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Champions League im Ski? So will der FIS-Präsident den Weltcup verändern
epa13325609 FIS President Alexander Ospelt (R) and FIS Secretary General ad interim Urs Lehmann attend the FIS race talk prior ahead of the FIS Alpine Ski World Cup season opener in Soelden, Austria,  ...
FIS-Präsident Alexander Ospelt möchte den Ski-Weltcup erheblich verändern.Bild: keystone

Champions League im Ski? So will der FIS-Präsident den Weltcup verändern

Der im Juni gewählte neue FIS-Präsident Alexander Ospelt will den Ski-Weltcup erheblich verändern. «Wir brauchen eine bessere Durchlässigkeit für junge Athletinnen und Athleten», findet der Liechtensteiner im «Podcast am Pistenrand» mit den Ex-Ski-Profis Tina Weirather und Marc Berthod. Diese sollen schneller im Weltcup Fuss fassen können.

«Wir brauchen kürzere und durchlässigere Formate.»

FIS-Präsident Alexander Ospelt

Ospelt kritisiert, dass die Talente erst im Europacup anfangen und dann im Weltcup mit hohen Startnummern starten müssten. «Da haben sie kaum eine Chance, noch in den zweiten Lauf zu kommen», sagt der 58-Jährige, der vorschlägt: «Wir brauchen kürzere und durchlässigere Formate.»

Als Podcast-Host Michael Schweizer den Vergleich zur Champions League im Fussball zog und von Wettbewerben sprach, für die man sich qualifizieren müsse, erklärte Ospelt: «Das ist tatsächlich ein Thema. Wobei Tennis das bessere Beispiel ist.» Dort gibt es Turniere mit verschiedenen Stufen (Grand Slams, ATP-1000-Turniere, etc.), wo jeweils eine bestimmte Anzahl an Spielerinnen und Spielern gesetzt ist, sich andere aber qualifizieren müssen. Ospelt spricht von «beispielsweise drei Serien».

Konkret könne er sich noch nicht dazu äussern, doch sagte er: «Wir haben einen Partner, der uns dabei begleitet. Nächstes Jahr kann ich mehr sagen.» Ospelt fügte an, dass es fast unverantwortlich sei, einen Fahrer mit der Startnummer 75 bei immer schlechter werdenden Verhältnissen auf eine Abfahrtspiste zu schicken. Stattdessen würde eine Startliste mit 45 Fahrerinnen vielleicht mehr Sinn machen.

«Ich finde es einen Scheiss.»

Franjo von Allmen

An der Idee einer jährlichen Ski-WM – ausserhalb der Olympia-Jahre – hält der FIS-Präsident fest. Zwar äusserte Ospelt Verständnis für die Kritik bestehender Weltmeister, da es in Zukunft dann mehr Titelträger geben würde. Gleichzeitig sieht er es als «Riesenchance für die jungen Athletinnen und Athleten». Der Vermarktungswert dieser würde mit einem Weltmeistertitel enorm steigen, sagte Ospelt.

Unter anderem Marco Odermatt und Franjo von Allmen hatten die Idee deutlich kritisiert. «Ich halte nicht viel davon», sagte Odermatt, von Allmen äusserte sich noch deutlicher: «Ich finde es einen Scheiss.» Eine jährliche Austragung würde den Stellenwert einer Medaille minimieren, sagte der Dreifach-Olympiasieger und Doppel-Weltmeister.

epa11880357 (L-R) Franjo von Allmen, Marco Odermatt, and Alexis Monney of Switzerland pose in the finish area during the Men's Super G race at the FIS Alpine Skiing World Championships in Saalbac ...
Die beiden Ski-Weltmeister Franjo von Allmen und Marco Odermatt (r.) wehren sich gegen eine zusätzliche WM.Bild: keystone

In den Augen Ospelts wäre dies aber nicht der Fall. So sorge jede WM für eine grosse Euphorie – dass sich daran etwas ändere, wenn alle vier Jahre eine zusätzliche Weltmeisterschaft ausgetragen würde, glaubt der frühere Präsident des Liechtensteinischen Skiverbands nicht. Jedoch hinterfragt er, ob es an einer Weltmeisterschaft tatsächlich so viele Wettbewerbe brauche. Insbesondere die Team-Kombination, die erstmals an der WM 2025 durchgeführt wurde, steht bei ihm in der Kritik. Ihm würde stattdessen ein Fokus auf die vier Hauptdisziplinen vorschweben, wodurch die WM an zwei Wochenenden ab Donnerstag durchgeführt werden könne.

«Wir brauchen an den Wochenenden im Februar regelmässige Veranstaltungen.»

FIS-Präsident Alexander Ospelt

Ospelt führt als Argument für eine jährliche WM in Nicht-Olympia-Saisons zudem an, dass es für die lokalen Organisatoren der Weltcuprennen einen langfristigen und verlässlichen Kalender brauche. Nur so könnten sie Sponsoren finden und seien die Organisatoren bereit, zu investieren. Wenn man zwei Wochenenden im Februar nur alle vier Jahre vergeben könne, sei dies jedoch schwierig.

«Deshalb brauchen wir da regelmässige Veranstaltungen, um einen flüssigen Weltcup-Kalender zu garantieren», so Ospelt. Ob es sich nun um eine WM oder einen neuen Wettbewerb handle, sei zweitrangig. Ospelt bringt zum Beispiel einen Teamevent, bei dem auch kleinere Staaten teilnehmen, ins Spiel.

Eine Umsetzung könnte frühestens 2032 folgen. Für 2028 seien die Medienrechte ein Hindernis gewesen. So hätte die FIS mit einer WM im übernächsten Jahr gegen laufende Verträge verstossen. Im nächsten Februar steht die WM in Crans-Montana an, 2029 und 2031 sollen die Weltmeisterschaften in Narvik und Gröden stattfinden. Dazwischen sind die Olympischen Spiele in den französischen Alpen geplant.

Es könnte also noch einige Jahre dauern, bis Ospelt seine Pläne bezüglich einer zusätzlichen WM umsetzen kann – im Ski-Weltcup könnte sich aber schon zuvor einiges verändern. (nih)

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