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Am Wochenende feiert Klingenthal sein 20-jähriges Schanzen-Jubiläum mit dem Sommer-Grand-Prix-Finale der Skispringer. Am Start ist die komplette Weltelite.
Von Sanny Stephan, Sport im Osten
Klingenthal steht vor einem Skisprung-Wochenende der Extraklasse: Vom 23. bis 25. Oktober trifft sich die internationale Elite in der Vogtland Arena. Das Finale des Sommer Grand Prix ist traditionell hochkarätig besetzt und die letzte große Bühne vor der Weltcup-Saison. Die wird am Wochenende vom 20. bis 22. November in Lillehammer eröffnet.
Nach den Trainingsdurchgängen am Freitag wird es am Samstag (24.10.) für die Frauen (11.15 Uhr) und Männer (13.35 Uhr) ernst. Zum Abschluss folgt am Sonntag (13.20 Uhr) der Mixed-Teamwettbewerb.
Auch in diesem Jahr haben fast alle Topspringer gemeldet. Der Favoritenkreis ist so früh in der Saison schwierig auszumachen. Zu den Kandidaten auf den Sieg gehört aber ganz sicher Philipp Raimund, der sich im letzten Jahr mit seinem zweiten Platz im Einzelwettbewerb den Gesamtsieg des Sommer-Grand-Prix 2025 schnappte.
Dieses Kunststück wird Raimund in diesem Jahr nicht gelingen. Der Sommersieger steht schon fest. Naoki Nakamura aus Japan liegt uneinholbar vorn. Auch im vergangenen Jahr gehörte Japan zu den großen Gewinnern - zumindest in Klingenthal. Ryoyu Kobayashi sicherte sich den Tagessieg bei den Männern, Nozomi Maruyama dominierte die Frauen-Konkurrenz. Auch im Mixed-Team führte kein Weg an den Springern aus Fernost vorbei. In diesem Jahr könnte sich das Kräfteverhältnis allerdings verschieben – die deutschen Fans hoffen natürlich auf die Lokalmatadoren, doch auch mit der Schweiz ist zu rechnen. Davon ist zumindest André Kiesewetter überzeugt.
Der Thüringer, der die Schweizer Springer als Trainer betreut, kennt die Stärken seiner Schützlinge genau und traut ihnen beim Saisonfinale einiges zu. Die Ambitionen sind groß: Im kommenden Winter soll erstmals eine Schweizer Mannschaftsmedaille bei einer Weltmeisterschaft her. Kiesewetter schrieb einst selbst Skisprunggeschichte: 1991 flog er in Planica als erster Mensch der Welt 196 Meter weit. Weil er bei der Landung den Schnee berührte, wurde der Flug allerdings nicht als Weltrekord anerkannt.
Andre Kiesewetter (hier 1990 mit Jens Weißflog) sprang 1991 als erster Mensch 196 Meter weiter. Heute trainiert er der Thüringer die Schweiz.
Apropos Rekorde: Die Kiesewetter-Bestmarke ist längst überholt. Den aktuellen Weltrekord hält Domen Prevc, der 2025 in Planica auf sagenhafte 254,5 Meter segelte. Der Slowene wird in Klingenthal am Wochenende auch über den Bakken gehen.
Besondere Vorfreude dürften aber Julina Kreibich und Anne Häckel verspüren. Beide starten für den VSC Klingenthal und haben ein echtes Heimspiel. "Das Grand-Prix-Finale am Wochenende ist für uns noch einmal eine wichtige Standortbestimmung. Damit die Athletinnen sehen, wie sie sich im Herbst entwickelt haben. Wo stehen wir international? Das ist ein wichtiger Gradmesser, den wir entsprechend ernst nehmen", sagte Frauen-Bundestrainer Heinz Kuttin im Vorfeld.
Frauen
Selina Freitag, Luisa Görlich, Agnes Reisch, Emely Torazza, Juliane Seyfarth, Anna-Fay Scharfenberg, Megi Lou Schmidt, Anne Häckel, Julina Kreibich
Männer
Philipp Raimund, Andreas Wellinger, Karl Geiger, Pius Paschke, Felix Hoffmann, Constantin Schmid, Luca Roth, Max Unglaube, Ben Bayer
Dieses Thema im Programm: MDR Fernsehen | MDR aktuell 19:30 Uhr | 20.10.2026 | 19:30 Uhr