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Mainz-05-Frauen: Bittere Niederlage gegen VfB Stuttgart

Der Jubel war groß bei den Fans des FSV Mainz 05, als Nadine Anstatt im Spiel der Frauen-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart ausglich. Doch am Ende jubelte wieder der Gegner.

Mainz. Diese 60 Sekunden geben Rätsel auf. Groß war der Jubel und auch die Euphorie, als Nadine Anstatt in der 75. Minute für die Fußballerinnen des FSV Mainz 05 zum 1:1 gegen den VfB Stuttgart traf. Der ersehnte erste Punkt in der Bundesliga war zum Greifen nah. Doch hielt die Hoffnung darauf gerade einmal eine Minute. Dann stand Verena Wieder komplett frei vor dem Mainzer Tor und traf im Duell der Aufsteiger-Teams für den VfB zum vorentscheidenden 2:1. Vor 1.400 Zuschauern im Mainzer Bruchwegstadion hatte zuvor Yuka Hirano (19.) zum 1:0 getroffen. Mit ihrem zweiten Treffer vollendete Verena Wieder (82.) dann zum 3:1 (1:0)-Endstand für die Elf aus Schwaben, während die Mainzerinnen auch nach dem neunten Spieltag noch ohne Zähler sind.

Die entscheidende Frage nach Abpfiff lautete: Wie konnte das schnelle Gegentor nach dem 1:1 fallen? Auch Trainer Takashi Yamashita hatte darauf noch keine abschließende Antwort. Er sagte: „Ich denke, dass wir da unsere Ordnung verloren haben und falsch positioniert waren. Das war unnötig, weil es keine Situation war, die eigentlich besonders gefährlich war.“ Und auch die Euphorie nach dem Tor könne mit reingespielt haben. „Das ist dann auch Erfahrungssache“, sagte Yamashita.

Starker Beginn von Mainz 05

Schon vor dem Anpfiff war zu sehen, dass sich die 05-Fußballerinnen für diese Partie viel vorgenommen hatten. Sie klatschten sich immer wieder besonders intensiv ab und beschworen den Zusammenhalt. In die Begegnung starteten die Mainzerinnen dann auch überzeugend. Sie zwangen die Gäste mit frühem Pressing zu Fehlern, halfen sich immer wieder in der Verteidigung und präsentierten sich mit dem Ball passsicher. Vital Kats, die im März gegen die Schwaben vor mehr als 31.736 Zuschauern in Stuttgart (4:2) einen Dreierpack geschnürt hatte, sorgte für den ersten Abschluss. Ihr Drehschuss aus 18 Metern flog knapp über das Tor. Später senkte sich eine Flanke von ihr auf die Latte (16.).

Erst in der 13. Minute kamen die Gäste nach einer Freistoßflanke durch Maximiliane Rall zu einem gefährlichen Abschluss. Die VfB-Führung kam dann überraschend. Hirano schoss aus 18 Metern aufs Tor und traf dabei die Mainzerin Emma Junold so, dass diese den Ball unhaltbar abfälschte (17.). Dieses Tor war ein Wirkungstreffer bei den 05-Frauen, die danach zunächst weniger griffig und verunsichert wirkten. Stuttgart war dem 2:0 näher, doch nach einem über die frühere Bundesliga-Torschützenkönigin Nicole Billa vorgetragenen Konter rettete im letzten Moment Lara Martin (36.) und direkt vor der Pause schnappte 05-Torhüterin Marisa Schön nach einem Kopfball von Rosa Rückert gerade noch den Ball vor der Torlinie. „In der ersten Halbzeit hatten wir auch zu wenig Tempo in unseren Angriffen“, monierte Yamashita.

VfB-Lupfer dotzt auf die Torlinie – oder dahinter?

Die Gastgeberinnen kamen mit neuem Mut aus der Kabine, die erste Großchance hatten aber erneut die Gäste. Rückert tauchte frei vor Schön auf, legte sich den Ball aber zu weit vor (48.). In der 64. Minute fiel der Ball nach einer Freistoßflanke vor die Füße von 05-Kapitänin Johanna Berg, die aber aus bester Position genau auf Torhüterin Laura Giuliani schoss, was sie sichtbar ärgerte. Darauf folgte eine 05-Drangphase, in die hinein der VfB die Riesenchance zum 2:0 hatte. Rall lupfte den Ball über Schön an die Unterkante der Latte, von der aus der Ball auf (oder hinter?) die Torlinie prallte. Schiedsrichterin Annika Kost entschied auf „kein Tor“ (67.). Auch die TV-Bilder brachten keine Klarheit, ob der Ball eigentlich drin war.

Gegentor fällt in den eigenen Torjubel hinein

Die Mainzer Offensivbemühungen trugen dann Früchte: Mit einem Flachschuss aus zwölf Metern ins kurze Eck traf Anstatt zum 1:1 (75.). Doch noch in den Jubel der 05-Fans hinein kam die Ernüchterung. Wieder nutzte eine zu große Offenheit in der 05-Defensive zum 2:1 für die Gäste. „Mainz vor, schießt ein Tor“, riefen danach viele der jüngsten Fans in Dauerschleife. Doch einen Treffer erzielten nur noch die Stuttgarterinnen. Nach einem Eckball köpfte Wieder zum 3:1 ein.

„Wir hatten in der zweiten Halbzeit schon auch Glück in einigen Situationen. In meinen Augen war es kein ausgeglichenes Spiel, sondern es gab ein Chancenplus für Stuttgart“, sagte Yamashita. Gleichwohl schnupperten die Mainzerinnen am ersten Bundesliga-Punkt. „Man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir das Spiel drehen wollten. Jetzt ist die Enttäuschung groß“, sagte der 05-Trainer.

Mainz 05: Schön – Bathmann, Berg, Hashitani, Pageler (88. Stöhr) – Imai (65. Georgieva), Junold – Kats (65. Bouziane), Martin (76. Kurishima), Fetaj (46. Strickler)– Anstatt.

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