flag
back Zurück
Fliegende Kuscheltiere in der CHG-Arena
Hunderte von Stofftieren flogen nach dem 1:0 durch Robbie Czarnik aufs Eis. Sie werden an Kinderprojekte in der Region verschenkt. Matthew Struthers (vo.) half beim Einsammeln. (Foto: Felix Kästle)

Nach dem überzeugenden 5:3-Auswärtssieg bei den Bietigheim Steelers am Freitag, empfingen die Ravensburg Towerstars in der Deutschen Eishockeyliga 2 (DEL2) am Sonntagabend zu Hause die Kassel Huskies am Cancel-Cancer-Spieltag im Zeichen der Krebsvorsorge. Ein attraktiver Gegner (Platz 5) und zahlreiche Aktionen, unter anderem der wieder eingeführte Teddy-Bear-Toss, brachten 2795 Zuschauer in die CHG-Arena. Sie sahen einen 3:2-Sieg (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) der Huskies nach Penaltyschießen. „Ich genieße es nicht, zu verlieren, aber heute war ich mit unserer Struktur zufrieden. Unser Defensivspiel ist besser geworden“, sagte Towerstars-Trainer Johan Pennerborn nach der Begegnung in der Sporteurope.TV-Pressekonferenz.

Es dauerte exakt 4:39 Minuten, bis die Teddybären nach dem ersten Treffer der Heimmannschaft aufs Eis flogen. Kapitän Robbie Czarnik hatte die Ravensburger mit einem knallharten Schuss aus vollem Lauf mit 1:0 in Front gebracht. Dabei hatten die Hessen, die ihr Heimspiel am Freitag gegen Weiden überraschend mit 1:5 verloren hatten, im ersten Drittel von Anfang an mehr Scheibenbesitz und wirkten auch in den Abschlüssen gefährlicher. So dauerte es auch nur etwas mehr als eine Minute, bis der Ausgleich fiel. Tristan Keck wurde auf der linken Seite sträflich allein gelassen. Matt Whites Pass nahm er direkt und überwand Ilya Sharipov im Ravensburger Tor, dem die Sicht verstellt war. Kassel hatte weitaus mehr Torschüsse zu verzeichnen und war definitiv gefährlicher. Dass es trotzdem mit einem Unentschieden in die erste Pause ging, hatte Ravensburg Sharipov und einer gut sortierten Verteidigung zu verdanken. Beide Teams konnten jeweils eine Überzahlsituation nicht nutzen. Kurz vor dem Kabinengang setzte Denis Pfaffengut aber mit einem fairen, aber krachenden Bodycheck, der die Zuschauer aufhorchen ließ, noch einmal ein Zeichen.

Ausgeglicheneres Mitteldrittel

Forechecking war das Mittel der Ravensburger Wahl im Mittelabschnitt, was zu einem wesentlich ausgeglicheneren Spielverlauf führte. Auch dieses Drittel endete mit einem Remis - diesmal torlos. Die Towerstars wurden nicht mehr eingeschnürt, sondern spielten munter mit. Thomas Reichel wurde bei einem vielversprechenden Vorstoß gehalten, sodass die Towerstars in Überzahl kamen. Das Powerplay ist in dieser Saison eigentlich eine Stärke der Oberschwaben, aber dieses sah ausgesprochen schwach aus. Viel zu lange benötigten sie, um in ihre Formation zu finden, nur ein Torschuss sprang in den zwei Minuten heraus. Kassel spielte sehr aggressiv gegen den Aufbau, was zu zahlreichen Puckverlusten führte. Auf der anderen Seite sah es jedoch genauso aus. Zwei Minuten vor der Sirene unterlief Ravensburg ein Flüchtigkeitsfehler. Zu viele Spieler auf dem Eis bedeuteten erneut Überzahl für den Gegner, doch die Gastgeber warfen alles rein. Matthew Struthers sogar seinen Körper in einen Schlagschuss von Kassels Michael Bartuli.

Erst die Penaltys entscheiden

Es war mit Sicherheit ein spannendes Eishockeyspiel - auch im Schlussabschnitt. Beide Teams wollten den Sieg, waren aber auch darauf bedacht, keine Fehler zu machen und den Gegner zum Toreschießen einzuladen. Zunächst war Kassel öfter im Ravensburger Drittel zu finden als umgekehrt, Großchancen erspielten sie sich jedoch nicht. So ging es einige Minuten hin und her, ohne dass eine der Mannschaften die andere wirklich gefährdete. In der 49. Minute musste Ex-Towerstar Leonhard Korus nach einem Bandencheck vom Eis, und diese Chance nutzten die Gastgeber zur 2:1-Führung. Erneut war es Czarnik, der sich, diesmal ohne Assist, gegen die Huskies-Verteidigung durchsetzen konnte und mit einem Schlenzer Philipp Maurer ein zweites Mal überwand.

Einige Minuten später bekamen die Gäste dieselbe Gelegenheit nach einem Stockschlag von Goldhelm Mark Rassell. Erneut war Sharipov die Sicht verstellt und Darren Mieszkowskis Schlenzer in den Winkel saß - 2:2. Glück hatte Sharipov, als ein Flachschuss von Bartuli vom Pfosten zurücksprang.

Es kam, wie es kommen musste, es ging erst in die Overtime und dann ins Penaltyschießen. In diesem verwandelte Christopher Wilkie den entscheiden Penalty, sodass für die Towerstars nur ein Punkt blieb.

DEL2, 12. Spieltag

Ravensburg Towerstars - Kassel Huskies 2:3 n. P. (1:1, 0:0, 1:1, 0:1). - Tore: 1:0 (4:39) Robbie Czarnik (Rassell, Sezemsky), 1:1 (5:51) Tristan Keck (Huß, White), 2:1 (48:43 ÜZ) Robbie Czarnik, 2:2 (54:05 ÜZ) Darren Mieszkowski, 2:3 (Penalty) Christopher Wilkie - Strafen: Ravensburg 6 Minuten, Kassel 8 Minuten - Zuschauer: 2795.