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Er ist Rekordjäger, Nationalheld und eine der prägendsten Figuren des Fußballs. Doch Cristiano Ronaldos Abschied wird seiner Karriere nicht gerecht, kommentiert Nadine Peter.
Cristiano Ronaldo hat Titel gewonnen, Rekorde gebrochen und Fußballgeschichte geschrieben. Doch am Ende seiner außergewöhnlichen Nationalmannschaftskarriere scheint dem 41-Jährigen etwas nicht zu gelingen. Nämlich zu akzeptieren, dass selbst die Größten irgendwann nicht mehr unantastbar sind. Dass ein Streit mit Nationaltrainer Jorge Jesus um Einsatzzeiten nun seinen Abschied besiegelt, ist bitter. Und wird seiner Bedeutung für Portugal nicht gerecht.
234 Länderspiele, 146 Tore, der EM-Titel 2016. Dazu auf Vereinsebene fünf Champions-League-Triumphe, fünf Ballon-d’Or-Auszeichnungen, zudem Meisterschaften in England, Spanien und Italien. Zahlen, die seine Klasse nur ansatzweise beschreiben. Gemeinsam mit Lionel Messi prägte Ronaldo den Fußball über zwei Jahrzehnte wie kaum ein anderer. Zwei Rivalen, die sich zu Höchstleistungen trieben und Grenzen verschoben.
Ronaldo war stets auch eine Reizfigur. Sein Ehrgeiz, seine Selbstinszenierung und sein Glaube an die eigene Unersetzbarkeit machten ihn groß. Und standen ihm mitunter im Weg. Dass er seinen Abschied selbst überschattet, ist bedauerlich. Aber auch bezeichnend. Für Portugal war er weit mehr als ein Torjäger: Für ein ganzes Land war er jahrelang Hoffnungsträger, Identifikationsfigur und Gesicht einer Fußballnation. Einer, der 2016 selbst verletzt an der Seitenlinie noch um den EM-Titel kämpfte.
„Portugal wird immer in mir sein“, schreibt CR7 zum Abschied. Bei aller Kritik bleibt, dass Ronaldo den portugiesischen Fußball geprägt hat wie kaum jemand vor ihm.