste die Art und Weise, wie ich an die Sache herangegangen bin, etwas verändern. Auf manchen Strecken konnte man völlig normal fahren. Auf anderen Kursen musste man vielleicht etwas mehr nachdenken."
Antonelli erklärt, dass sein Ansatz darin bestanden habe, trotz der komplexen Hybrid-Systeme eine natürliche Fahrweise beizubehalten und das Verhalten der Antriebseinheit darauf abzustimmen, statt den eigenen Stil komplett zu verwerfen.
"Ich habe während dieser gesamten Saison immer versucht, so natürlich wie möglich zu fahren", erklärt er. "Ich habe dann geschaut, wie die Antriebseinheit reagieren würde, und mich von diesem Punkt an angepasst. Es ist nicht so, dass es für mich einfach gewesen wäre, denn auch für mich war es eine extrem große Umstellung."
Auf manchen Kursen wie etwa Suzuka habe das Fahrverhalten der Autos der Generation 2026 sogar Frust ausgelöst, da die Kompromisse beim Energiemanagement den Spielfluss am Lenkrad störten. So kam es teilweise vor, dass eine unsauber gefahrene Kurve von Vorteil war, weil die Batterie dadurch mehr geladen wurde.
"Auf einigen Strecken ist es manchmal sogar etwas schmerzhaft zu fahren, weil man eigentlich etwas anderes machen möchte, was einen dann aber ein wenig beeinträchtigen kann", sagt der Mercedes-Pilot. "Ich habe auf meiner Seite einfach versucht, mich so weit wie möglich anzupassen und trotzdem so natürlich wie möglich zu fahren, um dann zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln."
Abschließend unterstreicht der Italiener, dass die Hürden der aktuellen Fahrzeuggeneration das gesamte Fahrerfeld gleichermaßen getroffen haben, blickt aber optimistisch auf die Anpassungen für die kommende Saison.
"Es war definitiv für jeden eine massive Veränderung und es war nicht leicht, sich daran anzupassen", betont Antonelli. "Ich denke aber, dass es nächstes Jahr in dieser Hinsicht besser werden sollte. Mit weniger elektrischer Leistung und mehr Verbrennungsmotor sollte es für uns alle etwas einfacher werden."