Zurück
Rayan Philippe schien beim HSV im Sommer auf dem Vormarsch zu sein. Warum der Stürmer vor dem Transferschluss dennoch an den Gegner Paderborn verliehen wurde.
Rayan Philippe zählte in der Sommervorbereitung zwischenzeitlich zu den Gewinnern im HSV‑Kader. „Rayan hat sich viel vorgenommen. Es zeichnet ihn als Charakter aus, dass er an den Dingen arbeitet, die uns vergangene Saison nicht so gefallen haben“, lobte Merlin Polzin im August. Da hatte der Franzose gerade im Test gegen OSC Lille (2:2) wunderschön per direktem Freistoß getroffen. Er schien sich zurück in den Fokus zu spielen – wechselte unmittelbar vor dem Transferschluss aber auf Leihbasis nach Paderborn. Wie kam es dazu?
Es war vor allem die Verpflichtung von Fábio Vieira, die bei Philippe und den Verantwortlichen des HSV Ende August zum Umdenken führte. „Die Situation hat sich mit dem kurzfristigen Wechsel von Fábio verändert“, erklärt Polzin rückblickend und berichtet von einem Austausch mit Philippe vor knapp zwei Monaten: „Wir haben offen darüber gesprochen. Das ist etwas, was er von mir verlangt hat – und was die Jungs von mir bekommen.“
Nach der sich anbahnenden Ankunft von Vieira in Hamburg sagte der Chefcoach zu dem Ex-Braunschweiger, „dass seine Spielzeit vielleicht nicht erhöht wird – sondern dass ein Konkurrent mehr da ist“. Und dann, in der Woche nach dem ersten HSV-Spiel in Dortmund (0:2), wo Philippe noch als Joker zum Einsatz gekommen war, sei mit der Leihe nach Paderborn eine „Super-Lösung“ für alle Parteien gefunden worden. An diesem Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) empfängt der Offensivmann mit dem SCP nun seinen Stammklub.
Philippes bisherige Bilanz beim Aufsteiger liest sich durchwachsen. Bei seinem Debüt für Paderborn gegen Freiburg (0:1) stand er in der Startelf. Zuletzt kam er viermal in Folge als Joker, auch beim 2:2 in Bremen am vergangenen Samstag. Ein Scorerpunkt gelang dem 25-Jährigen, den der HSV im Vorjahr für rund drei Millionen Euro verpflichtet hatte, für die Ostwestfalen noch nicht. Polzin ist dennoch voll des Lobes.
„Rayan ist ein unglaublicher Spieler und sehr professionell in allem, was er macht“, beschreibt Hamburgs Coach, der auch Philippes „tollen Charakter“ schätzt: „Er kann unterschiedliche Gruppen verknüpfen. Auf dem Feld ist er mit seinen Waffen ein toller Spieler.“ Polzin erinnert sich an die gute Vorbereitung des Profis in Hamburg: „Rayan hat gezeigt, dass er final sein und gut arbeiten kann gegen den Ball.“ Und dass er Tore schießen kann.
Der HSV-Transfer mit Vieira war am Ende allerdings einer mit Folgen für Philippe, der im Volkspark noch bis 2028 unter Vertrag steht. Die Leihe läuft bis zum Saisonende. Am Samstag gibt es das erste Wiedersehen. „Ich wünsche ihm nur das Allerbeste“, betont Polzin. „Er hat in Paderborn schon gezeigt, warum sie sich für ihn entschieden haben. Ich mag ihn als Typen einfach sehr, sehr gerne.“