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Zuletzt wurde über eine mögliche DFB-Nominierung von Werder Bremens Niclas Füllkrug spekuliert. Jetzt äußert sich Bundestrainer Jürgen Klopp erstmals.
Bremen/München – Sechs Tore in den ersten sechs Bundesligaspielen für den SV Werder Bremen: Niclas Füllkrug erlebt derzeit den besten Saisonstart seiner Karriere. Kein Wunder, dass sich die Stimmen mehren, die sich den Bremer Angreifer zurück in die deutsche Nationalmannschaft wünschen. Der 33-Jährige selbst machte in den vergangenen Wochen mehr als deutlich, dass er bereitsteht, wenn er gebraucht wird. Zugleich betonte er jedoch wiederholt, zuletzt nach dem 2:2 gegen Paderborn, dass er das Thema öffentlich nicht weiter kommentieren wolle. Auch Werder-Coach Daniel Thioune kann sich Füllkrug erneut mit dem Adler auf der Brust gut vorstellen, verwies allerdings darauf, dass nicht die Bremer Verantwortlichen, sondern Bundestrainer Jürgen Klopp eine Antwort auf die Zukunft des Stürmers im Nationalteam geben müsse. Und genau dazu äußerte sich Klopp am Mittwochabend erstmals öffentlich.
In der Halbzeitpause des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Arsenal war Jürgen Klopp beim Streamingdienst „DAZN“ zu Gast. Dabei ließ der Bundestrainer durchblicken, dass Füllkrugs starke Leistungen in Bremen von ihm registriert werden. „Wir schauen bei allen Spielern zu. Natürlich schauen wir auch in Bremen zu. Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber er ist 33, das ist nicht meine Schuld“, sagte Klopp mit einem Schmunzeln.
Dass der Angreifer des SV Werder Bremen mit seinen bislang sieben Pflichtspieltoren auf sich aufmerksam macht, ist also auch dem Bundestrainer nicht entgangen. Allerdings spielt für Klopp neben der aktuellen Form auch die langfristige Perspektive eine Rolle. „Wir haben eine Gegenwart, eine mittelfristige Zukunft und eine langfristige Zukunft. In der Gegenwart kann das natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch, langfristig müssen wir mal sehen …“, erklärte Klopp.
Eine endgültige Absage an Niclas Füllkrug klingt anders. Gleichzeitig machte der Bundestrainer deutlich, dass die Entscheidung nicht allein von der Torquote eines Spielers abhängt. Vielmehr müsse zunächst feststehen, wie die deutsche Nationalmannschaft künftig auftreten soll. „Wir müssen uns am Ende entscheiden, wie wir spielen wollen, dann gucken wir, wer dazu passt, und dann legen wir los“, sagte Jürgen Klopp. Für Füllkrug dürfte dabei auch sprechen, dass er nach einer von körperlichen Problemen geprägten Zeit bei Werder Bremen inzwischen wieder in überzeugender Verfassung ist. Gerade diese Entwicklung hob Klopp ausdrücklich hervor.
„Ich bin erst mal froh, dass er wieder da ist und so spielt, wie er spielt, weil er in der Vergangenheit körperliche Probleme gehabt hat. Jetzt wirkt er so frisch wie nie zuvor, und deshalb ist alles gut.“ Dass das Alter grundsätzlich kein Ausschlusskriterium sein muss, stellte Klopp ebenfalls klar. Als Beispiel verwies er auf Lionel Messi, der mit 39 Jahren in diesem Sommer noch bei einer Weltmeisterschaft gespielt hat. „Also grundsätzlich geht das“, stellte der Bundestrainer fest. Die nächste Länderspielperiode findet vom 9. bis 17. November statt. Spätestens dann ist auch Niclas Füllkrug schlauer, ob er wieder Teil der deutschen Nationalmannschaft ist. (bvo)