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Lennart Karl hat beim FC Bayern schwierige Wochen hinter sich. Nach seiner Verletzung und zuletzt schwankenden Leistungen geriet der 18-Jährige zunehmend in die Kritik. Mit seinem wichtigen Treffer beim 2:0-Erfolg gegen Atlético Madrid meldete sich das Offensivtalent jedoch eindrucksvoll zurück. Nun erhält der Youngster deutliche Rückendeckung von Sportdirektor Christoph Freund.
Der Österreicher machte auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05 deutlich, dass die Verantwortlichen weiterhin voll hinter Karl stehen. Besonders dessen außergewöhnliche Persönlichkeit und sein enormer Trainingsfleiß werden an der Säbener Straße geschätzt.
Für Karl verliefen die vergangenen Tage äußerst erfolgreich. Nach seinem sehenswerten Führungstreffer in Madrid folgte am Donnerstag die nächste positive Nachricht: Bundestrainer Jürgen Klopp berief den Bayern-Youngster in den Kader der deutschen Nationalmannschaft. Auch Freund begrüßt diesen Schritt ausdrücklich.
„Ich war mit Jürgen Klopp nicht im Austausch, aber er weiß, was er an Lenny hat, wir wissen, was wir an Lenny haben“, erklärte der Bayern-Sportdirektor.
Dass Karl trotz seiner jungen Jahre bereits auf höchstem Niveau für Aufsehen sorgt, führt Freund vor allem auf dessen Einstellung zurück. „Für uns ist entscheidend, wie hart er arbeitet. Ein großer Grund, warum er so durchgestartet ist vergangene Saison, war, weil er so hart gearbeitet hat“, betonte der 49-Jährige.
In seiner ersten vollständigen Profisaison hatte Karl mit neun Toren und sieben Vorlagen in 38 Pflichtspielen überzeugt. Anschließend wurde seine Entwicklung allerdings durch einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel gebremst. Die Verletzung kostete ihn auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.
Nach seiner Rückkehr benötigte der Offensivspieler einige Zeit, um wieder zu seiner alten Form zu finden. Zuletzt sorgten zudem sein öffentliches Auftreten und sein Torjubel gegen Atlético für Diskussionen.
Freund sieht in Karls selbstbewusster Art allerdings keinen grundsätzlichen Nachteil.
„Er ist ein anderer Typ als andere junge Spieler, aber wir wollen Typen haben. Er ist frech, er scheißt sich nichts, macht Tore, die andere nicht machen, ist mutig – und auch neben dem Platz ist er anders. Das gehört dazu, das finde ich nicht schlecht. Ich finde das sogar gut für die Liga und das Team.“
Mit seiner Einschätzung setzt Freund einen bemerkenswerten Kontrapunkt zur jüngsten öffentlichen Kritik.
Unter anderem hatte Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß das Auftreten des Nachwuchsspielers hinterfragt und angekündigt, ein ernstes Gespräch mit ihm führen zu wollen.
Freund verwies dagegen auf die schwierigen vergangenen Monate und die Widerstandsfähigkeit des 18-Jährigen. „Es war jetzt eine schwierige Zeit, er war verletzt, sogar eine größere war dabei. Er hat sich zurückgekämpft“, erklärte der Sportdirektor.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass Karl seinen Erfolg weiterhin durch harte Arbeit bestätigen müsse. „Die Basis ist, dass er hart arbeitet, das macht er auch. Daher bin ich positiv, dass er am Platz seine Antworten gibt. Ich finde, er hat es sich verdient, dass er im Nationalteam dabei ist“, betonte Freund.
Mit seinem Treffer gegen Atlético hat Karl bereits eine wichtige sportliche Antwort geliefert. Der Youngster erzielte nicht nur das Führungstor, sondern erreichte zugleich die Marke von fünf Champions-League-Treffern im Alter von 18 Jahren und 254 Tagen. Lediglich Lamine Yamal, Kylian Mbappé und Raúl waren bei ihrem fünften Treffer in der Königsklasse noch jünger.
Die anschließende Nominierung für die Nationalmannschaft unterstreicht, dass Karl trotz seiner jüngsten Schwierigkeiten weiterhin zu den größten deutschen Offensivhoffnungen zählt.
Für Freund steht fest, dass der FC Bayern genau solche Spieler braucht: mutige Talente mit einer eigenen Persönlichkeit, die auf dem Platz den Unterschied machen können. Entscheidend bleibt allerdings, dass Karl seinen eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzt.