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Lia Wälti: «Ich baue tatsächlich ein Business auf» – Nati-Captain gründet eigene Agentur
Lia Wälti: «Ich baue tatsächlich ein Business auf» – Nati-Captain gründet eigene Agentur
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Die 33-jährige Bernerin hat im November gegründet und im März lanciert. Ihre Agentur soll Sportlerinnen begleiten und Sponsoren vermitteln – neben der Karriere bei Brighton.

Nati-Captain Lia Wälti hat eine eigene Agentur gegründet, die Sportlerinnen auf ihrem Karriereweg begleitet. Die Agentur wurde im November gegründet und im März offiziell lanciert; sie vermittelt auch Sponsoren.

Wälti will das Business in den letzten drei, vier Spieljahren aufbauen und absolviert aktuell die Trainerlizenz. Im Fokus bleibt die WM 2027 in Brasilien; im Dezember spielt die Schweiz gegen Österreich um die Qualifikation. Luzern, Sport Forum im KKL, 4. Stock, der Saal ist komplett überfüllt – drei Viertel der Gäste sind Frauen.

Mit grossen Augen hängen sie Lia Wälti an den Lippen. Es geht um Business im Sport und wie die Anführerin der Nati ihre Karriere nach der Karriere in Angriff nimmt.

Auf dem Rasen geht die 33-jährige Bernerin kompromisslos als Leaderin voran – und auch abseits des Platzes stellt sie bereits jetzt die Weichen für ihr Leben nach dem Fussball – wie zuletzt Auf und neben dem Feld eine Leaderin: Lia Wälti, hier im Nati-Trikot mit der Nummer 13 und Captainbinde, will mit der Schweiz an die WM 2027. Mit der Gründung ihrer eigenen Firma WNXT Agency und einer klaren Vision für die kommenden Jahre gibt Wälti einen Einblick in ihre neue Welt und gibt 20 Minuten nach ihrem 20-minütigen Auftritt ein Interview.

Den Grundstein für ihre Selbstständigkeit legte Wälti bereits vor einigen Monaten: «Wir haben die Agentur im vergangenen November gegründet und im März offiziell lanciert», sagt die Frau, die nach Arsenal und Juventus wieder auf der Insel bei Brighton unter Vertrag steht. Lia Wältis neue Agentur soll vor allem Sportlerinnen auf ihrem Karriereweg begleiten und durch die Vermittlung von Sponsoren finanziell unterstützen.

«Women are next» heisst das Motto, das auch Medienarbeit und Personal Branding abdeckt. Dabei möchte sie ihre Erfahrung und ihr prominentes Gesicht nutzen, um Türen zu öffnen – und Chancen in der männerdominierten Sportbranche zu kreieren. Gelb, Grün, Rot: Lia und Meret Wälti flankieren Salomé Barrer – das Trio will im Fussball ein neues Feld erobern. Der Schritt ins Business verlangt ihr viel ab, erfüllt sie aber mit grosser Leidenschaft: «Grundsätzlich ist es aufregend und herausfordernd seit dem Anfang.

Es braucht am Anfang Zeit, in die man investieren muss. Aber es ist schön, dass man Athletinnen auf ihrem Weg unterstützen kann. »Statt bis zum Karriereende zu warten, nutzt Wälti die Zeit bereits jetzt, um das Fundament für die Zukunft zu legen.

«Es ist cool, eine Selbstständigkeit zu haben, wenn man sie sauber aufbaut. Jetzt kann ich in den drei, vier Jahren, in denen ich noch spiele, das Business nachhaltig wachsen lassen. » Auf die Frage, ob der Begriff «Businessfrau» nicht etwas hochgegriffen sei, antwortet Wälti gewohnt direkt: «Das ist die Wahrheit, ich baue tatsächlich ein Business auf. Es interessiert die Leute, was Frauen tun, um sich selbst zu verwirklichen und auch anderen zu helfen.

»Parallel zu ihren Projekten sorgt sie auch für die sportfachliche Qualifikation vor: Neben ihrem abgeschlossenen Studium in Betriebsökonomie mit Vertiefung Sportmanagement absolviert sie aktuell die Trainerlizenz und hat bereits die Diplome A, B und C in der Tasche.

«Ich muss nicht unbedingt Trainerin werden, aber es ist eine Option. Wenn ich mit der Karriere aufhöre, kann ich so den nächsten Schritt machen», sagt der Schweizer Nati-Star. Lia Wälti mit Brighton in der Premier League der Frauen: Parallel bastelt der Nati-Captain an ihrem Modell für die Zukunft. Wälti geniesst die vielleicht letzte Station ihrer Laufbahn in England.

Ein Land, das in Sachen Fussball immer noch Vorbild für viele andere Länder sein muss, weil hier die Förderung der Frauen in den Clubs einen hohen Stellenwert geniesst – völlig anders als in Italien und auch der Schweiz. Als Beispiel dient der Weg zur Trainerin.

«In der Schweiz sind das Pensum und das Modell für aktive Spielerinnen schwierig mit dem Fussball zu vereinbaren», sagt Wälti und führt aus: «In England hingegen erstellen die Clubs spezielle Coaching-Gruppen für Spielerinnen und passen die Ausbildung flexibel an den Spielplan an – selbst wenn man Champions League spielt –, damit man sich die Lizenzen als aktive Spielerin erarbeiten kann. » Viele Parallelen: Lia Wälti macht wie Granit Xhaka das Trainerdiplom, sie spielt in England und führt die Nati aus dem defensiven Mittelfeld.

Hier im Bild die Swiss Football Night 2024 in Bern – mit den Trophäen als beste Schweizer Spieler:in. Ob sie später an der Seitenlinie steht oder als Unternehmerin agiert, lässt Wälti offen – und sagt sogar: «Wieso nicht beides? Für mich ist am wichtigsten, dass ich irgendwie im Sport bleibe, weil ich mich da zu Hause fühle – vor allem im Fussball. » Trotz aller Weitsicht steht für sie die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien im Fokus.

Im Dezember kämpft die Schweiz gegen Österreich um die WM. Im Frühjahr warten in der Nations League zudem hochkarätige Gegnerinnen wie Spanien und Norwegen: «Solange ich mich körperlich gut fühle und Freude am Spielen habe, mache ich sicher weiter. »Das ist genau richtig, so kann sie den Übergang klug vorbereiten. Für eine Spitzensportlerin ist das ziemlich viel auf einmal.

Sebastian Rieder , arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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