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In Deutschland sollen finanzielle Mittel in großem Umfang gestrichen werden. Hoffnung gibt es in Form personeller Veränderungen.
München – Zwei von rund sieben Nachwuchs-Internaten der Nordischen Kombination in Deutschland sollen ihre Unterstützung durch die Länder verlieren. Das hat DSV-Sportdirektor Horst Hüttel drei Monate nach dem Olympia-Aus der Disziplin in einem Interview mit web.de geschildert. „Wir haben im Nachwuchsbereich ungefähr sieben Internate. Bei zwei davon haben wir über die Länder bereits die Information erhalten, dass die Unterstützung zum 1. Januar 2027 praktisch wegfallen soll“, so Hüttel.
Hintergrund ist die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die Nordische Kombination nach mehr als 100 Jahren aus dem Programm der Winterspiele 2030 zu streichen. Offiziell begründete das IOC den Schritt mit 14 Indikatoren zur Popularität, darunter TV-Reichweite, digitale Interaktion und Ticketverkäufe. Für den deutschen Verband hat das unmittelbare strukturelle Folgen: Neben den Internaten droht nach Hüttels Darstellung die Streichung einer vom Bund finanzierten Trainerstelle.
Hüttel berichtet zudem, dass jüngere Athletinnen und Athleten über einen Wechsel zum Skispringen nachdenken. International ist dieser Schritt bereits vollzogen worden: Japans Olympia-Bronzemedaillengewinner Ryota Yamamoto kündigte seinen Wechsel zum Skispringen bereits an und auch der Italiener Iacopo Bortolas dachte laut über einen solchen Wechsel nach. Beim Sommer Grand Prix ging er aber noch auf Rollen an den Start.
Auf Deutschland bezogen fasst Hüttel die Situation als für „alle Beteiligten dramatisch und enorm herausfordernd“ zusammen. Doch er hat auch Hoffnung. Das liegt vor allem daran, dass der ehemalige FIS-Präsident Johan Eliasch nicht mehr im Amt ist. Dieser hatte die Entscheidung zum Olympia-Aus der Kombination maßgeblich mitgetragen. Für Olympia 2030 kam der Wechsel zum neuen FIS-Chef Alexander Ospelt zu spät.
„Leider kam der Wechsel des FIS-Präsidenten aus meiner Sicht zu spät“, sagte Hütter im Interview mit web.de. Zur Informationspolitik des Weltverbandes erklärte er: „Wir müssen leider feststellen, dass uns seitens der FIS wahrscheinlich nicht immer die Wahrheit gesagt wurde.“ Für die Zukunft sei nun entscheiden, „wie intensiv und mit wie viel Herzblut“ der Weltverband agieren werde.
Endgültig verloren ist die olympische Perspektive nicht. Nach Gesprächen mit der FIS unter neuer Führung erklärte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, eine Wiederaufnahme der Nordischen Kombination für Olympia 2034 bleibe weiter möglich. Ob das die Vielzahl derjenigen jungen Sportler, die sich wohl bald von der Kombination verabschieden werden, dann wieder zurückbringt, ist aber wohl höchst unwahrscheinlich. (sch)