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Fataler Umgang mit Mathis Albert: Der BVB droht, seine Philosophie zu verraten

Mathis Albert ist bei Borussia Dortmund außen vor. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, wird der 17-Jährige den BVB verlassen wollen – es wäre ein fatales Signal. Ein Kommentar.

Mathis Albert ist das größte Talent bei Borussia Dortmund | Alexandre Simoes/GettyImages

Für gewöhnlich müssen sich junge Spieler erst einmal bei ihren Vereinen durchsetzen, bevor sie zur Nationalmannschaft eingeladen werden. Bei Mathis Albert war es genau umgekehrt. Der 17-Jährige kommt bereits auf vier Länderspiele für die USA, obwohl er bei Borussia Dortmund bislang kaum zur Geltung gekommen ist.

Doch Trainer Mauricio Pochettino ist ein Fan des 17-jährigen Flügelspielers, gab ihm aber auch den Auftrag mit auf den Weg, Stammspieler zu werden und Spielpraxis zu sammeln. Doch das gestaltet sich beim BVB schwierig – und man fragt sich warum.

Das größte Talent des Vereins spielt nicht

Schließlich haben sich die Schwarz-Gelben seit der Anstellung von ole Book als Sportdirektor wieder deutlich mehr Fokus auf Talente auf die Fahnen geschrieben. Dazu passen die Transfers von Joane Gadou und Konstantinos Karetsas genauso wie von Giannis Konstantelias.

Doch bei all dem stellt sich die Frage, wieso das größte Talent beim BVB von Trainer Niko Kovac so hartnäckig ignoriert wird. Ja, die Rolle des klassischen Flügelstürmers, die Albert am liebsten spielt, gibt es im System von Kovac nicht, das greift als Begründung jedoch zu kurz.

Häufiges Bild: Albert mit dem Aufwärmleibchen. Für mehr reichte es zuletzt selten | picture alliance/GettyImages

Denn Albert bringt Spielwitz, Kreativität und vor allem Tempo ins Spiel – alles Aspekte, die dem BVB aktuell mal mehr, mal weniger deutlich abgehen. Gleichzeitig bringt er wie auch Karetsas eine jugendliche Unbekümmertheit mit, die dem oftmals statischen Spiel der Dortmunder nur gut tun kann.

Bremst Kovac Alberts Entwicklung?

Doch Kovac ignoriert Albert bislang hartnäckig. Der 55-Jährige war nie der große Entwickler von Talenten, auch beim FC Bayern sorgte das schon für Spannungen während seiner Amtszeit dort.

Niko Kovac schenkt Albert kein Vertrauen | PS Images/MB Media/GettyImages

Kovac vertraut im Zweifel lieber auf die erfahreneren Spieler statt jungen Talenten. Das ist jedoch kontraproduktiv bei einem Verein wie dem BVB, dessen Philosophie es ist, Spieler zu entwickeln und eines Tages teuer zu verkaufen.

Dieser "Clash of Philosophies" ist aktuell bei Albert perfekt zu beobachten – und könnte am Ende dafür sorgen, dass der BVB seine eigenen Werte verrät.

Europas Top-Klubs lauern schon

Denn was ist es für ein Signal an die jungen Spieler im Verein, wenn selbst das größte Talent keine Spielzeit bekommt, um sich entwickeln zu können? Es ist kein Wunder, dass mit Manchester City, dem FC Arsenal und Liverpool bereits drei Schwergewichte die Situation um Albert im Auge behalten.

Sie wittern ein Schnäppchen, schließlich kommt es nicht so oft vor, dass ein junger Spieler von Alberts Potenzial verfügbar sein könnte. Zwar gibt man sich beim BVB gelassen, doch sollten die Schwarz-Gelben Albert schleunigst Spielzeit verschaffen, sonst könnte er im Sommer oder womöglich schon im Winter wechseln wollen.

Schließlich ist es zwar schön und gut, dass der BVB einen Plan mit dem Flügelstürmer hat, Albert will jedoch vor allem eins: spielen. Das ist wichtig und notwendig für seine Entwicklung – und sollte er das in naher Zukunft nicht tun, wird er sich vermutlich sehr schnell für einen Tapetenwechsel erwärmen können.

Verrat an der eigenen Philosophie?

Sollte es wirklich soweit kommen, wäre das ein fatales Signal für den BVB. Der Verein, der einst Mario Götze oder auch Jadon Sancho entwickelte, der Jude Bellingham früh das Vertrauen schenkte, schafft es nicht, dem größten Talent im Verein genügend Spielzeit zu geben?

Gerade vor dem Hintergrund des im Sommer eingeschlagenen Weges wäre ein Albert-Abgang eine extrem bittere Pille. Diese hätte sich der BVB und vor allem Niko Kovac aber selbst zuzuschreiben. Es ist fünf vor Zwölf bei Albert – es wird Zeit, dass das auch die Borussia begreift. Sonst erlebt der 17-Jährigen seinen Durchbruch in einem anderen Trikot.

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