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Leverkusen · Der Leverkusener Kapitän war beim Achtelfinaleinzug im DFB-Pokal gegen Nürnberg wohl der wichtigste Mann auf dem Feld. In der zweiten Halbzeit konnte er sich dann auf seine noch erfahreneren Mannschaftskollegen verlassen.
Das Durchschnittsalter der Torschützen von Bayer Leverkusen beim 5:2-Pokalerfolg gegen Zweitligist 1. FC Nürnberg betrug satte 31 Jahre. Und der jüngste von ihnen hinterließ beim Achtelfinaleinzug am Mittwochabend am meisten Eindruck: Kapitän Edmond Tapsoba, der mit seinem ersten Doppelpack im Trikot der Werkself seine Mannschaft nach 0:2-Rückstand wieder ins Spiel brachte.
„Für mich ist er einer der Spieler, die wie unser Thermometer sind. Er ist unser Anführer, und wenn er an seinem Maximum ist, sind wir besser“, sagte Martinez über den 27-Jährigen. Tapsoba hatte vor allem in der farblosen ersten Halbzeit von Bayer als einziger überzeugt und strahlte vor allem Willensstärke und Stabilität aus.
Zudem lobte Martinez das Spielverständnis seines Schützlings, gerade „wenn er den Ball abholen muss, den langen Ball spielen muss und ein Kämpfer sein muss. Für mich ist das der Schlüssel“, sagte der Spanier. Nachdem Tapsoba in Hoffenheim am vergangenen Sonntag noch unglücklich einen Elfmeter verursacht und damit die Niederlage eingeleitet hatte, war es am Mittwochabend nun der Sieg.
„Wenn ein Kapitän in so einem Fall wichtige Tore erzielt, tut das dem Kapitän und uns allen gut. Für uns war es auch wichtig, nach Standards wieder Tore zu sehen, weil wir bisher nur eins gemacht haben. Deshalb freut es mich unheimlich für ‚Eddie‘“, sagte Teamkamerad Jonas Hofmann, der im Flutlichtspiel in der BayArena ebenfalls ein Tor beisteuerte.
Zudem offenbarte er eine kuriose Situation vor dem Foulelfmeter zum Führungstreffer. Tapsoba habe nämlich offenbar ein wenig den Dreierpack im Visier gehabt. „Spaßeshalber hat er Patrik [Schick, Anm. d. Red.] ein bisschen gefragt, ob da etwas drin ist – aber natürlich nicht“, sagte Hofmann.
Nachdem Tapsoba Bayer lange Zeit zusammengehalten und auf Kurs gebracht hatte, machten dann Topstürmer Patrik Schick (30) und Rechtsaußen Jonas Hofmann (33) mit ihren Toren in der 70. (nach Strafstoß) und 78. Minute alles klar – alle drei verbindet zudem der Double-Triumph von 2024. Für den Schlusspunkt kurz vor Abpfiff sorgte der älteste Torschütze an diesem Abend – der 34-jährige Lucas Vázquez. „Spieler wie diese sind Wettkämpfer und hören nie auf. Sie spielen gerne Fußball, sie wollen sich messen, und heute haben wir genau diesen Spielertyp gebraucht. Sie zeigen, welches Engagement man mitbringen muss, mit welchem Einsatz man spielen muss“, sagte Martinez.
Auch Sportgeschäftsführer Simon Rolfes zeigte sich von der Leistung der verdienten Profis angetan. Das, was sie in ihren Karrieren erlebt haben, gelte es in schwierigen Situationen – wie jetzt gegen Nürnberg – auch anzuwenden. „Einfach zu sagen, ich habe viel erlebt im Fußball, ich war auch mal jung, das hilft dir dann nicht. Du musst Leistung bringen und diese Erfahrung gewinnbringend für die Mannschaft einsetzen. Das haben sie gemacht“, sagte der 44-Jährige.
Etwas, das auch die Leverkusener Anhänger würdigten. Vor allem bei den Ein- beziehungsweise Auswechslungen von Schick, Hofmann und Liebling Victor Boniface waren sie lautstark zu hören. Der Nigerianer stand am Ende zum ersten Mal seit April 2025 wieder auf dem Rasen in Leverkusen und zeigte sogar noch einen von den Rängen umjubelten Trick.
Tapsoba und Co. hätten beim Werksklub „einen besonderen Stellenwert, weil wir zum ersten Mal Deutscher Meister geworden sind. Bei den Fans hat man – ich sage es nicht gern – aber ich nenne es mal Legendenstatus und das spüren wir auch“, sagte Hofmann. Als er gefeiert wurde, habe er „das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen“ können.
Ein breites Grinsen zeigte sich nach Schlusspfiff auch bei Tapsoba – auf dem gemeinsamen Sieger-Selfie mit Hofmann, Vázquez und bei ganz genauem Anblick auch Schick. Mit Sicherheit wollen sie das am kommenden Samstag gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr/Sky) im zweiten von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen wiederholen und die Fans erneut in Ekstase versetzen.