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Hintergrund ist die anhaltende Debatte um Lennart Karl. Der 18-Jährige war zuletzt wegen seines öffentlichen Auftretens in die Kritik geraten. Insbesondere Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte den Youngster öffentlich zurechtgewiesen.
Ballack stellte sich daraufhin deutlich hinter seinen Schützling und kritisierte den Umgang der Bayern-Verantwortlichen mit dem Offensivtalent.
Nach Informationen der „Bild“ versteht der ehemalige Nationalspieler seine Aussagen vor allem als Verteidigung Karls in seiner Funktion als Berater.
Bemerkenswert ist allerdings, dass Ballack seine Kritik nicht während einer Live-Übertragung als Dazn-Experte äußerte. Stattdessen nutzte er den Sender als Plattform für seine Stellungnahme. Nach eigener Auffassung hätte er dafür ebenso gut ein anderes Medium wählen können.
Dennoch wirft die Angelegenheit Fragen auf. Schließlich ist Ballack als TV-Experte zur unabhängigen Bewertung sportlicher und vereinsinterner Entwicklungen angehalten, während er als Spielerberater gleichzeitig die Interessen seiner Klienten vertritt.
Beim Streamingdienst sieht man in dieser Doppelrolle allerdings kein grundsätzliches Problem.
Ein Dazn-Sprecher erklärte gegenüber der „Bild“, dass Ballack seit vielen Jahren ein geschätzter Experte des Senders sei. Seine klaren Einschätzungen seien ein wichtiger Bestandteil der Fußballberichterstattung.
Auch die Verbindung zu Lennart Karl sei keineswegs verborgen, sondern öffentlich bekannt.
Aus Sicht des Senders seien beide Tätigkeiten miteinander vereinbar. Dazn habe volles Vertrauen in Ballacks Integrität und sei überzeugt, dass er bei seinen Bewertungen unabhängig von persönlichen Verbindungen dieselben Maßstäbe anlege. Damit stärkt der Streaminganbieter seinem langjährigen Experten ausdrücklich den Rücken.
Ob sich die Spannungen zwischen dem ehemaligen Nationalmannschaftskapitän und den Verantwortlichen des Rekordmeisters weiter verschärfen, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Ballacks Doppelrolle als Berater und TV-Experte durch den Fall Karl verstärkt in den Fokus gerückt ist.
Von Vjekoslav Keskic