flag
back Zurück
Mainz 05 enttäuscht und scheidet gegen den VfL Bochum aus

Verdientes Aus in DFB-Pokal-Runde zwei. Mainz 05 enttäuscht im Ruhrstadion auf ganzer Linie und scheitert zum dritten Mal binnen sechs Jahren am VfL Bochum – 0:2.

Bochum. Tief im Westen sind die Pokalträume von Mainz 05 verstaubt. Am Dienstagabend hieß die Endstation Ruhrstadion – zum wiederholten Mal. Wie schon in der Saison 2021/22 kaufte der kämpferische VfL Bochum dem rheinhessischen Fußball-Bundesligisten den Schneid ab, setzte sich in diesem Zweitrunden-Duell 2:0 (1:0) durch. Die Bochumer fighteten und feierten, die viel zu behäbigen und ungenauen Mainzer enttäuschten auf ganzer Linie und mussten sich die kritische Nachfrage gefallen lassen, warum sie kein Mittel gegen den Zweitligisten fanden. Der Gewinner bleibt und mischt am 1./2. Dezember im Achtelfinale mit, die 05er haben im DFB-Pokal Feierabend. Wieder mal viel früher als erhofft, aber völlig verdient. Zum vierten Mal in Folge scheiterten die 05er in der zweiten Runde.

Die 05er agieren zu unpräzise und ungefährlich

Für die Zweitrunden-Schicht (an der Castroper Straße) im Hexenkessel Ruhrstadion verzichtete Cheftrainer Urs Fischer auf eine größere Rotation. Es blieb bei zwei Maßnahmen: Paul Nebel gab sein Startelf-Saisondebüt, weil Nadiem Amiri an seinem 30. Geburtstag wegen Kniebeschwerden zum Zuschauen gezwungen war. Auf der rechten Schiene ersetzte Kapitän Silvan Widmer den zuletzt starken Anthony Caci. Sonderapplaus von den mitgereisten 2.500 Mainzer Fans gab es beim Warmup für Robin Zentner, der nach seiner Handverletzung erstmals wieder im Aufgebot stand.

Sein Dauer-Vertreter Alexander Schwolow musste sich nach einer Viertelstunde mächtig strecken, um eine scharfe Hereingabe von Ex-05er Gerrit Holtmann zu entschärfen. Wichtig, aber schmerzhaft, da Kacper Potulski in der Szene in den Torwart rutschte und ihn am Oberschenkel traf – nach kurzer Behandlung konnte Schwolow weiterspielen. Und sah das erwartete „ganz, ganz enge Spiel“, wie es Fischer prognostiziert hatte. Eine zähe Angelegenheit, ein Abnutzungskampf mit vielen Unzulänglichkeiten und kein guter Auftritt in dieser ersten Halbzeit der viel zu ungenau agierenden Mainzer. Das war viel zu behäbig, träge, statisch. Ungefährlich in der Offensive und zudem anfällig über die rechte Seite von Danny da Costa und Silvan Widmer, wenn Holtmann zum Kontersprint ansetzte. Ein Fehlpassfestival ohne zwingende Torchancen, das zur Zitterpartie zu werden drohte. Klassenunterschied? Nicht zu erkennen.

25 Sekunden nach dem Seitenwechsel geht Bochum in Führung

Wer auf Mainzer Besserung nach der Pause hoffte, der wurde schnell auf dem falschen Fuß erwischt – genauso wie die 05-Verteidiger nach 25 Sekunden. Der von Holtmann angespielte Christian Rasmussen ließ mit einer halben Drehung Potulski und Posch ins Leere laufen, zog ab, Kaishu Sano fälschte unerreichbar für Schwolow ab (46.). Schlechter hätte der zweite Durchgang nicht beginnen können. Die Mainzer rannten nun einem Rückstand hinterher, ließen jedoch die Zielstrebigkeit vermissen, die es gebraucht hätte, um das Bochumer Bollwerk zu knacken. Der im Strafraum lauernde Sheraldo Becker verpasste eine Potulski-Flanke (62.), ein Paul-Nebel-Freistoß aus 25 Metern sorgte für kaum Gefahr (71.). Es blieb dabei: Für eine Ergebniskorrektur spielten die 05er zu ungenau und ungefährlich. Bochum wiederum nutzte seine Räume und die gravierenden Schwächen in der Defensive aus. Ouro-Tagba steckte auf Steuckers durch, der legte für Hofmann auf, der wiederum den Ball nur noch über die Linie drücken musste – das 2:0 (75.). Das ging wieder viel zu einfach und war die Entscheidung, auch wenn es nach einem Zusammenprall von Anthony Caci mit dem Bochumer Maximilian Wittek eine zehnminütige Nachspielzeit gab. Ein alles in allem enttäuschender Auftritt der 05er, die zum dritten Mal binnen sechs Jahren gegen den VfL Bochum ausscheiden.

Mainz 05: Schwolow - da Costa (84. Kawasaki), Posch, Potulski - Widmer (63. Caci), Sano, Mwene - Nebel (84. Hollerbach), Lee (63. Martel) - Tietz (63. Königsdörffer), Becker.

Könnte Ihnen gefallen

Dicke Überraschung mit Beigeschmack: Bochumer Pokal-Sensation wird von böser Verletzung überschattet

Der Westen vor 11 Stunden