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Nordrhein-Westfalen: Nach Kritik vom Teamkollegen: Aleix Garcia schießt Bayer aus der Krise

Bayer Leverkusen geht mit einem Derbysieg in Köln in die Länderspielpause - auch dank des zuletzt kritisierten Aleix Garcia.

Aleix Garcias Torjubel beim Derby in Köln am Sonntagnachmittag sah überhaupt nicht nach Freude aus: Nachdem der 29-jährige Spanier in der siebten Spielminute das 1:0 für Leverkusen erzielt hatte, lief er mit ernster Miene auf den Gästeblock zu. Der zentrale Mittelfeldspieler hielt sich dabei die rechte Hand ans Ohr, als wollte er die rund 5.000 Bayer-Fans fragen: "Was sagt ihr jetzt?" Auch die "Bla Bla"-Geste war kurz zu sehen.

Garcia war mit seinem Freistoß-Tor ein entscheidender Faktor bei Bayers 2:1 (1:0)-Sieg beim Erzrivalen 1. FC Köln in der Bundesliga, wurde nach dem Abpfiff als "Man of the Match" ausgezeichnet. Drei Tage zuvor hatte die Stimmungslage bei dem Spanier noch ganz anders ausgesehen: Garcia hatte nach der 0:1-Pleite gegen Olympique Marseille in der Europa League unverhohlene Kritik aus den eigenen Reihen einstecken müssen.

Mitspieler Robert Andrich hatte Garcias Verhalten vor dem entscheidenden Gegentor öffentlich zum Thema gemacht: "Man kann Fehler machen, man kann auch einen Ball verlieren und man kann auch einen Zweikampf verlieren. Aber dann einfach stehen bleiben ist für mich eine Sache, die darf nie passieren", schimpfte Andrich über den Spanier, der bei Marseilles Konter nur locker hinterher gejoggt war. "Das hat ein Stück weit auch mit Einstellung zu tun."

Sehenswertes Freistoß-Tor

Diese Kritik konterte Aleix Garcia nun mit seinem ersten Saisontor. Er verwandelte einen Freistoß aus rund 20 Metern Torentfernung direkt. Der Ball schlug hoch im Kölner Tor ein, noch ein ganzes Stück vom linken oberen Eck entfernt - aber wuchtig und spät zu sehen für FC-Torhüter Marvin Schwäbe.

Doch auch abgesehen vom sehenswerten Treffer war Garcia ein prägende Figur im Spiel der Schwarz-Roten: Er hatte insgesamt 134 Ballkontakte, mit Abstand mehr als alle anderen Spieler auf dem Platz. Von seinen 111 Pässen - ebenfalls der Topwert aller Spieler - kamen deutlich mehr als 90 Prozent an.

Die Gäste wirkten insgesamt viel aktiver als gegen Marseille, erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen - auch wenn es bis zur 86. Minute dauerte, ehe Patrik Schick mit dem zweiten Bayer-Treffer alles klar machte. Zudem stand die Martinez-Elf in einem engen und zeitweise hitzigen Duell im ausverkauften Kölner Stadion defensiv zumeist sicher - einziger Wermutstropfen war der Gegentreffer in der Nachspielzeit, als die Bayer-Abwehr Said El Mala zu viel Platz ließ.

Zuletzt drei Niederlagen in kurzer Zeit

Unterm Bayer-Kreuz hofft man, dass die jüngste Krise durch den Derbysieg beendet ist. Zuletzt hatte Bayer innerhalb von elf Tagen drei Niederlagen kassiert, in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim und gegen den VfB Stuttgart sowie gegen Marseille in der Europa League. Rechnet man den 5:2-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg im DFB-Pokal mit ein, mussten die Rheinländer in diesen elf Tagen zehn Gegentore hinnehmen.

Möglicherweise ist Bayer 04 nun wieder in die Spur gekommen: Denn der Saisonstart der Leverkusener war - abgesehen von der Niederlage beim Bundesliga--Auftakt in Elversberg - vielsprechend gewesen. In den ersten zehn Pflichtspielen der Spielzeit verbuchte Bayer unter seinem neuen Trainer Carles Martinez acht Siege, erzielte dabei 28 Tore und kassierte nur neun Gegentreffer.

Garcia ordnete den Derbysieg nun gelassen ein: "Ich komme aus einem schwierigen Moment, dem Europa-League-Spiel. Heute war es unsere Chance, die Situation zu ändern. Und jetzt bin ich sehr glücklich", sagte Garcia nach dem Spiel bei DAZN. Ein Konflikt mit Robert Andrich gebe es nicht. "Ich hab mit Rob gesprochen, alles ist gut. Wir haben in den letzten Minuten zusammen gespielt, wir harmonieren gut", sagte er. "Von meiner Seite ist alles vergessen."

Unsere Quellen:

  • Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen am 08.11.2026 (Übertragung bei DAZN)

Sendung: WDR.de, "Leverkusen gewinnt im Nachbarschaftsduell", 08.11.2026, 17:40 Uhr

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