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Florian Peter wird Schnellfeuerpistolen-Weltmeister – „Herz geklopft wie verrückt"
Überglückliches Duo vom SV Kriftel: Bundestrainer Detlef Glenz (links) und der neue Weltmeister Florian Peter am Mittwochabend in Doha.
Überglückliches Duo vom SV Kriftel: Bundestrainer Detlef Glenz (links) und der neue Weltmeister Florian Peter am Mittwochabend in Doha. © DSB

Der Krifteler holte bei der WM in Doha mit einem Start-Ziel-Sieg erstmals den Einzel-WM-Titel. Für Deutschland sicherte er damit auch den ersten Olympia-Quotenplatz für Los Angeles 2028.

Doha – Es wurde eine kurze Nacht. Vermutlich. Schließlich hatte Florian Peter am Mittwochnachmittag für etwas ganz Besonderes gesorgt. Etwas, „woran wir nicht einmal im Traum gedacht hatten“, sagte Bundestrainer Detlef Glenz. Sein Schützling Peter, wie Glenz dem SV Kriftel angehörend, erlebte gestern bei den Weltmeisterschaften in Doha den bislang größten Moment seiner Laufbahn im Sportschießen. Der 26-Jährige, bei Olympia 2024 in Paris bereits Vierter mit der Schnellfeuerpistole, holte sich erstmals den WM-Titel im Einzel. „Das ist sensationell. Ich bin geflasht und fast sprachlos“, meinte Glenz überglücklich. Peter landete im Finale in Katar einen Start-Ziel-Sieg und holte damit für Deutschland auch den ersten Olympia-Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028. „Ich kann es im Moment noch gar nicht glauben, bin überglücklich und stolz. Der Titel bedeutet mir sehr viel“, sagte der Krifteler. Teamkollege Emanuel Müller (Pfullingen) rundete den Erfolg als Vierter ab.

Deutsches Team holt WM-Silber

Fast hätte es mit Oliver Geis noch ein dritter Deutscher ins Finale geschafft. Dem bislang überragenden Schützen der Saison, ebenfalls vom SV Kriftel, fehlte lediglich ein Ring (582). Geis wurde letztlich Zehnter. Damit landete die deutsche Mannschaft in der Endabrechnung auf Rang zwei hinter Frankreich und holte obendrein noch eine Silbermedaille.

Die Schnellfeuer-Schützen von Bundestrainer Glenz zählten bei der WM zu den Favoriten. Oliver Geis hatte in dieser Saison EM-Titel und zwei Weltcupsiege eingefahren, Florian Peter und Emanuel Müller Medaillen bei EM und Weltcup geholt. Zuletzt hatte das Trio einen historischen Dreifach-Erfolg beim Weltcup in Kairo gefeiert. Doch im Schießsport entscheiden Millimeter. Und so scheiterte Oliver Geis gestern hauchdünn am Einzug ins Finale. Peter und Müller gelang es hingegen, ihre Serien fortzusetzen. Beiden setzten sich in einer hochklassigen Qualifikation mit 585 Ringen (Müller) und 583 (Peter) durch.

Im WM-Finale der besten acht Schützen waren – durchaus überraschend – vorwiegend Europäer vertreten. Kein Chinese und kein Inder hatten sich qualifizieren können. Schnell kristallisierte sich ein Vierkampf zwischen den Deutschen Peter und Müller sowie den Franzosen Clement Bessaguet und Jean Quiquampoix heraus.

Peter baute von Beginn an Druck auf und lief den Gegnern ein wenig weg: Die Serien eins und drei gelangen perfekt mit fünf Treffern, Serie zwei brachte viermal das grüne Licht.

„Ich war so aufgeregt wie noch nie“

Teamkollege Müller blieb ihm mit einem Treffer auf den Fersen, musste sich dann jedoch im Shootoff den beiden Franzosen im Kampf um die Medaillen geschlagen geben. „Manuel ist mit dem vierten Platz todtraurig“, gab Glenz Einblicke in die Gefühlswelt von Müller.

Peter ging mit satten drei Treffern Vorsprung (30:27) in die letzte Serie gegen Bessaguet. „Als ich realisiert habe, es kann jetzt wirklich klappen, da war ich schon sehr aufgeregt“, so Peter. „So aufgeregt war ich beim Schießen noch nie. Mein Herz hat geklopft wie verrückt. Aber ich habe es geschafft, damit umzugehen.“ Und der Franzose setzte ihn mit einer perfekten Serie unter Druck, sodass Peter drei Treffer zum Sieg brauchte. Und der Sportsoldat machte eine Punktlandung, die Schüsse zwei, drei und vier sorgten für Jubel in der deutschen Delegation. So setzte sich Peter (33 Ringe) knapp vor Bessaguet (32) durch. Jean Quiquampoix (26) folgte mit deutlichem Abstand auf Rang drei. Müller (23) landete drei weitere Ringe dahinter auf jenem undankbaren vierten Rang.

Detlef Glenz mit Deutschland-Kappe

Gemeinsam genoss das deutsche Team um Weltmeister Peter dann das Abendessen. „Und morgen früh um sechs Uhr fahren wir zum Flughafen“, kündigte Glenz an, der den Wettkampf mit einer Baseball-Mütze in den deutschen Farben verfolgt hatte. Ihm dürfte es nichts ausgemacht haben, sollte die Nacht tatsächlich kurz geworden sein. Der WM-Titel habe ihn „fast zu Tränen“ gerührt.

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