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1. FC Köln 1:2 gegen Leverkusen: Viel Aufwand, zu wenig Gefahr

1. FC Köln 1:2 gegen LeverkusenViel Aufwand, zu wenig Gefahr

Harter Kampf in Müngersdorf zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen am Sonntag
Harter Kampf in Müngersdorf zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen am Sonntag

Die Fans reagierten noch auffallend nachsichtig auf die erste Kölner Heimniederlage der Saison, Pfiffe waren keine zu hören, als Felix Zwayer die Partie gegen Bayer 04 Leverkusen beendete. Und auch Kölns Kapitän blieb zugewandt. „Ich kann meiner Mannschaft nichts absprechen“, sagte Marvin Schwäbe nach dem 1:2 (0:1) des 1. FC Köln gegen die Werkself. Der Ausgang sei zwar „extremst bitter“. Doch im Strafraum der Gäste sei seiner Mannschaft zu wenig gelungen. „Es wollte nicht funktionieren“, klagte der Torhüter, der das Gefühl nicht loswurde, dass gegen angeschlagene Leverkusener mehr möglich gewesen wäre: „Wir hätten unsere Chancen haben können“, sagte er aus den dunklen Tiefen des Konjunktivs.

René Wagner vermisste die Effektivität im Spiel seiner Elf. „Ein bisschen Glück, der letzte Hauch Überzeugung, da einfach mal durchzuknallen“, habe den Kölnern gefehlt, sagte der Trainer, der ebenfalls befand: „Es wäre mehr dringewesen.“

Aleix Garcia hatte die Leverkusener mit einem nahe an der Perfektion getretenen Freistoß über die Mauer hinweg früh in Führung gebracht (7.). Fünf Minuten vor Schluss war Patrik Schick das 2:0 gelungen, ehe Said El Mala auf Vorlage seines Bruders Malek in der Nachspielzeit noch verkürzt hatte.

Dabei hatte Köln einen guten Start erwischt. Sekunden waren gespielt, als Maina frei vor Flekken auftauchte, den Ball aber mit dem linken Fuß ziemlich halbgar in die Arme des Leverkusener Schlussmanns schubste. Auch die Gäste meldeten sich rasch an, Schwäbe musste gleich mehrfach retten: Erst tauchte der Keeper Schicks Flachschuss aus dem langen Eck. Nach der folgenden Ecke zog Maza aus dem Rückraum ab, Schwäbe parierte und hielt auch Tillmans Nachschuss.

Dann jedoch war der Torwart machtlos. Nach einem eher regulär geführten Zweikampf zwischen Okon-Engstler und Schick entschied Schiedsrichter Zwayer zum Entsetzen der Kölner auf Freistoß für die Werkself. Garcia traf mit enormem Schnitt zur Leverkusener Führung. Ein überragender Schuss, der brutal abstürzte, nachdem er die Mauer überflogen hatte. „Den trifft er super, das müssen wir leider anerkennen“, sagte Schwäbe tonlos.

Köln blieb im Spiel, es war eine schwungvolle Anfangsphase. Drei Minuten nach der Leverkusener Führung spielte Marius Bülter von der linken Seite flach in den Strafraum, Sebulonsen schloss mit dem ersten Kontakt ab, traf jedoch Flekken. Mainas Nachschuss geriet erneut ebenfalls schwach. Es war eine gefährliche Situation. Köln lief Gefahr, sich auf Augenhöhe zu wähnen, ohne jedoch an die Qualität des Gegners heranzureichen. Zwar deutete die Werkself an, warum sie zuletzt zehn Gegentore in vier Pflichtspielen kassiert hatte. Doch der FC blieb vor dem Tor der Gäste zu harmlos, zu wenig explosiv, zu schwach im Abschluss. Auch defensiv taten sich die Gastgeber schwer, ihre Struktur zu finden. Ein effektives Pressing zog Köln kaum auf.

Von der 40. Minute an musste zudem Tom Krauß vorsichtig zu Werke gehen. Der zuletzt so starke Abwehrmann sah nach einem grenzwertigen Einsteigen gegen Maza die Gelbe Karte; schon nach einer Viertelstunde hatte er den algerischen Nationalspieler hart gefoult und ging daher mit wenig Kredit in die zweite Halbzeit. Das verband ihn immerhin mit Leverkusens Facundo Medina. Der Argentinier hatte Marius Bülter abseits des Balls in den Rücken gestoßen, was strengere Schiedsrichter womöglich als Tätlichkeit bewertet hätten.

Marvin Schwäbe kann Garcias Freistoß beim 0:1 nur hinterherschauen.
Marvin Schwäbe kann Garcias Freistoß beim 0:1 nur hinterherschauen.

Nach 50 Minuten stieg die Temperatur auf dem Rasen erneut. Moore hatte es bei einem seiner wenigen aussichtsreichen Dribblings bis in den Leverkusener Strafraum geschafft und ging nach einem Kontakt mit Medina lehrbuchmäßig zu Boden. Den Strafstoß erhielt er jedoch nicht. Nach ausgiebigem Protest begann Moore plötzlich stark zu humpeln, setzte sich ins Gras und schien davon auszugehen, dass die Partie nun seinetwegen unterbrochen würde. Doch daraus wurde nichts. Die Gäste spielten weiter, an den Seitenlinien herrschte Aufregung, die Kulisse kam. Nach ein paar Schubsereien, Wortgefechten und Gelben Karten gegen Moreira und Maina beruhigte sich die Lage jedoch wieder.

Moore konnte weitermachen, einen Elfmeter gab es nicht. Die Schlussphase war eingeläutet.

Köln gelang weiter kaum etwas. El Mala war isoliert, verhedderte sich ständig in Tapsobas Beinen. Moore fand keine Räume, gleichzeitig erspielten sich die Gäste Chancen auf die Entscheidung: Doch Schwäbe rettete gegen Schick und Moreira, dann schob Maza einen Ball knapp am zweiten Pfosten vorbei. Es blieb krampfig, nach einer Stunde standen acht Gelbe Karten zu Buche, am Ende waren es elf – eingestellter Bundesligarekord. Wagner wechselte spät, aber immerhin dreifach, brachte die Offensivspieler Malek El Mala und Reigan Heskey sowie Isak Johannesson (74.).

Leverkusen verpasst die Entscheidung

Das Stadion war nicht ohne Hoffnung, wenngleich die Kölner Fans vor allem Szenen zu bejubeln hatten, in denen Leverkusen die Entscheidung knapp verpasste. Einmal traf Schick, hatte zuvor aber den Ball mit der Hand gespielt. Dann rettete Sosa im letzten Moment.

Fünf Minuten vor Schluss hatte Schick dann die eine Chance zu viel, als er Joel Schmied viel zu billig ausspielte und zum 2:0 traf. Köln spielte da längst im Modus Alles oder nichts – und ging am Ende immerhin nicht mit nichts vom Platz. Sondern mit der nächsten Folge der Kölner Brüdergeschichte: Vor einer Woche hatte Said El Mala das erste Bundesligator seines Bruders Malek eingeleitet. Diesmal traf Said nach Maleks Vorarbeit. So hatte der Nachmittag zwar noch einen fröhlichen Kölner Moment. Mehr jedoch nicht.

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