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Es ist ein Satz wie ein Donnerhall: „Ich glaube nicht, dass es den Schalker Fanclub-Verband in seiner jetzigen Struktur Ende des kommenden Jahres noch geben wird“, sagt Dennis Steckel. Steckel glaubt vielmehr an eine Neuordnung in der Schalker Fanszene, an eine Art Dachverband, in dem sich alle großen Fanorganisationen und auch die Fanclubs künftig wiederfinden sollen. Und er fordert sie auch. Das sei aus seiner Sicht dringend geboten und unausweichlich, um wieder alle S04-Anhänger an einen Tisch zurückzuholen. Denn das Vertrauensverhältnis zum Schalker Fanclub-Verband in seiner jetzigen personellen Besetzung sei durch die Geschehnisse der vergangenen Monate nachhaltig angeknackst.
Der 47-Jährige ist in der Schalker Fanszene kein Unbekannter. Sein Wort hat Gewicht. Steckel ist der Vorsitzende des Supporters Clubs, einer der großen Fanorganisationen der aktiven Fanszene. Er vertritt damit die Interessen von knapp 1000 Schalke-Mitgliedern. Bis zum Sommer saß er auch 14 Jahre lang im Wahlausschuss des FC Schalke 04. Bei der zurückliegenden Mitgliederversammlung wurde er abgewählt. Auch, weil ihm am Ende die Stimmen der Mitglieder, die dem Schalker Fanclub-Verband (SFCV) angehören, gefehlt haben, wie Steckel vermutet. „Kurz vor der Abstimmung hat der SFCV seine Wahlempfehlung für mich über seinen WhatsApp-Kanal zurückgezogen“, erklärt Steckel, den auf Schalke alle nur „Elton“ nennen. „Das kann man machen. Das ist Demokratie. Es gibt auch andere gute Kandidaten für den Wahlausschuss. Was mich daran stört, ist, dass im Vorfeld nicht offen damit umgegangen und etwas anderes suggeriert wurde.“
Viel gravierender findet er jedoch, dass der SFCV inzwischen seine eigenen Interessen über die des Vereins stelle und damit den Boden einer Fanorganisation, die zur Unterstützung des Vereins gegründet wurde, verlassen habe. „Nichts anderes ist die Änderung der Satzung auf der letzten Mitgliederversammlung des SFCV gewesen“, erklärt Steckel. „Dort wurde, inzwischen für alle nachlesbar, in § 13 Absatz 2 der Satzung der Text dahingehend geändert, dass der Aufsichtsratsvertreter, den der SFCV in den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 entsendet, die Interessen des SFCV vertritt. Und das geht nicht“, findet Steckel. „Ein Fanvertreter muss aus meiner Sicht die Interessen aller Fans vertreten. Deshalb müsse man in Zukunft umso mehr darüber reden, ob das dann ein Vertreter des SFCV überhaupt noch kann.“
Tatsächlich heißt es in der Satzung des SFCV: „Des Weiteren wählen Vorstand und die von der MV gewählten Mitglieder des Beirates einen Vertreter, der im Namen des Vereins die Rechte eines Aufsichtsratsmitgliedes im Aufsichtsrat des FC Schalke 04 wahrnimmt und die Interessen des SFCV vertritt.“
Ein Antrag auf Satzungsänderung von Dennis von Heesen, dem Vorsitzenden der Ultras Gelsenkirchen, den Fanvertreter im Aufsichtsrat des S04 künftig von einem Gremium wählen zu lassen, das aus den Ultras Gelsenkirchen, der Fan-Initiative, Block-I, dem Supporters Club und dem SFCV besteht, wurde von ihm während der Mitgliederversammlung der Königsblauen zunächst zurückgezogen. Inzwischen laufen im Hintergrund Gespräche darüber, wie es weitergehen könnte.
Supporters Club-Chef Steckel erklärt: Es sei kontraproduktiv vom SFCV gewesen, in einer Zeit, in der Schalke nach dem Aufstieg in die Bundesliga wieder auf Kurs gekommen sei, dem inzwischen wiedergewählten Vorsitzenden Axel Hefer öffentlich das Vertrauen zu entziehen. Dem Aufstieg seien viele richtige Entscheidungen, auch des Aufsichtsrates, vorausgegangen; zuvor seien falsche Entscheidungen korrigiert worden. Auch das habe dem Verein nicht genutzt, sondern geschadet.
Steckel schwebt daher eine neue Struktur vor, in der sich alle organisierten und aktiven Schalke-Fans wiederfinden können, also neben den Ultra-Gruppierungen und dem Supporters Club oder der Fan-Initiative auch die Fanclubs. „Die Fanclub-Kultur hat auf Schalke eine große Tradition. Das soll auch so bleiben. Niemand möchte die Fanclub-Kultur abschaffen. Jeder möge sein Fanclub-Leben für den FC Schalke 04 leben. Die Bezirksleiter sollen Bezirksleiter bleiben. Es geht einfach nur darum, dass Neutralität und eine neue Professionalität Einzug halten, damit wir weiter als Gemeinschaft erstarken und wachsen können.“