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1. FC Saarbrücken: Zerstörungswut nach Mannheim-Derby – so hoch ist der Schaden

So hoch ist der SchadenVandalismus im Ludwigspark – Mannheimer zerstören FCS-Klos nach Südwestderby

Saarbrücken · Zugeschmierte und zerstörte Toiletten – dazu überall Graffiti: Nach dem Südwestderby zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem SV Waldhof Mannheim haben Gästefans im Ludwigspark eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

1. FC Saarbrücken: Zerstörungswut nach Mannheim-Derby – so hoch ist der Schaden
Foto: IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Ralf Brueck

Zerstörungswut bei Auswärtsfahrten – es scheint ein immer beliebterer Trend zu sein. Besonders häufig passiert das bei Derbys. So auch beim Fußball-Drittliga-Duell zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem SV Waldhof Mannheim am vergangenen Sonntag. Die Saarländer gewannen die Partie mit 2:1. Den Frust über die Niederlage ließen einige Gästefans offenbar an den Toiletten im Ludwigspark aus.

20 Bilder 3. Liga: Die Gegner des 1. FC Saarbrücken
Das sind die Gegner des 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga 20 Bilder Foto: Swen Pförtner/dpa/Swen Pförtner

1. FC Saarbrücken spricht von „aggressiven Zerstörungen“

Zugeschmierte Toilettenkabinen, Türen mit Tags in Blau-Schwarz-Blau, Graffiti mit der Aufschrift „SVW“ an den Wänden und völlig verdreckt hinterlassene Sanitäranlagen: Videos in den sozialen Medien zeigen das Ausmaß der Verwüstung nach dem Südwestderby. Einige Türen im Gästebereich scheinen aufgebrochen worden zu sein, Toilettenschüsseln laufen vor Urin über. Weitere Details ersparen wir uns an dieser Stelle.

Für die Gastgeber, den 1. FC Saarbrücken, gibt es zu dieser blinden Zerstörungswut eine klare Haltung: „Die vorsätzlichen und vor allem aggressiven Zerstörungen der sanitären Anlagen im Gästebereich des Ludwigsparkstadions durch die Gästefans bei unserem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim ärgern uns nicht nur sehr, wir missbilligen dieses Verhalten auch aufs Schärfste“, sagt Tobias Abel, Vorstandssprecher des FCS, auf SZ-Anfrage.

Die Kosten für solche Schäden trägt nämlich nicht automatisch der Stadionbetreiber – in diesem Fall die Stadt Saarbrücken. Stattdessen sei der Veranstalter, also der FCS, dafür verantwortlich, wie die Stadt mitteilt. Während der Verein die Schuld bei den Mannheimer Gästefans sieht, zeichnet die Verwaltung ein etwas differenzierteres Bild: „Nach dem Spiel gegen Mannheim wurden in den Toiletten des Gästebereichs Sachschäden in Höhe von knapp 500 Euro festgestellt. Zudem wurden dort Graffiti gesprüht. Da bereits Graffiti von früheren Gästefans vorhanden waren, lassen sich die Kosten nicht vollständig dem Spiel gegen Mannheim zuordnen. Die Beseitigung sämtlicher Graffiti würde rund 1.500 Euro kosten“, heißt es auf SZ-Anfrage.

In anderen Fällen waren die Schäden schon fünfstellig

Damit kommt der FCS in diesem Fall noch glimpflich davon. Rechnet man die Graffiti-Beseitigung und die Schäden an den Toiletten zusammen, stehen rund 2000 Euro im Raum. Ein Blick auf ähnliche Vorfälle aus der Vergangenheit zeigt, dass es auch ganz anders laufen kann. Ein Beispiel aus der 3. Liga: Im März 2025 empfing Alemannia Aachen den FC Hansa Rostock im heimischen Tivoli. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) damals berichtete, verursachten randalierende Rostocker einen Schaden von rund 50.000 Euro. Sie rissen Sitzschalen aus ihren Verankerungen und verwüsteten die Toiletten. Nur einer von zahlreichen ähnlichen Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit.

Im Januar 2024 verwüsteten Fans des VfB Lübeck beim Drittliga-Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue (0:2) die Toilettenanlagen im Gästebereich, rissen Waschbecken heraus und zerstörten Kabinen. Im Februar des folgenden Jahres wurde auch bei den Mannheimern demoliert. Auch hier wüteten Anhänger von Hansa Rostock beim Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim (1:0). Wasserrohre, Waschbecken und Türen wurden beschädigt, zudem wurde versucht Feuer zu legen.

Stadtverwaltung erinnert an vergleichbare Fälle

Oftmals stehen die Verwüstungen also in Zusammenhang mit Hansa Rostock, wie auch die Stadt Saarbrücken angibt: „Vergleichbare Sachbeschädigungen gab es insbesondere nach sogenannten ‚Rotspielen‘, zuletzt beim Heimspiel gegen Hansa Rostock“, heißt es nach dem Mannheim-Derby. „Bei diesen Spielen betreten weder die Polizei noch die eingesetzten Ordnungskräfte den Gästeblock“, erklärt ein Stadtpressesprecher weiter. Um der Lage Herr zu werden und weitere Schäden zu verhindern, werden die Beschädigungen nach jedem Spiel dokumentiert und der Polizei gemeldet, heißt es. Ob das Wirkung zeigt, darf angesichts der vielen Fälle wohl bezweifelt werden.

(nfo)