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Zwei Länderspiele hat Kerem Demirbay für Deutschland gemacht. Und das bereut der Mittelfeldspieler offenbar bis heute.
Zunächst einmal habe Demirbay eigentlich nie wirklich für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen wollen, wie er nun in einem Interview mit dem Journalisten Yagiz Sabuncuoglu verriet: "Ich wollte für die Türkei spielen, wir haben den Verband eineinhalb Jahre lang umworben. Aber wegen gewisser Dinge, über die ich nicht sprechen kann, musste ich mich für Deutschland entscheiden", sagte Demirbay.
Im Sommer 2017 folgten dann die einzigen beiden Einladungen des damaligen Bundestrainers Joachim Löw. Sein Debüt gab Demirbay in einem Testspiel gegen Dänemark im Juni, wenige Wochen später war er Teil des Confed-Cup-Teams, das in Russland sogar den Titel holte.
Demirbay kam lediglich im dritten Gruppenspiel gegen Kamerun zum Einsatz und erzielte dort beim 3:1-Sieg den Führungstreffer. Anschließend folgte eine aus seiner Sicht verhängnisvolle Handlung.
"Ich zog mein Trikot aus und man sah mein Türkei-Tattoo", erinnerte sich der heute 33-Jährige. Der gebürtige Hertener hat die Umrisse des Herkunftslandes seiner Eltern auf dem Schulterblatt tätowiert, zumindest beim Torjubel zog er allerdings nicht sein Trikot aus.
Seiner Meinung nach war die Tätowierung dennoch der Grund dafür, dass er anschließend nie mehr für das DFB-Team nominiert wurde. "Das hat die Dynamik verändert, auch medial. Wie kann es sein, dass ein Spieler für Deutschland spielt und die Karte eines anderen Landes tätowiert hat? Danach wurde ich nie wieder einberufen", behauptete er und hat bis heute seinen Frieden damit nicht machen können: "Du holst mich in der Zeit, in der ich richtig durchstarte, nicht mehr zur Nationalmannschaft? Ich wurde als Ausländer betrachtet. Ich würde nie wieder für Deutschland spielen, selbst wenn sie mich jetzt anrufen würden."
Zur Wahrheit gehört aber, dass Demirbay auf seiner Position im zentralen Mittelfeld eine riesige Konkurrenz hatte. Bei der WM 2018 bekleideten Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Leon Goretzka und Sami Khedira das Mittelfeldzentrum.
Als Deutscher habe sich Demirbay indes nie wirklich gesehen. "Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Türkin - ich bin ein Türke. Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben."
In einem Interview mit SPOX Anfang des Jahres 2025 hatte er sich noch etwas anders geäußert: "Ich stehe hinter all meinen Entscheidungen. Aber natürlich habe ich mir gewünscht, öfter für Deutschland zu spielen. Wenn ich jetzt aber erlebe, wie es ist, in einem türkischen Stadion zu spielen, wie sehr die Fans einen pushen, dann hätte ich mich mit diesen Erfahrungswerten vielleicht anders entschieden. Die Emotionen, die ich hier erlebe, sind noch einmal ganz anders und besonders", hatte er da etwas diplomatischer gesagt.
Demirbay, der jahrelang Leistungsträger im Mittelfeld von Bayer Leverkusen und Hoffenheim war und auch nochmal zwei Jahre lang für Galatasaray auflief, ist mittlerweile für Kasimpasa unterwegs. Beim Tabellensiebten der Süper Lig ist er gesetzt und verzeichnete beim 4:1-Sieg über Samsunspor kürzlich seine erste Torbeteiligung der Saison.