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Jetzt herrscht Gewissheit! Borussia Dortmund muss im Bundesliga-Heimspiel gegen die SV Elversberg am Samstag (15.30 Uhr) auf Serhou Guirassy verzichten. Trainer Niko Kovac bestätigte am Freitagmittag, dass sich sein Torjäger tatsächlich eine Zerrung zugezogen hat. Damit hat sich die Befürchtung nach der verletzungsbedingten Auswechslung gegen Real Betis Sevilla bestätigt.
Doch nicht nur der BVB muss umplanen. Auch Guineas Nationalmannschaft droht auf ihren Starstürmer verzichten zu müssen. „Wir sind in einem sehr guten Austausch mit dem Verband. Es wird wohl so sein, dass er nicht reisen wird, sondern hier bleibt“, erklärte Kovac. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Dortmund hofft jedenfalls, dass Guirassy die Länderspielpause zur Genesung nutzen und anschließend wieder angreifen kann.
📌 Das ist Serhou Guirassy
Die Sorgen hatten am Mittwochabend begonnen. Beim 2:1-Erfolg gegen Real Betis setzte sich Guirassy nach gut einer halben Stunde plötzlich auf den Rasen. Der Angreifer spürte Beschwerden im Oberschenkel. Zunächst schien es, als könne er weiterspielen, doch in der 34. Minute musste er schließlich vom Platz.
Direkt nach der Partie hatte Kovac noch vorsichtigen Optimismus verbreitet. Er gehe nicht davon aus, dass eine schwerwiegendere Verletzung vorliege. Die Untersuchungen bestätigten nun zumindest den Verdacht auf eine Zerrung. Für das letzte Spiel vor der Länderspielpause reicht es trotzdem nicht.
„Wir hoffen, dass er nach der Länderspielpause wieder einsatzbereit ist. Wann genau, werden wir sehen“, erklärte Kovac. Eine längere Zwangspause ist damit nicht angekündigt, die genaue Rückkehr bleibt allerdings offen.
Besonders unangenehm ist der Zeitpunkt für Guirassy selbst. Eigentlich steht nach dem Elversberg-Spiel die nächste Reise zur Nationalmannschaft an. Doch Dortmund und der guineische Verband arbeiten offenbar bereits an einer anderen Lösung.
Sollte Guirassy wie erwartet in Dortmund bleiben, könnte er sich vollständig auf die Behandlung und den anschließenden Wiederaufbau konzentrieren. Für Guinea wäre das der Verlust seines prominentesten Angreifers. Der BVB wiederum hätte die Chance, seinen Torjäger ohne weitere Spielbelastung fit zu bekommen.
Dass Dortmund den Nationalspieler unbedingt gesund zurückhaben möchte, liegt auf der Hand. Guirassy ist der wichtigste klassische Mittelstürmer im Kader. Seine körperliche Präsenz, seine Torgefahr und seine Bedeutung bei Standards lassen sich kaum eins zu eins ersetzen.
Genau das machte Kovac auf der Pressekonferenz auch deutlich. „Erst einmal fehlt Serhou mit seiner Statur bei Standards, offensiv und defensiv, und natürlich wegen der Tore, die er schon für uns erzielt hat“, erklärte der Trainer.
Für den BVB eröffnet sich allerdings auch eine interessante personelle Möglichkeit. Fabio Silva hat sich in den vergangenen Wochen stark entwickelt und ist eine Alternative im Angriffszentrum. Dazu könnte Maximilian Beier nach seinen zahlreichen Einsätzen auf der Schiene wieder weiter nach vorne rücken.
„Ich glaube, dass auch Maxi jetzt vielleicht in eine andere Position aufrücken kann, zumal wir dort nur nominell einen Stürmer haben“, sagte Kovac. Mit Beier und Silva könne Dortmund anders agieren. Beide seien schneller und könnten die Tiefe auf andere Weise attackieren als Guirassy.
Das würde die Statik des Dortmunder Angriffsspiels verändern. Gerade Beier könnte von einer Rückkehr in seine bevorzugten offensiven Räume profitieren. Silva wiederum hat gegen Betis bereits gezeigt, dass er auch als Torjäger Verantwortung übernehmen kann.
Immerhin gibt es auch eine positive Personalnachricht. Marcel Sabitzer konnte nach seiner Erkrankung am Freitag wieder mittrainieren und steht gegen Elversberg voraussichtlich wieder zur Verfügung.
Im Angriff muss Kovac dagegen improvisieren. Ausgerechnet vor dem Duell mit dem überraschend starken Aufsteiger verliert Dortmund seinen zuverlässigsten Mittelstürmer. Der Trainer möchte daraus aber keine große Sache machen.
„Wir werden uns nicht hinstellen, rumheulen und sagen: ‚Jetzt fehlt uns der.‘ Das gehört zum Fußball dazu“, stellte Kovac klar. Verletzungen seien Teil des Berufs. Nun müssten andere Spieler ihre Gelegenheit nutzen.
Eine Chance also für Silva und Beier. Für Guirassy bleibt dagegen zunächst nur die Hoffnung, dass aus der Zerrung keine längere Pause wird. Dortmund und Guinea dürften die Entwicklung gleichermaßen aufmerksam verfolgen.