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(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen hat sich mit Liam Lawson nach der Kollision im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Mexiko ausgesprochen. Die Formel-1-Fahrer konnten die Angelegenheit am Samstagmorgen offenbar aus der Welt schaffen. Eine klare Empfehlung, wer das Racing-Bulls-Cockpit für die Formel-1-Saison 2027 bekommen sollte, wollte Verstappen allerdings nicht abgeben.
Max Verstappen und Liam Lawson kamen sich im Training zu nahe Zoom
Der viermalige Weltmeister hatte sich am Freitag im Fahrerlager noch deutlich kritischer geäußert. Unter anderem erklärte er, er habe "keine Ahnung, was Liam sich dabei gedacht hat". Außerdem bezeichnete er das Verhalten des Neuseeländers als "nicht besonders clever", schließlich kämpft Lawson noch immer um seinen Platz für die Saison 2027.
Zunächst hatte es danach ausgesehen, als würde der Zwischenfall vergleichsweise glimpfliche Konsequenzen haben. Umso überraschender kam die anschließende Rückversetzung um einen Startplatz, die Verstappen für das Rennen erhielt. Der Niederländer hatte sich im Qualifying zunächst den vierten Platz gesichert, muss nun aber von Rang fünf und damit aus der dritten statt der zweiten Startreihe losfahren.
Auf die Frage, wie er die Strafe bewerte, sagt Verstappen: "Wie sehe ich die Strafe? Nun, das ist ein bisschen so wie in anderen Sportarten, wenn man Entscheidungen sieht, die getroffen werden. Man kann ihnen zustimmen oder nicht. Natürlich habe ich meine eigene Meinung dazu, aber ich habe bereits alles gesagt, was ich dazu sagen wollte, auch intern."
Besonders auffällig war eine Passage in der Begründung der Sportkommissare. Darin erklärten sie, dass ein solcher Vorfall normalerweise lediglich eine Verwarnung nach sich ziehen würde. Diesmal wollten sie jedoch bewusst ein Zeichen setzen.
Zum einen war das Thema zuvor bei der Besprechung der Teammanager angesprochen worden. Zum anderen waren die Sportkommissare nach mehreren ähnlichen Zwischenfällen im Training der Ansicht, dass es an der Zeit sei, derartiges Verhalten zu unterbinden.
Ob es ihn überrascht habe, dass ausgerechnet an ihm ein Exempel statuiert worden sei, wurde Verstappen bei seiner Gesprächsrunde mit den niederländischen Medien im Fahrerlager gefragt.
"Nein, das überrascht mich nicht, denn das ist in der Vergangenheit schon öfter passiert, auch bei anderen Dingen. Aber ja, so ist es eben. Daran kann man nichts ändern. Wenn sie der Meinung sind, dass das bereits eine Strafe verdient, dann ist es eben eine Strafe ..."
Auf die Nachfrage, ob er das Gefühl habe, von den Rennkommissaren besonders häufig als Exempel herangezogen zu werden, antwortet der Niederländer zurückhaltend: "Nun, dazu möchte ich nicht zu viel sagen. Es ist, wie es ist."
Am Samstagmorgen suchte Lawson das Gespräch mit Verstappen, um die Situation zu bereinigen. Nach Angaben des Neuseeländers konnten beide die Angelegenheit klären.
"Natürlich ist das nicht ideal und etwas, das im Training niemals passieren sollte", erklärt Lawson einen Tag nach dem Zwischenfall. "Ich bin heute Morgen zu Max gegangen, um mich zu entschuldigen, denn es war natürlich nie meine Absicht, ihn zu berühren. Das ist für uns beide nicht gut. Ich werde daraus lernen und es künftig besser machen."
Auch Liam Lawson war um Schadensbegrenzung bemüht Zoom
Auf die Frage, ob ihn Verstappens deutliche Worte vom Freitag überrascht hätten, antwortet der Neuseeländer:
"Ich denke, auch das ist inzwischen geklärt. Ich hatte gestern keine Medientermine, aber wenn man direkt nach einer Session hierherkommt, ist natürlich noch eine Menge Adrenalin im Spiel. Letztendlich weiß nur Max, wie er sich fühlt. Aber wie gesagt: Es war nie meine Absicht, dass es zu einer Berührung kommt. Dafür möchte ich mich entschuldigen."
Mindestens ebenso interessant war eine andere Frage während Verstappens Gesprächsrunde mit den niederländischen Journalisten: Wer hat seiner Meinung nach das Racing-Bulls-Cockpit für 2027 mehr verdient: Lawson oder Red-Bull-Junior Nikola Tsolov?
Auch ohne den Ärger vom Vortag und das von Lawson angesprochene Adrenalin wollte sich Verstappen nicht eindeutig für seinen früheren Teamkollegen aussprechen. "Das ist natürlich immer ein gewisses Problem, wenn man viele talentierte Fahrer hat und einer von ihnen irgendwann richtig gute Leistungen zeigt. Gibt man diesem Fahrer dann eine Chance oder nicht? Das überlasse ich dem Team."
Auf die Nachfrage nach seiner persönlichen Meinung ließ Verstappen durchblicken, dass er durchaus eine klare Einschätzung hat. Öffentlich machen wollte er sie allerdings nicht: "Ja, das muss ich nicht sagen."
Lawson wartet derweil weiterhin auf eine Entscheidung über seine Zukunft. Das bestätigte er nach dem Qualifying in Mexiko erneut. Auf die Frage, wie zuversichtlich er sei, auch im kommenden Jahr noch im Formel-1-Starterfeld zu stehen, erklärt er:
"Die Formel 1 ist ein harter Sport. Ich versuche momentan, mein Bestes zu geben und bei jedem Rennen, bei dem es möglich ist, Punkte zu holen. Aber diese Entscheidung treffe nicht ich."