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Die Wild Wings haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erneut einen Rückschlag kassiert, nach einer beeindruckenden Aufholjagd aber zumindest den ersten Heimpunkt der Saison eingefahren. Vor 4320 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Trainer Steve Walker am Freitagabend dem ERC Ingolstadt mit 3:4 (0:3, 1:0, 2:0, 0:1) nach Verlängerung. Nach einem völlig missratenen Auftaktdrittel kämpften sich die Schwarzwälder zurück, glichen einen Drei-Tore-Rückstand aus und mussten sich schließlich doch geschlagen geben. Für den Tabellenletzten war es ein weiterer bitterer Abend, der allerdings auch zeigte, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.
Personell mussten die Schwenninger erneut umstellen. Reed Lebster, der sich gegen München eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, fiel aus. Für ihn rückte der junge Niklas Hübner von der Abwehr in den Sturm, während Verteidiger Dominik Bittner überzählig draußen bleiben musste. Brisant war die Begegnung bereits aufgrund der Tabellensituation: Ingolstadt reiste mit elf Punkten als Neunter an, Schwenningen lag mit lediglich fünf Zählern auf dem 14. und letzten Platz.
Den deutlich besseren Start erwischten die Bayern. Zwar verbuchte Austin Ortega eine erste Möglichkeit für die Wild Wings, doch bereits in der sechsten Minute schlugen die Panther zu. Nach einem folgenschweren Fehlpass von Thomas Schemitsch im eigenen Drittel überwand Alex Breton Schwenningens Torhüter Joacim Eriksson mit der Rückhand zum 0:1. Wenig später musste Boaz Bassen auf die Strafbank, Riley Sheen nutzte die Überzahl zum zweiten Ingolstädter Treffer. Auf der Gegenseite blieb das Schwenninger Powerplay einmal mehr erschreckend harmlos. Als Bassen erneut eine Zeitstrafe kassierte, schlug Sheen wieder zu und erhöhte auf 0:3 (15. Minute).
Damit nicht genug: Der junge Schwenninger Angreifer Vadim Schreiner wurde von einem Gegenspieler in die Bande gefahren und musste mit einer Verletzung am linken Knie vorzeitig vom Eis. Immerhin fanden die Gastgeber gegen Ende des ersten Abschnitts besser in die Partie. Curtis Valk und Kapitän Kyle Platzer scheiterten jedoch an Panther-Torhüter Jonas Stettmer. „Wir sind schlampig in das Spiel gestartet. Wir haben dann aber unser Herz gefunden“, räumte Mirko Höfflin in der ersten Pause ein. Dem Rückstand hinterherzulaufen werde schwierig, aufgeben wolle man aber keinesfalls. „Wir müssen näher an den Ingolstädtern dran sein, die Zweikämpfe gewinnen“, forderte der Stürmer.
Im zweiten Drittel mühten sich die Wild Wings zunächst weiter vergeblich. Hakon Hänelt ließ eine Möglichkeit liegen, auch ein weiteres Überzahlspiel brachte trotz aller Bemühungen keinen Erfolg. Den Schwenningern fehlten Präzision, Tempo und Durchschlagskraft. Platzer fand ebenfalls seinen Meister in Stettmer. Vieles blieb Stückwerk, zwingende Aktionen waren lange Zeit Mangelware. Doch vier Sekunden vor der zweiten Drittelpause keimte plötzlich Hoffnung auf. Ortega bereitete sehenswert vor, Höfflin vollendete zum 1:3, brachte die Gastgeber damit zurück ins Spiel.
Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken kamen die Wild Wings deutlich entschlossener aus der Kabine. In der 44. Minute verkürzte Philip Feist mit seinem dritten Saisontreffer auf 2:3. Plötzlich waren die Schwenninger am Drücker, erhöhten den Druck und drängten auf den Ausgleich. Höfflin hatte diesen bereits auf dem Schläger, traf jedoch nur den Pfosten. Wenig später bot sich den Gastgebern in Überzahl die nächste Gelegenheit. Alexander Karachun nahm Stettmer geschickt die Sicht, Höfflin nutzte die Situation und traf mit seinem zweiten Tor des Abends zum umjubelten 3:3 (52.). Aus einem scheinbar aussichtslosen 0:3 hatten die Wild Wings innerhalb von gut 20 Spielminuten einen Gleichstand gemacht.
Die Schlussphase entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch. Zunächst musste Arkadiusz Dziambor für zwei Minuten auf die Strafbank, doch die Schwenninger überstanden die Unterzahl mit engagierter Defensivarbeit. Kaum wieder komplett, kassierte allerdings Alex Peters die nächste Zeitstrafe. Eriksson hielt seine Mannschaft mit einer Parade gegen Sheen im Spiel. Anschließend durften die Wild Wings selbst noch einmal in Überzahl ran, doch Karachun scheiterte an Stettmer. So musste die Verlängerung entscheiden.
Dort dauerte es gerade einmal 59 Sekunden, ehe Peter Abbandonato den Schwenninger Hoffnungen ein Ende setzte. Der Ingolstädter traf zum 4:3 und sicherte den Panthern den Zusatzpunkt. Für die Wildschwäne blieb nach einer leidenschaftlichen Aufholjagd zumindest der erste Heimpunkt der Saison. Angesichts des verschlafenen Auftakts war das einerseits ein Erfolg, andererseits aber auch zu wenig, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien.
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Schwarzwälder zum Baden-Württemberg-Derby bei den Adler Mannheim. Dort soll nach Ankündigung von Walker Ersatztorhüter Simon Wolf zwischen den Pfosten stehen. Unterdessen deutet sich auch eine personelle Verstärkung an: Dem Vernehmen nach wollen die Schwenninger in den kommenden Tagen einen weiteren ausländischen Stürmer verpflichten. Die Verantwortlichen reagieren damit offenbar auf die bislang unbefriedigende sportliche Entwicklung und die angespannte Personalsituation im Angriff.