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Nachdem MV Agusta in der Supersport-WM über viele Jahre für Podestplätze gut war, wurde es in den vergangenen zwei Jahren immer schwieriger. Nachdem das Team des Tessiners Andrea Quadranti für 2026 zu Yamaha wechselte und mit Albert Arenas auf Anhieb den Titel holte, setzte in diesem Jahr das Motozoo-Team als letztes die F3 800 ein – und erlebte eine Saison zum Vergessen. Nur im verregneten zweiten Lauf auf Phillip Island fuhr Andrea Giombini als Vierter in die Punkte, in den 23 weiteren Rennen reichte es nicht einmal für Zielankünfte in den Top-20.
Für Teammanager Fabio Uccelli war die missglückte Saison ein triftiger Grund, sein Projekt zu überdenken. Fahrer und Marke wurden auf den Prüfstand gestellt und Alternative eruiert. Dass der überforderte Giombini weichen musste, war keine Überraschung. Dass der Italiener aber zu Suzuki wechselt und damit der japanischen Marke zur Rückkehr in die mittlere Kategorie verhilft, ist ein Paukenschlag.
«Für uns ist das viel mehr als nur ein Motorradwechsel. Es ist der Beginn eines Projekts, an das wir fest glauben, und wir sind stolz darauf, eine Marke wie Suzuki zurück in die Supersport-Weltmeisterschaft zu bringen», erklärte Uccelli. «Wir sprechen hier von einem Hersteller, der außergewöhnliche Kapitel in der Geschichte des Motorradrennsports geschrieben und im Supersport einige enorm wichtige Erfolge erzielt hat. Motozoo nimmt seit einigen Jahren an dieser Meisterschaft teil und wir sind als Team in diesem Fahrerlager gewachsen. 2023 konnten wir mit Tom Booth-Amos die World Supersport Challenge gewinnen und haben seitdem weiter investiert und Erfahrung gesammelt. Heute unser Wissen in den Dienst eines Projekts mit der Suzuki GSX-R750 zu stellen, ist für uns sowohl eine Chance als auch eine große Verantwortung. Wir wissen, dass viel Arbeit vor uns liegt, denn ein neues Projekt erfordert Weiterentwicklung und ein hohes Engagement des gesamten Teams. Aber genau das macht diese Herausforderung so spannend.»
Zuletzt war Suzuki in der mittleren Kategorie mit Gaststarter Rhys Irwin in Donington Park 2023 vertreten. Eine volle Saison war der japanische Hersteller aus Hamamatsu im Jahr 2013 mit dem Suriano-Team dabei, seitdem nur in Teilen der Meisterschaft. Mit zehn Siegen und 42 Podestplätzen spielt Suzuki in der Statistik keine überragende Rolle.
Als Fahrer holte Motozoo mit Mattia Casadei eine bekannte Größe zurück ins Team. Der 27-Jährige ist MotoE-Champion 2023 und fuhr im vergangenen Jahr die zweite Saisonhälfte mit dem damaligen MV-Agusta-Team. Mit zwei Pole-Position und einem fünften Platz beim Saisonfinale in Jerez bewies der Italiener sein Potenzial.
«Mattia an Bord zu haben, ist ein weiterer wichtiger Faktor», betonte der Teammanager. «Wir kennen ihn gut und wissen, wie schnell er ist und wie wichtig er für die Weiterentwicklung des Motorrads sein kann. Der Neustart mit ihm, mit Suzuki und einem so wichtigen Projekt lässt uns mit großer Begeisterung und Ambition auf das Jahr 2027 blicken. Wir wollen die Geschichte dieser Marke respektieren und ehren, aber vor allem möchten wir ein neues Kapitel aufschlagen.»