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Ein „Wer wird Millionär?“-Kandidat aus Leipzig erkannte den Spaß hinter der 1000-Euro-Frage nicht. Auch Günther Jauchs Skepsis hielt ihn nicht auf.
Die 500-Euro-Sicherheitsstufe hatte Carsten Muschalle gerade erspielt, da wollte er bei „Wer wird Millionär?“ (26. Oktober) mutiger werden. „Ich habe mir vorgenommen, was zu riskieren“, erklärte er und wurde übermütig.
„Wer benutzt seinen Schwanz als Greiforgan?“, lautete die Frage, die Moderator Günther Jauch für 1.000 Euro stellte. Die Antwortmöglichkeiten:
Muschalle hatte keine Ahnung, versuchte auszuschließen: „Opossum glaub ich nicht, Leguan glaub ich auch nicht und warum sollte ein Biber gehässig sein?“ Aufgrund dieser „Argumentation“ kam er auf sein Ergebnis: „Deshalb nehm ich den Gibbon.“
Was der Pressesprecher des 1. FC Lokomotive Leipzig in der euphorischen Rate-Eile übersehen hatte: Die Frage war durchaus noch im unteren Euro-Bereich angesiedelt, bei denen oft Wortspiele vor blankem Fachwissen stehen.
Über die Adjektive vor den Tiernamen hätte man sich der Lösung nähern können. Denn nur eines der vier Wörter wird tatsächlich im Zusammenhang mit Tieren verwendet: Die Beifügung des Wortes „gemein“ bezeichnet in der Biologie bei Tier- und Pflanzenarten „gewöhnlich“, „häufig vorkommend“ oder „weit verbreitet“. Die übrigen Antwortmöglichkeiten mit Synonymen für die Wortbedeutung „gemein“ im Sinne von „böse“, „arglistig“ gibt es im Tierreich aber nicht.
Aber den Gag verstand Muschalle nicht, weil er ihn im Eiltempo übersah. Nicht einmal einen seiner vier Joker nutzte er. Und so kam das Aus für den verheirateten Familienvater viel zu schnell. Anekdoten über seinen Job als Fußballpressesprecher konnte er nicht mehr anbringen. Muschalle ging, mit 500 Euro und fand: „Besser als nüscht!“
Zuletzt kannte Günther Jauch die „Wer wird Millionär?“-Regeln nicht und Zuschauer mussten ihn aufklären.
Von Jürgen Winzer