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Motorsportler Luca Seppele startet erneut im Jänner beim Africa Eco Race – erstmals auf einer KTM 690 Rally.
Für Motorsportler Luca Seppele schließt sich ein Kreis: Anfang 2027 geht der Krumpendorfer zum dritten Mal beim Africa Eco Race an den Start – erstmals auf einer KTM 690 Rally. Seit 2022 ist der Kärntner als Testfahrer in der Forschung und Entwicklung bei KTM tätig, nun wartet ein Rennabenteuer mit der österreichischen Traditionsmarke. „Was für einen Italiener Ducati ist, ist für einen Österreicher KTM. Ich bin stolz drauf, eine KTM fahren zu dürfen“, betont Seppele. Während in Kärnten die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, wird das Motorrad für die anspruchsvolle Wüstenrallye fit gemacht. Ein weiterer Test in der Wüste soll vor Weihnachten wichtige Erkenntnisse für die herausfordernden Etappen liefern.
Auch abseits der Strecke setzt er auf geballte Rallye-Erfahrung. Gemeinsam mit einem italienischen Team aus Mailand und der Unterstützung von KTM aus Mattighofen will er bei seiner dritten Teilnahme den nächsten Schritt machen. Dabei spielen nicht nur sportliche Ambitionen, sondern auch gegenseitige Unterstützung eine wichtige Rolle. „Ich muss dazusagen, dass mich die Italiener in den letzten zwei Jahren sehr viel unterstützt haben. Ich hatte letzte Saison ziemliche Probleme, das Budget zusammenzubekommen, und die Italiener haben mir finanziell unter die Arme gegriffen. Matteo war jetzt in einer ähnlichen Situation und so will ich ihm nun auch etwas zurückgeben.“
Als Teamkollege ist der dreifache Rallye-Europameister Matteo Bottino vorgesehen, mit dem Seppele nicht nur die Leidenschaft für den Motorsport, sondern auch eine besondere Geschichte verbindet. Als sich Bottino mit gebrochenem Fuß vier Tage lang durch die Wüste kämpfte, half ihm Seppele nach den Etappen und brachte ihn mit einer Sackkarre ins Medical Center. Für den Kärntner ist diese Hilfsbereitschaft selbstverständlich. „Ich habe in Rennen schon einigen Menschen geholfen, egal ob technisch oder wenn sie gesundheitliche Probleme hatten. Das macht bei uns aber so gut wie jeder, denn wenn du in der Wüste einen Unfall hast, dauert es seine Zeit, bis Hilfe da ist. Deshalb müssen wir gegenseitig auf uns achten. Ich hatte beispielsweise letztes Jahr einen üblen Sturz mit knapp 100 km/h und die Maschine ist danach auf mir draufgelegen. Ein Belgier hat mir damals sehr rasch geholfen – wir sind eine große Familie.“
Mit der KTM, einem eingespielten Team und einer durchgetakteten Vorbereitung nimmt das Teilzeitmodel das Spitzenfeld ins Visier. Entsprechend intensiv fiel das Trainingsprogramm im Sommer aus. „Ich war viel laufen und Rennradfahren und auf Motocrossstrecken bei uns und in Italien unterwegs. Ich habe aber auch am Motorrad in Bosnien trainiert und war in Montana bei einem Adventure-Trip, wo wir in den USA eine YouTube-Episode gedreht haben. Und im September kam noch Krafttraining dazu“, erzählt der leidenschaftliche Koch. Auch mental bereitet er sich auf die Herausforderung vor, wobei er vieles mit sich selbst ausmacht. Eine wichtige Stütze ist dabei seine Schwester, „die in der Hinsicht meine erste Ansprechpartnerin ist“.
Bereits 2025 wurde das Africa Eco Race für Seppele zum Abenteuer seines Lebens. Die Rallye führt von Monaco nach Dakar und umfasst zwölf Etappen sowie rund 6000 Kilometer durch Marokko, Mauretanien und Senegal. Die Belohnung: Bei seinem Rallyedebüt fuhr er auf Rang drei in der Rookie-Wertung. Dabei stellte er sich zwischenzeitlich sogar die Sinnfrage: „Soll ich weiter Rennen fahren?“
In seiner bisherigen Karriere war der heute 34-Jährige, der Teilzeit in einer Marketingagentur arbeitet, immer wieder von teils schweren Verletzungen zurückgeworfen worden. Doch ans Aufgeben denkt er längst nicht mehr. Vielmehr will er die Erfahrungen seiner bisherigen Teilnahmen nutzen, um noch besser vorbereitet an den Start zu gehen. „Ich kann meine positiven wie auch negativen Erfahrungen mitnehmen. Einerseits hat vieles sehr gut funktioniert, andererseits werde ich die Stürze nicht vergessen, die sehr weh getan haben. Ich bin anschließend tagelang mit Schmerzen und einer Magen-Darm-Grippe gefahren, aber am Ende überwiegt der Stolz, sich durchgekämpft zu haben.“