flag
back Zurück
Nach Derby-Dämpfer gegen Atlas: VfB Oldenburg trifft auf Wundertüte St. Pauli II – Wie Sportleiter Schachten die Hinrunde bewertet

In Delmenhorst reichte eine lange Überzahl nicht für einen Sieg, nun will der VfB den siebten Erfolg im achten Heimspiel. Allerdings wird die Ausfallliste länger. Wie Schachten die Lage einschätzt.

Ordnet den bisherigen Saisonverlauf und das Remis in Delmenhorst ein: VfB-Sportleiter Sebastian Schachten

Oldenburg - Den Derby-Dämpfer vergessen machen und die Hinrunde erfolgreich abschließen – das will der VfB Oldenburg an diesem Samstag (18 Uhr) mit seinem siebten Sieg im achten Heimspiel der Saison. Mit dem FC St. Pauli II wartet auf die personell allerdings arg dezimierte Mannschaft von Trainer Dario Fossi eine Wundertüte, die zwar im unteren Tabellendrittel steht, die aber schon mehrere Teams aus der Spitzengruppe der Regionalliga Nord geärgert hat.

„Es ist sehr, sehr eng, was die Mannschaften oben betrifft. Viele haben einen sehr ordentlichen Punkteschnitt - uns eingeschlossen. Die Liga ist zu ausgeglichen, als dass eine Mannschaft jetzt alles gewinnen wird. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen und müssen kontinuierlich punkten“, ordnet VfB-Sportleiter Sebastian Schachten die Lage vor dem letzten Hinrunden-Spieltag ein. Mit 32 Zählern aus 15 Spielen (10 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen) steht der VfB auf dem vierten Platz. Weiche Flensburg (35), Hannover 96 II (33) und die SV Drochtersen/Assel (32) haben alle ein Spiel mehr ausgetragen.

Überzahl-Remis abhaken

Umso ärgerlicher war das Remis bei Atlas Delmenhorst, bei dem der VfB in Überzahl ab der 11. Minute die Chance liegen ließ, „Big Points“ im Titelrennen einzusammeln. „Natürlich waren wir enttäuscht, genauso wie die gut 1000 VfB-Fans, die dabei waren und das Spiel wieder zu einem gefühlten Heimspiel gemacht haben. Wir haben verpasst, das 2:0 zu machen. Die ein, zwei Aktionen, die Atlas in der zweiten Halbzeit hatte, müssen wir besser verteidigen. Außerdem müssen wir Standardsituation in Tornähe vermeiden beziehungsweise diese konsequenter klären“, blickt Schachten auf das Derby zurück. Nach diesem hatte Fossi das Verhalten seiner Spieler als „schülerhaft“ und „amateurhaft“ bezeichnet. Schachten betont derweil: „Wir haben aus den letzten vier Spielen 10 Punkte geholt und sind oben sehr gut dabei.“

Personelle Wundertüte

Die Zweitliga-Reserve des FC St. Pauli steht zwar mit 14 Punkten auf dem drittletzten Platz, hat aber unter Beweis gestellt, dass sie die Großen in der Liga ärgern kann. Gegen Phönix Lübeck gab es ein 2:2. Hannover 96 II (3:2) und Drochtersen (1:0) mühten sich nur zu knappen Siegen gegen die Hamburger, die vor zwei Wochen mit einem 3:0 gegen den Spitzenreiter Weiche Flensburg aufhorchen ließen. Flensburg hatte allerdings auch Personal-Pech, spielten an diesem Tag in dem Schweden Erik Ahlstrand (Torschütze zum 1:0) und dem Japaner Taichi Hara (Torschütze zum 2:0) sowie dem 19-jährigen Talent Nick Schmidt gleich drei Profis aus dem Hamburger Zweitliga-Kader mit. Eine Woche später beim 1:1 gegen den Eimsbütteler TV war nur noch Schmidt dabei - Ahlstrand und Hara standen parallel im Profi-Aufgebot gegen den 1. FC Nürnberg (1:3).

Lars Blancke Carmen Böhling

Oldenburg

Stimmen zum Spiel

Lars Blancke Wolfgang Wittig

Oldenburg

Oldenburgs Co-Trainer Marius Ebbers und Schachten sahen Paulis Coup gegen Flensburg live vor Ort. „Sie haben völlig zurecht gewonnen. Wir wissen noch nicht, wer gegen uns auflaufen wird, das macht es in der Vorbereitung ein wenig schwieriger, aber wir nehmen es an und wollen das Spiel gewinnen“, sagt Schachten. In Nikky Goguadze (u.a. SSV Jeddeloh, Kickers Emden, Bremer SV) und Noah Gumpert (Kickers; erzielte gegen Eimsbüttel das 1:1 in der 93. Minute) stehen zwei im Nordwesten bestens bekannte Spieler in Paulis Aufgebot.

Lange Ausfallliste

Apropos Aufgebot: Das ist beim VfB ausgedünnt. Nico Mai hat den Derby-Tritt in sein Gesicht zwar ohne schwerere Verletzungen überstanden, soll aber laut Schachten erst nächste Woche ins Training einsteigen: „Er ist hart im Nehmen und wollte sogar in Delmenhorst weiterspielen.“ Drilon Demaj, Patrick Möschl, Moses Otuali, Linus Schäfer, Leon Deichmann und Ngufor Anubodem fallen weiter aus. Hinter den Einsätzen von Rafael Brand (leichte Zerrung) und Louis Hajdinaj (Trainingsverletzung) stehen zwei Fragezeichen, sodass insgesamt neun Oldenburger fehlen könnten.

Mit Blick auf den bisherigen Verlauf der Hinrunde sieht Schachten noch Steigerungspotenzial. „Wir haben zwischenzeitlich zu viele Gegentore bekommen. Das haben wir sicherlich in den letzten Wochen verbessert. Diese Balance hinzubekommen, weiter unsere Offensivpower auf den Platz zu bringen, aber defensiv zu verteidigen, wird eine Aufgabe sein“, sagt der Sportliche Leiter. Zudem habe der VfB vor der Saison einen großen Fokus auf die defensiven Standards gelegt, „dass wir dort die Gefahr reduzieren.“ Gegen den HSC Hannover (2:1) gab es zuletzt aber ein Gegentor nach einer Ecke, in Delmenhorst nach einem Freistoß. Schachten betont: „Wir sind zudem eine Mannschaft, die viel Ballbesitz hat. Da ist die Konterabsicherung ein Thema. Wir müssen schneller umschalten und wieder hinter den Ball kommen.“

Hauke Richters Susan Dobias

Oldenburg

Vorbericht

Lars Blancke

Könnte Ihnen gefallen

Maskottchen für „Hallo Grünkohl“: Die Artischocke mit den roten Schuhen – „Kohlbert“ stellt sich ...

NWZonline vor 2 Stunden