Zurück
Sein Sprint ließ beim letzten Heimspiel gegen Stuttgart den Volkspark beben. Inzwischen spielt Fabio Baldé in Straßburg. Doch der erhoffte Durchbruch lässt auf sich warten.
Als Fabio Baldé am 30. November 2025 zum Sprint ansetzte, musste der HSV eigentlich um einen Punkt fürchten. Die Hamburger spielten gegen Stuttgart in Unterzahl, der VfB bekam in der Nachspielzeit beim Stand vom 1:1 einen Freistoß in gefährlicher Position.
Doch daraus entstand der entscheidende Konter: Baldé zog auf der linken Seite davon und legte für Fábio Vieira auf. Der traf in der 94. Minute zum 2:1. Das Volksparkstadion tobte. "Es schossen unendlich viele Gedanken durch meinen Kopf. Eines war mir aber klar: Das muss ein Tor werden", erinnert sich der 21-Jährige bei "HSV.de" an den Moment vor dem Tor.
Wenn Stuttgart an diesem Samstag (17. Oktober, 15.30 Uhr) nach Hamburg zurückkehrt, gehört einer der damaligen Matchwinner längst einem anderen Verein an. Baldé wechselte im August zu Racing Strasbourg. Der 21-Jährige wollte den nächsten Schritt machen. Bislang kommt er in Frankreichs Ligue 1 allerdings nur selten zum Zug.
An den ersten beiden Spieltagen durfte der Flügelspieler jeweils als Joker ran. Danach fehlte er in drei Ligapartien komplett im Kader. "Eigentlich bin ich gut gestartet, aber vor kurzem habe ich im Abschlusstraining eine Gehirnerschütterung erlitten und war ein paar Spiele außer Gefecht gesetzt", sagte Baldé. Schon beim HSV hatten Verletzungen seine Entwicklung immer wieder erschwert.
Am vergangenen Sonntag folgte immerhin die Rückkehr: Bei Straßburgs 1:2 in Nizza wechselte Trainer Hugo Oliveira Baldé in der 73. Minute ein. Nach sechs Spieltagen stehen damit drei Kurzeinsätze zu Buche. Auf seinen ersten Startelfeinsatz und sein erstes Tor in der Ligue 1 wartet der frühere Hamburger weiter.
Dabei hatte Baldé seine Heimat bewusst verlassen. "Fabio ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, sein gewohntes Umfeld zu verlassen, um sportlich den nächsten Schritt zu gehen", erklärte HSV-Sportdirektor Claus Costa beim Abschied. Strasbourg gehört zur BlueCo-Gruppe, zu der auch der FC Chelsea zählt. Zahlreiche Spieler wechselten schon zwischen den beiden Vereinen – gerade für junge Spieler wächst daraus die Hoffnung, es bald in die Premier League zu schaffen.
Fabio Baldé wuchs in Wilhelmsburg auf. 2020 kam er von Vorwärts-Wacker Billstedt zum HSV. Vier Jahre später debütierte er bei den Profis und half anschließend beim Bundesliga-Aufstieg. In seiner ersten Erstligasaison blieb es bei 16 Einsätzen. Straßburg verpflichtete den U21-Nationalspieler Portugals für rund sieben Millionen Euro und gab ihm einen Vertrag bis 2031. Nach Hamburg schaut Baldé noch immer gerne: "Ohne den HSV wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich habe viel Unterstützung vom Verein erfahren und bin dafür sehr dankbar", sagte er.