Zurück
Ben Shelton hat seine starke Position in der Weltrangliste in Basel nicht in einen längeren Turnierlauf umgesetzt. Der Weltranglistenvierte verlor gegen Wildcard-Spieler Jérôme Kym mit 3:6, 7:6 (7:4), 6:7 (1:7). Für den Amerikaner setzt sich damit ein unruhiger Abschnitt nach dem US-Open-Finale fort.
Kym steht lediglich auf Rang 222, erreichte vor heimischem Publikum aber den größten Sieg seiner bisherigen Karriere. Die Begegnung endete erst um 0.41 Uhr. Der Schweizer blieb gerade im letzten Tiebreak klar genug, um den zuvor noch offenen Ausgang deutlich zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Shelton hatte sich mit dem Gewinn des zweiten Satzes zurückgearbeitet. Diese Fähigkeit zur Reaktion reichte jedoch nicht aus, um auch den letzten Abschnitt zu kontrollieren. Im Tiebreak des dritten Satzes gewann er nur einen Punkt und konnte Kym keine weitere nervöse Schlussphase mehr aufzwingen.
„Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben, um ein paar Chancen zu bekommen und auf dem Platz etwas zu bewirken“, erklärte Kym anschließend. Der Schweizer nutzte seine Möglichkeiten gegen einen deutlich höher eingestuften Gegner. Für ihn war es der erste Sieg über einen Top-Ten-Spieler und der Einzug ins Viertelfinale.
Shelton hat seit seiner Finalniederlage gegen Alexander Zverev in New York nur zwei Turniere bestritten. In Shanghai endete sein Lauf in Runde drei, in Basel nun bereits in der zweiten Runde. Schon zum Auftakt in der Schweiz hatte er gegen Aleksandar Kovacevic drei Sätze benötigt.
Die knappen Ergebnisse zeigen, wie wenig Abstand derzeit zwischen einem frühen Sieg und dem Ausscheiden liegt. Ein starkes Grand-Slam-Turnier sichert zwar viele Ranglistenpunkte, überträgt seine Sicherheit aber nicht automatisch auf die nächste Veranstaltung. Shelton konnte sein hohes Leistungsniveau in Basel nicht über beide Begegnungen stabil halten.
Es war Sheltons dritte Niederlage des Jahres gegen einen Spieler außerhalb der Top 100. Zuvor hatten ihn Otto Virtanen in Wimbledon und Nikoloz Basilashvili in Rom geschlagen. Die unterschiedlichen Schauplätze sprechen dagegen, den jüngsten Rückschlag allein mit einer einzelnen ungewohnten Turniersituation zu erklären.
Kym kann dagegen auf einen besonderen Heimsieg aufbauen. Für Shelton bleibt die Aufgabe, seine Spitzenleistungen häufiger mit verlässlichen frühen Runden zu verbinden. Basel hat erneut gezeigt, dass sein Rang dem Gegner zwar eine große Chance bietet, dem Amerikaner selbst aber keinen Schutz vor einem entschlossen ausgespielten Außenseiterlauf gibt.