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FC Bayern München: Die Würde des Drecksacks ist unantastbar
FC Bayern München :
Die Würde des Drecksacks ist unantastbar

Die Wochenbilanz des FC Bayern: eine Gelb-Rote Karte und eine Hausdurchsuchung. Immerhin: Man ahnt, was Karl-Heinz Rummenigge meinte, als er damals die Presse polierte und an Artikel eins erinnerte.

Der Drecksack ist am Boden: Michael Olise hat Zlatko Tripić am Dienstag mit einem Würfle niedergestreckt.

Der „Drecksack“ ist der Michael Olise der Beleidigungen. Angriffslustig, aber elegant. Seine Eleganz besteht darin, dass er anders als das „Dreckschwein“ aus dem Menschen kein Tier macht und anders als der „Drecks-Hurensohn“, der gemeine Bruder des Hurensohns, dazu gleich mehr, für die Beschimpfung keinen Sexismus braucht.

Die Entschuldigung wäre daher gar nicht nötig gewesen, als Max Eberl, der Sportvorstand des FC Bayern, in dieser Woche sagte: „Entschuldigung, er hat gespielt wie ein Drecksack.“ Er sprach über Zlatko Tripić, den Kapitän von Viking Stavanger, der im Champions-League-Duell auf die Spieler aus München einredete, bis Michael Olise ihn zum Schweigen brachte. Nur nicht auf elegante Art, weil er ihm den Ball nicht durch die Beine schoss, sondern ins Gesicht warf.

Wobei der Wurf eher ein Würfle war, wie der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir sagen würde, der einmal Strafanzeige gestellt hat, weil ihn ein Mann auf Facebook als „Drecksack“ bezeichnet hat. Das muss Max Eberl nicht fürchten, denn Zlatko Tripić hat den FC Bayern schon Dreck fressen lassen: Als seine Mannschaft wegen der Gelb-Roten Karte gegen Olise in Überzahl spielte, hat sie das Tor zum 3:3 geschossen und so doch noch einen Punkt, nun ja, eingesackt.

Vom Drecksack zur Drecksarbeit

Nicht verwandt und nicht verschwägert ist der „Drecksack“ mit dem „Scheißdreck“, den der Fußballer Juan Bernat laut Uli Hoeneß einst für den FC Bayern gespielt habe. Großartig, dass Hoeneß diese Beschimpfung 2018 in der Medienrunde von sich gegeben hat, in der Karl-Heinz Rummenigge und er den Reportern die Presse poliert haben, weil diese die Spieler der Bayern zu sehr beschimpft hätten. Genauso großartig, dass Rummenigge damals dozierte: „Ich möchte erinnern an Artikel 1 des Grundgesetzes.“

Die Würde des FC Bayern ist unantastbar? Nein, seit dieser Woche weiß man endlich, was er wohl meinte: Die Würde des Wappens des FC Bayern ist unantastbar.

Wegen einer Anzeige des Klubs hat die Kripo die Wohnung eines Fans des TSV 1860 durchsucht, der daran beteiligt gewesen sein soll, dass während der Meisterfeier des Stadtrivalen auf dem Marienplatz ein großes Banner gezeigt wurde – mit dem Wappen des FC Bayern und der Aufschrift: „FC Bauern Hurensöhne“. Die Beleidigung war so gelungen wie ein 1860-Spiel, aber deswegen gleich eine Anzeige?

Die Bayern argumentieren unter anderem damit, dass sie das Wappen schützen müssen. Ach, diese Drecksarbeit, wo kein Kläger, da kein Richter. Aber siehe auch Cem Özdemir und all die anderen klagewütigen Politiker: wo ein Richter, da ein Quengler.

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