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Lewis Hamilton sicherte sich mit Ferrari seine erste Pole-Position der Saison und seinen 105. insgesamt beim Grand Prix von Mexiko. Der 41-jährige ehemalige Mercedes-Pilot setzte sich knapp gegen seinen früheren Teamkollegen durch und betonte, dass Leidenschaft und mentale Stärke sein Geheimnis für langfristigen Erfolg sind.
in Mexiko die erste Poleposition der Saison beschert und sich selbst einen lang ersehnten Meilenstein erfüllt. Zum ersten Mal seit seinem Wechsel zur Scuderia startet der siebenmalige Weltmeister von ganz vorne.
Seinen letzten ersten Startplatz hatte er zuvor beim Ungarn-Grand-Prix 2023 mit Mercedes erzielt. Im Qualifying auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez setzte sich Hamilton mit gerade einmal 0,009 Sekunden Vorsprung gegen seinen früheren Teamkollegenmit seinem letzten Versuch zunächst von der provisorischen Pole verdrängt hatte, konterte Hamilton mit einem starken ersten Sektor und sicherte sich den Spitzenplatz. Mit 41 Jahren und 297 Tagen ist Hamilton nun der fünftälteste Pole-Setter der Formel-1-Geschichte.
In der ewigen Rangliste liegt er damit zwischen Mario Andretti und Nigel Mansell. Für den Briten ist es nicht nur eine weitere Bestmarke, sondern ein besonderer Moment auf einer Strecke, mit der er ohnehin viele Erinnerungen verbindet.
"Ich bin sprachlos. Es fühlt sich besonders an, hier in Mexiko meine erste Pole mit Ferrari zu holen - und meine 105. insgesamt. Diese Zahl mag ich", sagt Hamilton nach dem Qualifying. Auf die Frage, ob er angesichts seines Alters noch immer auf diesem Niveau abliefern könne, antwortet Hamilton mit einer klaren Botschaft:"Wenn man etwas wirklich will, findet man einen Weg.
Es spielt sich alles im Kopf ab. Ich glaube, das gilt für uns alle. Natürlich kann man Schmerzen und Beschwerden haben. Glücklicherweise habe ich das nicht.
" Er tue vieles, um jung und fit zu bleiben, erklärt der Ferrari-Pilot. Dazu gehörten unter anderem regelmäßige Eisbäder und weitere Maßnahmen, mit denen er seinen Körper in Form halte. Entscheidend sei für ihn aber vor allem die Leidenschaft für seinen Beruf.
"Ich liebe, was ich tue, und diese Liebe ist nicht verschwunden. Ich wache jeden Tag auf und denke daran. Ich träume davon. Und ich habe diese unglaubliche Unterstützung auf der ganzen Welt.
Diese Menschen geben mir die Kraft, weiterzumachen", sagt Hamilton. Er hoffe, dass er seine Unterstützer auch im Rennen am Sonntag glücklich machen könne. Der emotionale Wert der Poleposition war ihm deutlich anzumerken.
Schließlich hatte er mit Ferrari bereits einige Höhen und Tiefen erlebt.
"Es ist lange her, dass ich an dieser Stelle gesessen habe. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wann ich zuletzt eine Pole hatte", erklärt er in der anschließenden Pressekonferenz. Der Weg mit Ferrari sei von Herausforderungen geprägt gewesen. Auch der Samstag in Mexiko habe gezeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können.
Umso wichtiger sei es gewesen, weiter an die gemeinsame Arbeit zu glauben.
"Ich habe immer daran festgehalten, dass wir eines Tages wieder in die erste Startreihe und auf Platz eins kommen würden, wenn wir das Auto richtig abstimmen. ":"Das bringt mich zurück zu den Zeiten, als ich Michael bei Ferrari beobachtet habe, wie er all diese Polepositions und Siege geholt hat. Das ist etwas ganz Besonderes.
"Dabei hatte Hamilton am Freitag wertvolle Zeit verloren. In der ersten Trainingssession war sein Ferrari mit einer aerodynamischen Messvorrichtung unterwegs, im zweiten Training stoppte ihn ein Problem an der Antriebseinheit. Der Brite kam deshalb nur auf 13 Runden im zweiten Training und konnte keinen Longrun absolvieren.
"Es war ein wirklich schwieriges und herausforderndes Wochenende. Durch die Messfahrten in FT1 und das Motorproblem gestern waren wir zunächst im Hintertreffen. Ich konnte keinen Longrun fahren", erklärt Hamilton. Umso zufriedener sei er mit der Arbeit des Teams gewesen.
Über das Wochenende hinweg habe Ferrari das Set-up verbessert, ohne dafür große Veränderungen vornehmen zu müssen.macht er deutlich, wie lange der Brite auf diesen Moment hingearbeitet hatte:"Er hat die Poleposition jetzt seit zwei Jahren verfolgt. Und jetzt hat er es geschafft.
" Für Vasseur ist der erste Startplatz deshalb mehr als nur ein gutes Qualifying-Ergebnis. "Das ist auch für Lewis ein Meilenstein - und für uns in diesem gemeinsamen Projekt", betont der Franzose. Gleichzeitig richtet er den Blick bereits auf den Sonntag:"Das Wichtigste ist morgen. Aber die Pole fühlt sich definitiv gut an.
" Dass Ferrari in den vergangenen Qualifyings nicht immer das Maximum aus dem vorhandenen Tempo herausholen konnte, will Vasseur nicht überbewerten. Die Geschwindigkeit sei grundsätzlich vorhanden gewesen.
"Es war keine Katastrophe, aber natürlich fühlt sich eine Poleposition gut an. "Besonders interessant ist Vasseurs Erklärung, warum die Reifen in Mexiko eine so große Herausforderung darstellen. Die Streckenführung mit ihrem letzten Abschnitt sei extrem anspruchsvoll für die Pneus. Wer im ersten Teil der Runde zu aggressiv zu Werke gehe, könne dafür später teuer bezahlen.
"Es ist immer schwierig, und ich denke, in Mexiko sogar noch mehr als auf anderen Strecken. Durch das Layout mit dem letzten Teil des Kurses werden die Reifen extrem beansprucht. Das bedeutet: Wenn du im ersten Abschnitt zu stark pushst, bekommst du am Ende Probleme", so Vasseur. Genau dieses Gleichgewicht habe Hamilton in seiner entscheidenden Runde gefunden.
"Die Reifen arbeiten in einem sehr kleinen Fenster optimal. Danach überhitzen sie", erklärt der Brite. Gerade mit den 18-Zoll-Reifen habe er in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten gehabt. Er habe deshalb lernen müssen, anders zu fahren und die Kurven anders anzufahren.
Dafür habe er auch auf einige Werkzeuge zurückgegriffen, die er nach eigener Aussage seit rund 13 Jahren nicht mehr genutzt hatte.
"Es ist, als würde man die Nadel im Heuhaufen suchen", beschreibt Hamilton die Herausforderung. Immer wieder müsse man die Balance finden: Mal seien die Vorderreifen noch nicht bereit, während die Hinterreifen bereits zu heiß würden. Dann drehe sich das Problem um. Auch jede zusätzliche Verzögerung auf der Outlap könne mehrere Grad kosten.
In seinem letzten Versuch passte schließlich alles.
"Als ich durch die Kurven eins, zwei und drei war, lief es von da an ziemlich rund. Ich glaube nicht, dass ich irgendwo Zeit verloren habe. Es war einfach eine insgesamt gute Runde", sagt Hamilton.
"Ich weiß nicht, wie sich das Auto mit viel Benzin auf einem Longrun verhalten wird. Auch die Einstellungen, die ich dafür brauche, kenne ich noch nicht", räumt er ein. Das Team müsse deshalb auf Basis der vorhandenen Daten und Erfahrungen die bestmögliche Entscheidung für das Rennen treffen.