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Tim Torn Teutenberg hat bei der Bahnrad-WM in Shanghai Gold im Ausscheidungsfahren gewonnen. Er reiht sich ein in eine Radsportfamilie, die über Generationen Titel und große Siege gesammelt hat.
Tim Torn Teutenberg ist Weltmeister. Bei der Bahnrad-WM in Shanghai gewann der 24-Jährige Gold im Ausscheidungsfahren, einen Tag zuvor hatte er bereits Bronze im Omnium geholt. Vielen ist der Name bisher vielleicht kein Begriff. Dabei steckt hinter dem Namen Teutenberg fast schon eine Radsportdynastie, die Tim mit seinem Weltmeistertitel nun fortführt.
Seine Tante Ina-Yoko war 2012 Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren. Sie gewann die Flandern-Rundfahrt, 13 Etappen beim Giro d’Italia und mehr als 200 Rennen. Vater Lars holte als Profi unter anderem die Thüringen-Rundfahrt und die Tour de Wallonie. Onkel Sven fuhr ebenfalls professionell Rad und startete unter anderem bei der Tour de France. Großvater Horst förderte als Trainer über Jahrzehnte den Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen. Auch Tims drei Jahre ältere Schwester Lea Lin, Rufname Lin, ist Radprofi. Die Geschichte der Radfamilie Teutenberg reicht also schon weit zurück.
Tim ist darin mittlerweile schon mehr als nur der nächste Name auf einer Ergebnisliste. 2024 wurde er mit Roger Kluge Weltmeister im Madison und gewann Paris-Roubaix Espoirs, die U23-Ausgabe des legendären Radsportklassikers. Im August feierte er bei den Philadelphia Classics in den USA seinen ersten Profisieg auf der Straße – bei einem Rennen, das seine Tante Ina-Yoko in der Vergangenheit fünfmal gewonnen hatte. "Es ist schön, diese Tradition fortzusetzen", sagte er danach dem Radsport-Medienportal "Velo". In Shanghai folgte nun sein erster WM-Titel in einer Einzeldisziplin.
Der Sport war in der Familie schon lange da, bevor Tim selbst Rennen fuhr. Als Kinder begleiteten er und seine Schwester Lin ihren Vater zu Wettkämpfen. Bei Weltmeisterschaften schauten sie ihrer Tante zu. Später trainierte Lars seine Kinder selbst. Tim sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", Radprofi zu werden, sei schon im Kindergarten sein Traum gewesen. Zugleich betonte er: "Es ist aber nicht so, dass wir Rad fahren mussten." Seine Schwester habe zum Beispiel erst mit 17 so richtig mit dem Radsport angefangen.
Der Vater gab seinen Kindern nicht nur Training. Lars nahm auch andere Nachwuchsfahrer in seine Gruppen auf – selbst wenn sie später gegen Tim und Lin antreten würden. Er habe seinen Kindern das bestmögliche Umfeld bieten wollen, sagte er in einem Porträt zur Cologne Classic 2024, nachdem sein Sohn das Rennen im Vorjahr gewonnen hatte. Konkurrenz gehörte für ihn dazu.
Wie unterschiedlich die Geschwister den bekannten Namen erlebten, zeigte sich schon früh. Als Lin 2018 mit 18 Jahren ihren ersten Profivertrag unterschrieb, sagte sie "Cyclingnews", sie spüre "schon großen Druck, weil alle hohe Erwartungen an uns haben, da mein jüngerer Bruder auch Rad fährt."
Tim beschrieb es Jahre später dagegen anders. Viele glaubten, der Name setze ihn und seine Schwester unter Druck, sagte er Ende 2025 dem Radsportportal "Domestique". "Wir haben es nie so gesehen. Für uns war es eher Unterstützung.“ Ohne das Wissen seines Vaters, ergänzte er, wäre er nicht der Fahrer, der er heute sei.
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Die Geschwister blieben eng verbunden. Im Februar standen beide bei der Bahnrad-EM am selben Tag auf dem Podium: Tim gewann Gold, Lea Lin Bronze. Bei der WM in Shanghai waren sie wieder gemeinsam am Start. Diesmal kehrte Tim mit dem Titel nach Hause zurück und setzte die Dynastie der Radfamilie Teutenberg erfolgreich fort.