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Amos Pieper ist der zweikampfstärkste Bundesliga-Spieler. Ein Aspekt in seinem Spiel gefällt Werder Bremens Trainer Daniel Thioune zurzeit besonders gut.
Bremen – Eine Auszeichnung gibt es dafür nicht, keine Trophäe oder Medaille. Aber Schulterklopfer und Komplimente heimst Amos Pieper momentan reichlich ein. Der Innenverteidiger des SV Werder Bremen hat nach acht Spieltagen etwas geschafft, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist – in seinem Fall allerdings auch nicht komplett aus heiterem Himmel kommt: Der 28-Jährige ist aktuell der zweikampfstärkste Profi von all jenen Bundesliga-Akteuren, die ähnlich lang auf dem Rasen standen. 87 Duelle hatte der Abwehrmann bislang zu führen, exakt 73,56 Prozent von ihnen entschied er für sich. Auf den weiteren Plätzen dieses Rankings folgen der Freiburger Matthias Ginter (71,7 Prozent) und Kölns Jahmai Simpson-Pusey (70,65 Prozent). Zuletzt gegen Hoffenheim glänzte Pieper besonders, brachte es auf eine starke Quote von sogar 81,8 Prozent. „Das war ein nahezu perfektes Innenverteidigerspiel“, adelte Trainer Daniel Thioune hinterher die Defensivkraft.
Dass Amos Pieper in diese ligaweiten Sphären vorstoßen kann, hat er bereits während der Vorsaison gezeigt. Da waren es verletzungsbedingt zwar lediglich 19 Einsätze gewesen, in knapp 68 Prozent behielt er aber auch dort die Oberhand, was nur vom damaligen HSV-Leihspieler Luka Vuskovic (jetzt Brighton & Hove Albion) mit rund 69 Prozent überboten wurde. „Das ist natürlich eine sehr schöne Momentaufnahme“, sagt Pieper selbst über seine aktuellen Leistungen. „Ich war auch letztes Jahr über längere Zeit ziemlich weit oben dabei, was diesen Wert angeht. Es hilft uns, wenn wir in der letzten Linie unsere Duelle gewinnen. Aber wir sind als ganze Mannschaft gerade sehr zweikampfstark.“ Und auch dafür habe exemplarisch die jüngste Partie des SV Werder Bremen gegen Hoffenheim gestanden. „Wir haben uns in jeden Zweikampf geschmissen. Obwohl wir auch mal Pech mit Abprallern hatten, haben wir immer noch ein Bein dazwischen bekommen. Das war der Schlüssel, genauso müssen wir weitermachen.“
In der laufenden Saison ist Amos Pieper bisher ein absoluter Fixpunkt im Defensivverbund des SV Werder Bremen. Während des Ligaauftritts beim BVB hatte es zwar eine frühe verletzungsbedingte Auswechslung gegeben, doch ein längerer Ausfall war nicht die Folge. In der Vergangenheit hat das mitunter anders ausgesehen, Amos Pieper wurde immer mal wieder körperlich ausgebremst. Nun hat er saison- und wettbewerbsübergreifend 17 Begegnungen hintereinander bestritten und wandelt so auf Pfaden, die seiner Premierensaison 2022/23 an der Weser ähneln, als er letztlich 22 von 29 Partien als Teil der Startelf bestritt. Doch womöglich ist er erst jetzt so wertvoll wie nie zuvor. „Er räumt so viel weg und – was mir ausgesprochen gut bei ihm gefällt – er verteidigt sehr viel vorwärts, hat viele aktive Ballgewinne“, stellt Daniel Thioune die Bedeutung des Familienvaters heraus. „Er ist aktuell ein Sinnbild dafür, wie fleißig, beharrlich und intensiv wir verteidigt haben.“
Weshalb es für den Coach auch keinerlei Gründe gibt, an der Abwehrzentrale mit Amos Pieper und Kapitän Marco Friedl etwas zu ändern. „Wir haben im Moment nicht so viel zu meckern und deswegen steht die Defensive auch Woche für Woche in dieser Konstellation auf dem Platz“, sagt der 52-Jährige und bezieht dabei auch die Außenverteidiger Arthur sowie Olivier Deman beziehungsweise Werder Bremens Nachwuchstalent Mick Schmetgens mit ein. Und Pieper? Der weiß, was er an seinen Neben- und auch Vorderleuten hat. „Unser ganzes Konstrukt macht es für mich einfach, in die Zweikämpfe zu kommen und damit der Mannschaft zu helfen“, meint der 28-Jährige.
Schon am Samstag wird der Mann aus Lüdinghausen wieder gefordert sein, beim abendlichen Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart (18.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) geht es um die nächsten drei Punkte – und die Gelegenheit, sich noch weiter im oberen Tabellendrittel festzusetzen. Wie nachhaltig der Ist-Zustand mit Platz fünf und 15 Zählern ist, vermag Amos Pieper noch nicht zu beurteilen. „Es ist zu früh, um da jetzt ein Fazit zu ziehen“, sagt er nur und platziert lieber eine Forderung an sich und seine Teamkollegen. „Wir sollten genauso intensiv weiterarbeiten und weiterspielen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir uns in solch einem Moment nicht in irgendwelchen Höhenflügen verirren sollten – genauso wenig wie wir damals den Kopf in den Sand gesteckt haben. Dann haben wir eine gute Chance, dass es dieses Jahr noch ein paar Siege mehr gibt.“ (mbü)