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Konstantinos Karetsas wird für Borussia Dortmund gegen Real Betis zum Matchwinner und beweist, dass dem BVB ein solcher Offensivspieler enorm guttut. Für Ethan Nwaneri sind das keine guten Nachrichten.
"Ich habe ihn gesucht", sagte Niko Kovac und wollte Carney Chukwuemeka auf Erkundung schicken, um Konstantinos Karetsas zu finden. "Schwupp, kam er um die Ecke", fuhr Borussia Dortmunds Coach bei DAZN fort. So konnte er den Griechen dann also doch für den am Oberschenkel lädierten Serhou Guirassy einwechseln.
Karetsas hatte zuvor bereits verraten, dass er zum Zeitpunkt rund um Guirassys Ausscheiden auf der Toilette weilte. Es war für den BVB beim enorm wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Real Betis am 4. Spieltag der Champions League eine glückliche Fügung, dass der Neuzugang rechtzeitig zurück war und frühzeitig aufs Feld kam.
Die UEFA zeichnete ihn nach Schlusspfiff mit der Man-of-the-Match-Trophäe aus. "Fabio Silva hätte die verdient. Er hat ein Tor erzielt und eine Vorlage gegeben", sagte Karetas, dessen Flachschuss mit seinem starken linken Fuß das 2:1 besorgte - es war sein erster Treffer für den BVB.
Nicht nur bei diesem Tor war zu sehen, wie viel Karetsas am Mittwochabend dem Spiel der Borussia gibt und in Zukunft noch geben kann. Der 18-Jährige, der in zwei Wochen Geburtstag feiert, strahlt pure Kreativität und Spielfreude aus. Er bringt eine hervorragende Technik mit und kann mit all diesen Elementen für zahlreiche Überraschungsmomente sorgen.
So wie eben etwa bei seinem 2:1: Karetsas bekam die Kugel von Silva, schlug sofort einen Haken und zog entgegen der Erwartung leicht nach innen, dann folgte ein verdeckter Abschluss durch die Beine des gegnerischen Verteidigers. Dies reichte, um den zuvor mit zahlreichen starken Reflexen aufgefallenen Keeper Alvaro Valles auf dem falschen Fuß zu erwischen.
"Man hat ja gesehen, dass der Kosta ein richtig guter Fußballer ist. Nicht nur, weil er das Tor geschossen hat, sondern weil er auch immer ganz gute Haken schlägt. Wie so ein Hase", sagte Kovac. "Es ist schwierig, ihn zu verteidigen. Er hat sehr viele gute Übersteiger. Er hat sehr viel Schwung gebracht. Ich fand auch, dass er und Fabio vorne richtig gut harmoniert haben. Das hat mir gefallen."
Karetsas sagte selbst, er habe angesichts der Umstände seiner Einwechslung keine Anweisungen vom Dortmunder Coach erhalten. "Ich habe einfach mein Spiel gespielt, sie haben mir viel Raum gegeben", erklärte der 14-malige Nationalspieler, dessen Start beim BVB unter den gegen Villarreal aufgetretenen Kreislaufproblemen und einer Außenbandverletzung beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin, was ihn insgesamt vier Partien kostete, litt.
Dazu kam die Umstellung von Genk auf Dortmund. "Der größte Schritt von der belgischen Liga zur Bundesliga ist der körperliche", sagte er. "Da wachse ich definitiv noch hinein und kann mich weiter verbessern. Ich glaube nicht, dass ich in fußballerischer Hinsicht Zeit gebraucht habe, um mich einzugewöhnen."
Beileibe nicht. Karetsas wird den Westfalen guttun. Um zu dieser Feststellung zu gelangen, reichen bereits die bisherigen Eindrücke. Schlicht auch deshalb, weil ein solch kreativer und unbekümmerter Offensivspieler den Westfalen zuletzt schmerzlich gefehlt hat.
Kovac stellte ihm sogar eine Art Freifahrtschein aus, was für den Trainer alles andere als üblich ist. Doch da Guirassy wohl mindestens beim Ligaspiel gegen Elversberg in drei Tagen ausfallen wird, liegt ein Karetsas-Einsatz natürlich äußerst nahe.
"Von daher wird er wahrscheinlich in den nächsten Spielen, solange Serhou nicht dabei ist, von Beginn an spielen", sagte Kovac, merkte dann aber wohl selbst, dass er entgegen seiner Gepflogenheit nun etwas verraten hatte, was er sonst nicht verrät. Also betonte er noch: "Wahrscheinlich, ich weiß es noch nicht. Mal gucken." Karetsas jedenfalls ist bereit für mehr: "Ich fühle mich gut und bin gesund."
Für Ethan Nwaneri sind das allerdings keine guten Nachrichten. Die Rückkehr von Karetsas, der bei seinem Jokereinsatz am vergangenen Wochenende in München bereits die Vorlage zum späten 2:2 gab, dürfte es für die Leihgabe des FC Arsenal noch schwerer machen, wieder in die Mannschaft zu rutschen.
Viermal in Serie hatte der Engländer in der Liga in der Startelf gestanden, zweimal war er zu dieser Zeit zudem frühzeitig eingewechselt worden - unter anderem beim erwähnten Villarreal-Spiel, als Karetsas' Kreislauf versagte. Doch der Ertrag des 19-Jährigen war gleich null. Vielversprechende Ansätze und Torgelegenheiten wechselten sich mit unauffälligen Leistungen ab.
Es war daher keine Überraschung und folgerichtig, dass Kovac ihn aus der Elf nahm. In den fünf vergangenen Pflichtspielen saß Nwaneri auf der Bank, gegen Betis wurde er erst in der Nachspielzeit eingewechselt. Noch bitterer lief für ihn die Partie bei den Bayern.
Kovac hatte in München Marcel Sabitzer, Chukwuemeka, Karetsas, Silva und sogar den zuvor kaum berücksichtigten Samuele Inacio von der Bank gebracht. Alles wie Nwaneri Offensivkräfte - und der saß erstmals in seiner Dortmunder Zeit die gesamten 90 Minuten draußen. Momentan ist Nwaneri somit in der Rangfolge um die Positionen hinter der Spitze hinter Jobe Bellingham, Karetsas, Chukwuemeka und auch Sabitzer gerutscht.
Bei den Gunners wird man dies gewiss nicht gern sehen, schließlich ist schon Nwaneris vorherige Leihe in der vergangenen Rückrunde zu Olympique Marseille gehörig in die Hose gegangen. Die Londoner sollen eine Klausel besitzen, wonach sie ihren Spieler bei frühzeitiger Ankündigung gegenüber dem BVB im Winter zurückholen können. Das würde der Borussia dem Vernehmen nach bis zu fünf Millionen Euro einsparen.
Der für die Dortmunder erfreuliche Mittwochabend könnte für beide ein Wendepunkt sein: Karetsas überzeugt, sprüht vor Tatendrang und beginnt damit, zu einer möglichen Schlüsselfigur des BVB aufzusteigen. Zur selben Zeit gerät Nwaneri dagegen im Konkurrenzkampf gänzlich unter die Räder und wirft Fragen auf. Er ist derzeit gewissermaßen der einzige Verlierer bei der Borussia.
Datum |
Wettbewerb |
Spiel |
Samstag, 7. November (15.30 Uhr) |
Bundesliga |
Borussia Dortmund vs. SV Elversberg |
Samstag, 21. November (15.30 Uhr) |
Bundesliga |
Borussia Mönchengladbach vs. Borussia Dortmund |
Dienstag, 24. November (21 Uhr) |
Champions League |
FC Arsenal vs. Borussia Dortmund |
Sonntag, 29. November (19.30 Uhr) |
Bundesliga |
Borussia Dortmund vs. Bayer Leverkusen |
Mittwoch, 2. Dezember (20.45 Uhr) |
DFB-Pokal |
Eintracht Frankfurt vs. Borussia Dortmund |