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Das heiße Pokal-Duell von St. Pauli bei Rot-Weiss Essen hatte ein Nachspiel und rief den DFB auf den Plan. Was ist aus den Ermittlungen geworden? Die MOPO hakt nach.
Vorüber, aber nicht vorbei. Bald zwei Monate ist es her, dass der FC St. Pauli im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen angetreten und nach einem 0:2 aus dem Wettbewerb geflogen ist. Sportlich längst abgehakt. Die Vorfälle rund um das Spiel haben beide Vereine und auch den DFB noch länger beschäftigt. Im Nachgang hatte der Kontrollausschuss des Verbandes Ermittlungen aufgenommen – gegen RWE und auch St. Pauli. Beiden Klubs drohen Strafen. Was ist aus dem Verfahren geworden? Läuft es überhaupt noch? Ein aktuelles Urteil wirft Fragen auf.
Es war einiges vorgefallen beim heißen Pokal-Fight am 23. August in Essen im Stadion an der Hafenstraße. Während der Partie hatte mindestens ein RWE-Fan einen Hitlergruß gezeigt, was auch dem DFB als Bilddokument vorliegt. Nach dem Abfiff war es zu beleidigenden und sexuell diskriminierenden Äußerungen von RWE-Fans gegenüber einer St. Pauli-Mitarbeiterin gekommen, worüber die MOPO als erstes berichtet hatte.
Der Kiezklub sprach gegenüber der MOPO von einem „besonders drastischen Vorfall“. Der Drittligist wiederum entschuldigte sich in einer Stellungnahme. Und der DFB nahm die Ermittlungen auf. Anfang September wurde bekannt, dass der Kontrollausschuss nicht nur gegen die Essener, sondern auch gegen den Kiezklub ermittelt, nachdem RWE Anzeige erstattet hatte, weil Hamburger Fans „Nazi-Schweine“ skandiert hatten.
Der Kiezklub reagierte nüchtern auf den Vorgang. Man habe „kein Problem damit, dass die Vorfälle rund um das Spiel vom DFB-Kontrollausschuss aufgeklärt werden.“ Zudem verwies der Klub auf den Hitlergruß sowie „beleidigende Sprechchöre aus dem Heimbereich“ gegen St. Pauli.
Ruhig ist es seitdem geworden. Ist das Verfahren im Sande verlaufen und eingestellt oder dauert es an?
St. Pauli erklärt auf Anfrage, dass es keine neuen Informationen gebe. Der DFB hält sich auf MOPO-Nachfrage bedeckt, bestätigt aber indirekt, dass der Fall noch aktuell ist. „Während laufender Ermittlungsverfahren können wir keine weiteren Auskünfte erteilen“, teilt der Verband mit, „Auch nicht zum möglichen Zeitfenster oder zu möglichen Strafmaßen.“
Einen Hinweis auf einen möglichen Zeitplan gibt es dennoch – aufgrund eines Urteils, das Fragen zum Verfahren rund um St. Paulis Spiel in Essen aufwirft, insbesondere, was die Dauer angeht. Am vergangenen Dienstag hat der DFB die Essener zu einer Geldstrafe in Höhe von 22.000 Euro verdonnert, weil ein RWE-Fan beim Drittliga-Auswärtsspiel in Saarbrücken den Hitlergruß gezeigt hatte – beim Torjubel und gut sichtbar auf den TV-Bildern.
Der Vorfall, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte, war am 9. August passiert. Es ist also viel Zeit zwischen Ereignis, Ermittlungen und Urteilsverkündung vergangen. St. Paulis Gastspiel in Essen fand zwei Wochen später statt. Die Ermittlungen sind komplexer und schließen mehrere Vorfälle ein. Mit einem Abschluss und möglichen Urteil dürfte demnach frühestens Ende Oktober zu rechnen sein.