Zurück
Die Diskussion um die künftige Aufstiegsregelung zur 3. Liga bekommt eine weitere Richtung: Der Bayerische Fußball-Verband will nach Angaben seines Präsidenten Christoph Kern einen Gegenantrag zum vom DFB favorisierten Kompassmodell einbringen. Im Zentrum steht eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften.
Kern bestätigte die Absicht gegenüber dem „kicker“. Nach Informationen des Fachmagazins soll der bayerische Vorschlag außerdem fünf statt bislang vier Absteiger aus der 3. Liga vorsehen. Der Antrag soll demnach spätestens bis Ende November bei den Landes- und Regionalverbänden eingebracht werden. Damit ist noch keine Änderung beschlossen. Über die Reform der Regionalligen soll am 18. Dezember bei einem außerordentlichen DFB-Bundestag entschieden werden.
Die Zahl der Aufsteiger aus den Regionalligen beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Derzeit gibt es fünf Regionalliga-Staffeln, aber nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga. Deshalb kann nicht jeder Meister direkt aufsteigen. Mit einer 3. Liga aus 22 Vereinen und fünf Abstiegsplätzen ließe sich grundsätzlich für jeden der fünf Regionalliga-Meister ein direkter Aufstiegsplatz schaffen. Für die Drittligisten hätte eine Vergrößerung jedoch Folgen: Bei einem unveränderten System mit Hin- und Rückspiel würde die Saison 42 statt bisher 38 Ligaspiele umfassen.
Nach „kicker“-Informationen sieht der bayerische Ansatz auch finanzielle Unterstützung für Drittligisten über die Nachwuchsförderung vor. Zudem soll ihnen bei der Terminplanung entgegengekommen werden, etwa durch einen späteren Einstieg in die Landespokalwettbewerbe.
Der DFB setzt bislang auf eine andere Lösung: Das sogenannte Kompassmodell sieht vier Regionalligen mit jeweils 20 Mannschaften vor. Die vier Meister könnten direkt in die 3. Liga aufsteigen. Die Staffeln sollen nach geografischen Kriterien zusammengestellt werden; historisch bedeutsame Derbys sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben. DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann hatte Überlegungen zu fünf Absteigern aus der 3. Liga bereits im September zurückgewiesen. Er verwies dabei auf frühere Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem vierten Abstiegsplatz.
Auch aus Hessen gibt es Vorbehalte gegen das Kompassmodell. Kickers Offenbach, Hessen Kassel, der TSV Steinbach Haiger, der FSV Frankfurt und die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme mehr Klarheit über die Folgen. Sie befürchten unter anderem, dass Vereine künftig unterschiedlichen Staffeln zugeordnet werden und attraktive Derbys entfallen könnten. Das Ziel direkter Aufstiege stellen die fünf Klubs dabei nicht infrage. Wie der Weg dorthin aussehen soll, bleibt vor dem Bundestag jedoch umstritten.