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So erklärt Yardımcı seinen FCK-Wechsel – TSG-Leihe will Stammstürmer der Türkei werden
1. FC Kaiserslautern: Yardımcı erklärt Wechsel und wie er Türkei-Stammkraft werden will

©IMAGO

Erencan Yardımcı spielt seit Sommer für den 1. FC Kaiserslautern – seine dritte Leihe von der TSG Hoffenheim in Folge. Der 24 Jahre alte Mittelstürmer spricht im Interview mit Transfermarkt.com.tr über seinen Karriereweg von der Jugendakademie Galatasarays nach Europa, seine Champions-League-Erfahrungen mit Sturm Graz und seine Ziele in Deutschland. Yardımcı zeigt sich ehrgeizig in Bezug auf die türkische Nationalmannschaft und erklärt, welche Ziele er sich persönlich gesetzt hat und wie er diese gerne erreichen würde.


Transfermarkt: Du hast es bei Galatasaray bis in die erste Mannschaft geschafft und mit 17 in der Champions League debütiert. Wie erinnerst du dich an diese Zeit?

Erencan Yardımcı: Fatih Terim ist wirklich ein sehr guter und wichtiger Trainer für junge Spieler und für den türkischen Fußball. Mit nur 17 Jahren, als es noch kaum vorstellbar war, die Champions-League-Hymne zu hören, gab er mir die Möglichkeit, diese Atmosphäre zu erleben. Ich erinnere mich noch gut daran. Ehrlich gesagt begreift man in diesem Alter noch nicht ganz, was man in dieser kurzen Zeit erlebt hat – das war bei mir auch so. Selbst wenn es nur für kurze Zeit war: Die Chance zu bekommen, mit gerade einmal 17 Jahren in Europas größtem Wettbewerb zu spielen, lässt sich nicht so einfach in Worte fassen. Ich schätze mich glücklich.


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Transfermarkt: Glaubst du rückblickend, dass dein Weggang von Galatasaray und der Wechsel zu Eyüpspor Anfang 2021 zum richtigen Zeitpunkt kam?

Erencan Yardımcı: Das kann ich gar nicht so genau beantworten. Im Leben treffen wir bestimmte Entscheidungen, und während jede davon einige Chancen mit sich bringt, nimmt sie uns gleichzeitig andere weg. Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, wusste ich nur eines: Ich musste und wollte spielen. In jungen Jahren bei einem Verein wie Galatasaray, vor allem als Mittelstürmer, Einsatzzeit zu bekommen, ist nicht einfach. Ich nehme an, so sollte es einfach sein. Ich bin zufrieden damit, wo ich jetzt bin, und damit, wie sich meine Karriere entwickelt hat.


Transfermarkt: Nach Eyüpspor warst du auf Leihbasis bei Alanyaspor und Pendikspor im Einsatz. Bei Letzteren hast du in 28 Süper-Lig-Spielen sechs Tore erzielt und zwei Vorlagen gegeben.

Yardımcı: Das war definitiv ein Wendepunkt. Als junger Mittelstürmer habe ich es geschafft, fast 1.400 Minuten Spielzeit in der Süper Lig zu bekommen. Wir hatten zwei weitere sehr erfahrene Mittelstürmer im Kader, Umut Nayir und Mame Thiam, und ich glaube, auch sie haben an diesem Prozess ihren Teil beigetragen. Ich habe viel von ihnen gelernt und individuell eine gute Leistung gezeigt. Danach kamen die Angebote aus Europa.


Yardımcı über den TSG-Wechsel und warum er türkische Angebote ausschlug

Transfermarkt: Hoffenheim zahlte schließlich 4 Millionen Euro Ablöse. Wie hast du dich gefühlt, als das Angebot aus der Bundesliga kam und von woher gab es noch Interesse?

Yardımcı: Ein Angebot eines Bundesligisten – insbesondere von einem wie Hoffenheim, das schon seit vielen Jahren erstklassig spielt – konnte man nicht einfach ablehnen. Meine Familie, meine Freunde und meine Mannschaft hatten immer wieder darüber gesprochen, wie gut die Bundesliga zu mir passen würde und wie sehr mir der dortige Fußball gefällt. Es ist alles genau so gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten. Es gab zu dieser Zeit noch andere Angebote. Gemeinsam mit meinem Team und meiner Familie waren wir der Meinung, dass Hoffenheim die richtige Wahl war. Sie kamen mit einem sehr klaren Plan auf mich zu. Sie erklärten mir, was sie sich für mich vorstellten und welchen Weg sie einschlagen wollten. Das war wirklich beeindruckend. Um ehrlich zu sein, sieht man so etwas bei Transfers in der Türkei leider nicht sehr oft.


Leistungsdaten

Gesamte Leistungsdaten–
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Transfermarkt: Nach Pendikspor wurde dein Name auch mit Fenerbahçe und Galatasaray in Verbindung gebracht. Warum hast du dich für Europa entschieden?

Yardımcı: In Europa zu spielen, war für mich schon seit meiner Kindheit ein Traum. Ich wollte mich im europäischen Fußball beweisen, dort leben und mich behaupten. Deshalb habe ich mich für Europa entschieden. Es gab Optionen aus der Türkei und von anderswo, aber ich bin sehr glücklich, nach Europa gekommen zu sein.


© Pendikspor - Yardımcı im Trikot des türkischen Klubs Pendikspor

Yardımcı im Trikot des türkischen Klubs Pendikspor

Transfermarkt: Nachdem du die Bundesliga kennengelernt hast: Denkst du, dass du nun auf einem Niveau bist, dort regelmäßig spielen können?

Yardımcı: Ich habe auf vielen verschiedenen Ebenen gespielt – in der Champions League, der deutschen sowie österreichischen Bundesliga und der Süper Lig. Die Bundesliga hat eine ganz eigene Dynamik. Sie macht sehr viel Spaß, bringt aber große Herausforderungen mit sich. Ich möchte dort spielen und erfolgreich sein. Dabei werde ich von meinem persönlichen Ernährungsberater, meinem persönlichen Analysten und anderen Fachleuten unterstützt. Ich habe schon immer von diesem Niveau geträumt. Deshalb arbeite ich weiterhin hart daran, mich jeden Tag zu verbessern.

Transfermarkt: Nach deinem Wechsel zu Hoffenheim wurdest du für ein halbes Jahr an Sturm Graz ausgeliehen, in der Folge nach Braunschweig und nun Kaiserslautern. Was sind die Vor- und Nachteile, ständig an verschiedene Vereine ausgeliehen zu werden?

Yardımcı: Eigentlich war geplant, dass ich zwölf Monate – also eine Saison – bei Sturm Graz bleibe. Aus meiner Sicht war es eine gute Gelegenheit, mich an den europäischen Fußball zu gewöhnen. Hoffenheim brauchte im Saisonverlauf aber einen Mittelstürmer und wollte mich zurückhaben. Ich habe zugestimmt und bin zurückgekehrt. Ich habe in den ersten drei oder vier Spielen gespielt und gute Leistungen gezeigt. Danach wurden meine Einsatzmöglichkeiten immer weniger. Das war für meine persönliche Entwicklung nicht förderlich. Ich habe dann über einen Wechsel in die 2. Bundesliga nachgedacht. Der Trainer von Braunschweig sagte mir, er wolle mich in seinem Kader haben. Also ging ich nach Braunschweig, bekam mehr Einsatzzeit und konnte mich auf dem Platz zeigen. Das hat auch bei anderen Klubs Interesse geweckt, beispielsweise bei Kaiserslautern. Ich stehe aber noch ganz am Anfang meiner Karriere. Es gibt noch viel, was ich tun muss. Es gibt noch viel, was ich tun muss. Und bei Kaiserslautern habe ich für mich die beste Perspektive gesehen und mich daher für diesen Schritt entschieden.

Transfermarkt: Du hast auch mit Sturm Graz in der Champions League gespielt. Was hat dir das Spielen auf höchstem europäischem Niveau gebracht?

Yardımcı: In der Champions League zu spielen, ist einer der Höhepunkte, die ein Fußballer auf Vereinsebene erreichen kann. Dort zu spielen, sich darauf vorzubereiten und gegen Spieler anzutreten, die schon seit Jahren auf diesem Niveau spielen, entwickelt einen ungemein weiter und ist zudem eine große Motivation. Eines der wichtigsten Dinge, die ich dabei gelernt habe, war die Arbeitsmoral. Sobald ich dieses Niveau erreicht und diese Atmosphäre erlebt hatte, habe ich mir immer gesagt, dass ich sehr hart arbeiten muss, um wieder dorthin zu gelangen. Ich glaube, Beständigkeit ist eines der wichtigsten Dinge im Fußball. Ich tue alles, was ich kann, um dieses Niveau konstant zu halten, und das werde ich auch weiterhin tun.


© imago - Erencan Yardimci im weißen Trikot von Sturm Graz am Ball

Ein halbes Jahr spielte Yardimci für Sturm Graz, schoss in 14 Spielen drei Tore und legte zwei auf

Transfermarkt: Du hast in der Türkei, in Österreich und in Deutschland gespielt. Was sind aus der Perspektive eines Mittelstürmers die größten Unterschiede zwischen diesen drei Ländern?

Yardımcı: Jede Liga hat ihre ganz eigenen Herausforderungen. In der Türkei habe ich in den ersten drei Ligen gespielt. Sie unterscheiden sich stark voneinander, und als Mittelstürmer muss man sich darauf einstellen. Auch in Österreich und Deutschland können das Spieltempo, die Art und Weise, wie die Gegner verteidigen, und die Erwartungen an einen selbst variieren. Letztendlich muss man sich als Mittelstürmer an die Bedingungen und den Spielstil der jeweiligen Liga anpassen, in der man spielt.

Transfermarkt: Warum hast du dich für den FCK entschieden und wie würdest du deinen Start bewerten?

Yardımcı: Ich hatte einen ordentlichen Start in einer neuen Stadt, neuen Mannschaft, mit einem neuen Trainer und anderen Erwartungen. Wir müssen uns sehr schnell auf all das einstellen. Als Spieler muss man sich sehr schnell auf all das einstellen. Ich möchte weiterhin an mir arbeiten und konstant gute Leistungen zeigen. Bei meiner Entscheidung spielten viele Faktoren eine Rolle. Trainer Torsten Lieberknecht hat großes Interesse gezeigt. Was sie von mir hielten und das Interesse, das sie bekundeten, gehörten zu den wichtigsten Faktoren. Außerdem stimmten unsere Ziele überein. Wir haben ein großartiges Stadion und leidenschaftliche Fans. Das sind alles wichtige Faktoren für einen Fußballer.


Transfermarkt: Hast du dir ein konkretes Ziel bezüglich deiner Torausbeute gesetzt?

Yardımcı: Ich setze mir kein konkretes Torziel. Natürlich ist das Schießen von Toren eines der wichtigsten Dinge für einen Mittelstürmer, aber ich weiß: Sobald ich mein Spiel weiterentwickelt und das Niveau erreicht habe, das ich anstrebe, werden die Tore von selbst kommen. Meine Ziele konzentrieren sich im Allgemeinen darauf, mein Spiel zu verbessern.

Transfermarkt: Glaubst du, dass ihr in dieser Saison in die Bundesliga aufsteigen könnt?

Yardımcı: Kaiserslautern ist ein großartiger Verein mit seinen Fans und seiner Geschichte. Ich glaube, dass dieser Verein es verdient hat, in der Bundesliga zu spielen und natürlich will man als Spieler den Fans den größtmöglichen Erfolg schenken. Aber die 2. Bundesliga ist keine einfache Liga. Es gibt mindestens sechs oder sieben Mannschaften, die um den Aufstieg spielen können. Am Ende der Saison können die Punktabstände sehr gering sein. Manchmal können sogar die kleinsten Details darüber entscheiden, welche Mannschaft aufsteigt.


Transfermarkt: Es ist von einer Kaufpflicht mit Bedingungen in Höhe von rund 5 Millionen Euro die Rede. Damit würdest du der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte werden. Setzt dich das unter Druck?

Yardımcı: Die Gerüchte, über die berichtet wird, interessieren mich nicht. Ich konzentriere mich nur auf mich und das Fußball spielen. Was mir besonders gefällt, ist, wenn der Verein, bei dem ich bin, langfristige Pläne für mich hat. Das trifft sowohl auf Hoffenheim als auch Kaiserslautern zu. Das stärkt mich und gibt mir Selbstvertrauen.

Transfermarkt: Bislang bist du hauptsächlich eingewechselt worden. Die Mannschaft spielt in der Regel mit nur einem Mittelstürmer und die Konkurrenz ist groß. Wie siehst du deine Rolle in den kommenden Wochen?

Yardımcı: Die 2. Bundesliga ist eine temporeiche und intensive Liga. Es gibt viele Spiele. Manchmal liegen nur drei oder vier Tage zwischen den Partien. Deshalb brauchen wir einen breiten Kader. Mein Ziel ist es, jede Chance, die sich mir bietet, bestmöglich zu nutzen.


Yardımcı über seine Ambitionen in der türkischen Nationalelf

Transfermarkt: Du hast in 13 Spielen für die türkische U21 sechs Tore erzielt. Es wird seit Langem über das Mittelstürmer-Problem im Land diskutiert. Wo siehst du dich unter den Kandidaten für die A-Nationalmannschaft?

Yardımcı: Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir einen ordentlichen Pool an Mittelstürmern haben; sie wurden in letzter Zeit nur nicht besonders oft eingesetzt. Die A-Nationalelf ist etwas ganz Besonderes und für mich nicht nur ein Traum; es ist ein Ziel, von dem ich glaube, dass ich es erreichen kann. Ich möchte nicht nur nominiert werden, sondern habe den Wunsch und das Ziel, mich als fester Mittelstürmer dieser Mannschaft zu etablieren und die Torlast noch viele Jahre lang zu tragen. Dafür arbeite ich tagtäglich. Natürlich gibt es Bereiche, in denen ich mich verbessern muss. Vor allem möchte ich meine Leistungen und meine Torbeiträge konstanter gestalten. Auf diesem Niveau reicht es nicht aus, nur ein paar gute Spiele zu machen; man muss sich ständig beweisen. Ich glaube, dass ich die Qualität habe, genau das zu tun. Wenn ich konstant spiele, dann bin ich überzeugt, dass ich mich für die A-Nationalmannschaft empfehle.


Leistungsdaten

Gesamte Leistungsdaten–
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Transfermarkt: Glaubst du, dass dir deine Leistungen in Deutschland die Tür zur A-Nationalmannschaft öffnen werden?

Yardımcı: Auf jeden Fall. Deutschland ist ein Land, in dem Fußball sehr im Rampenlicht steht. Vorausgesetzt, die Auswahl erfolgt fair, bin ich zuversichtlich, dass ich in den Kader kommen kann.

Transfermarkt: In letzter Zeit sind viele türkische Fußballer wie Kerem Aktürkoğlu aus Europa in die Türkei zurückgekehrt. Ist das für türkische Fußballer eine angenehmere Option? Warum hast du dich entschieden, in Europa zu bleiben?

Yardımcı: Wir sind türkische Fußballer. Wenn man in der Türkei ist, befindet man sich im eigenen Land und hat natürlich eine Komfortzone. Natürlich würde ich grundsätzlich gern in der Türkei spielen. Ich vermisse meine Familie, und sie vermissen mich auch. Meine oberste Priorität ist es jedoch derzeit, hier etwas zu erreichen. Ich möchte mich weiterentwickeln und noch viele Jahre in Europa bleiben. Meine Familie unterstützt das. Auch wenn sie mich vermissen, wollen sie, dass ich hierbleibe und erfolgreich bin. Ich finde die Vorstellung auch reizvoll und natürlich würde ich gern eines Tages zurückkehren, aber im Moment hat der Verbleib in Europa für mich Priorität.


© IMAGO - Erencan Yardimci mit 17 Jahren im Trikot von Galatasaray

Yardimci mit 17 Jahren im Trikot von Galatasaray

Transfermarkt: Behältst du deinen Marktwert auf Transfermarkt im Auge? Wie wichtig ist es für dich, ob dein Wert steigt oder fällt?

Yardımcı: Ich kann nicht behaupten, dass ich meinen Marktwert auf Transfermarkt genau im Auge behalte. Aber ich weiß, dass mein Berater und mein Team dies aktiv tun und die Entwicklung, die sicher auch mit dem zusammenhängt, was ich auf dem Platz leiste, genau beobachten und analysieren. Aber ich würde nicht sagen, dass es für mich als Spieler von entscheidender Bedeutung ist. Wir nehmen es wahr, ohne uns zu sehr darauf zu versteifen, und halten an unserem Plan fest. Unter den Teamkollegen besprechen wir die Updates von Zeit zu Zeit. Natürlich entsprechen sie nicht immer unseren Erwartungen; manchmal scherzen wir sogar untereinander darüber, aber letztlich respektieren wir sie.

Transfermarkt: Wo möchtest du Erencan Yardımcı in fünf Jahren sehen?

Yardımcı: Ich habe tatsächlich schon für viele Vereine in vielen verschiedenen Ligen gespielt. Jeder einzelne hat mir etwas beigebracht, und ich bin froh, dass ich diese Erfahrungen machen durfte. Mein aktuelles Ziel ist es, Stammstürmer in der A-Nationalmannschaft zu werden und wieder auf dem höchstmöglichen Leistungsniveau zu spielen. Fünf Jahre sind im heutigen Fußball eine sehr lange Zeit. Ich glaube vor allem, dass ich meinen Höhepunkt in den nächsten Jahren erreichen werde. So läuft es bei Fußballern meistens.