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Der Wolfsburger Fabian Reese rechnet vor der Rückkehr ins Berliner Olympiastadion (Samstag, 7. November, 20:30 Uhr im rbb|24-Audiostream und Liveticker) erneut mit lauten Pfiffen: "Ich glaube, ich wurde in den letzten Wochen ganz gut vorbereitet", sagte der Ex-Hertha-Kapitän gegenüber der ARD. "Die Dezibel-Rate wird etwas höher sein."
Durch seinen Wechsel nach Wolfsburg ist aus einer Berliner Identifikationsfigur in kurzer Zeit eine Art Berliner Reizfigur geworden. Bereits in der ersten DFB-Pokalrunde Anfang August wurde Reese von Teilen der Zuschauer ausgepfiffen. Damals gastierte Wolfsburg auf dem Gelände von Hertha BSC, weil Gegner Altglienicke dorthin ausgewichen war.
Danach hatten sich die Unmutsbekundungen gegen den Berliner Starspieler der letzten Jahre verselbständigt. Selbst beim Gastspiel in Freiburg, wo der VfL in der zweiten Pokalrunde antrat, wurde Reese mit Pfiffen bedacht – obwohl das Publikum in der fast acht Stunden von Berlin entfernten Breisgau-Metropole ansonsten als besonnen gilt.
Die Pfiffe seien ihm nahegegangen, sagte Reese jetzt. "Da mache ich keinen Hehl draus."
Reese erklärte weiter: "Da wurde oft drüber geredet. Ziemlich viel Meinung für manchmal ziemlich wenig Hintergrundinformationen." Damit spielt er vermutlich darauf an, dass Hertha BSC die Millionen-Ablösesumme gut gebrauchen konnte und den Verkauf möglicherweise sogar forcierte.
"Nichtsdestotrotz", so Reese, "glaube ich, hat es mein Spiel in den letzten Wochen nicht allzu sehr beeinflusst." Tatsächlich führt Reese die Scorerliste der 2. Bundesliga derzeit mit fünf Treffern und sieben Vorlagen an.
Reese hatte sich vor dem Hintergrund anhaltender Kritik zeitweise aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mitte Oktober deaktivierte er auch seinen Instagram-Account, nachdem ihn dort – wie unter anderem seine Verlobte berichtete – zahlreiche Hassnachrichten erreicht hatten.
Gegenüber der ARD bekräftigte Reese nun, er freue sich auf die Partie in Berlin: "Worauf ich mich konzentriere, ist, dass ich ganz viele Leute wiedertreffe: ehemalige Mitspieler, Freunde, Bekannte, Mitarbeitende. Ja, auch nicht jeder Fan wird pfeifen. Meine Familie wird im Stadion sein."