Zurück
Meik Bodden grinste, während seine Jungs tanzten und sangen. „Lintfort ist der geilste Klub der Welt“, tönte es aus dem Mannschaftskreis. Ist der 1. FC das? Da kann der Trainer, der im Seniorenbereich noch nirgendwo anders tätig war, schlecht mit dem Kopf schütteln. Ob die vorherige Partie gegen den SV Biemenhorst zum Beleg dieser These taugte, darüber mag man sich auch streiten. Für Coach Bodden war aber klar: „Damit ist nicht zuletzt unser Teamgeist gemeint.“ Und der bescherte nach zwischenzeitlichem Rückstand dann doch noch den vielleicht nicht fest eingeplanten, aber doch stark erhofften 3:1 (0:0)-Sieg über das Schlusslicht der Fußball-Landesliga.
In den Bocholter Medien war vor dem Spiel zu lesen, der Oberliga-Absteiger stemme sich gegen den erneuten Absturz. Für jene Akteure, die am Sonntag auf dem Platz standen, mag das gelten. Es waren deren zwölf, denn nur eine wechselbereite Fachkraft saß bei den Gästen auf der Bank. Eine knifflige Aufgabe für den ehemaligen Wattenscheider Zweitliga-Profi Mirosław Giruć an der Seitenlinie, der aber zumindest feststellen konnte, dass sein Team vom Einsatz her alles in die Waagschale warf – bisweilen allerdings über das Erlaubte hinaus.
Die Hausherren taten sich schwer, ihre Angreifer in Szene zu setzen. „Zu hektisch“ habe die vorderste Linie agiert, stellte Meik Bodden fest, notierte aber dennoch ein Chancenplus. Das hätte Ouassim El Abdouni in Zählbares ummünzen können, doch seinen Schuss aus kurzer Distanz entschärfte SVB-Keeper Sebastian Kaiser (12.) – wobei der Lintforter dabei aus Sicht seines Trainers elfmeterreif behindert wurde: „Da muss man nicht immer sagen, dass er ja noch abschließen konnte.“
Sieben Minuten nach Wiederbeginn die kalte Dusche: Gegen eine in dieser Situation, so Meik Bodden, „vogelwilde“ FCL-Defensive schloss Max Peerenboom einen Konter zur Gästeführung ab. Jetzt drohte tatsächlich die Komplettpleite gegen den Letzten, der dann aber kräftig selber mithalf, dies zu verhindern. Der bereits verwarnte Darnell Weidemann warf sich in einen Abschlag von Jan Roolfs und kassierte Gelb-Rot (69.). Kapitän Rafael Vizuete Mora nutzte die Überzahl nur drei Minuten später zu einem 16-Meter-Knaller in den Torwinkel. Als dann auch noch Luca Ridder für ein grobes Foul die nächste „Ampel“ kassierte (77.), ging es mit den Münsterländern endgültig dahin. Vizuete Mora justierte wieder sein Visier und hämmerte diesmal aus 18 Metern ins rechte Eck (78.). Kollege Antony Brai dachte sich wohl: Kann ich auch. Seine 20-Meter-Bogenlampe über Kaiser hinweg beendete das Spiel (81.).
FCL: Roolfs – Brai, Kogel (84. Meyer), Ziebell, El Abdouni (84. Maas) – Haub, Ngangjoh (60. Forster), Baydar (71. Ulrich), Vizuete Mora – Appiah, Jan Goretzki (83. Hoffmeister).