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Befreiungsschlag für den Karlsruher SC: Am achten Spieltag der 2. Bundesliga gewinnen die Badener das Kellerduell gegen Darmstadt 98 deutlich und verlassen die Abstiegsränge. Die Erleichterung ist groß.
Geliefert wie bestellt - und wie: Der Karlsruher SC hat die von seinem Trainer Maximilian Senft geforderte Reaktion auf die durchwachsenen Leistungen zuletzt gezeigt und sein Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 überzeugend mit 4:0 (2:0) gewonnen. Im Gegensatz zu den letzten Wochen agierten die Badener kaltschnäuzig und konsequent in der Offensive, in der Abwehr präsentierte sich der KSC entschlossen und kompromisslos, sodass die Lilien nur zu wenigen Gelegenheiten kamen.
Ihre Effizienz bewies die Mannschaft von Trainer Maximilian Senft gegen die Hessen von Beginn an. Nur vier Torschüsse reichten in Halbzeit eins zu zwei Treffern durch Shio Fukuda (6. Minute) und Marvin Wanitzek (13.). Christoph Kobald (50.) und Kevin Wiethaup (65.) machten im zweiten Durchgang den Deckel drauf.
Darmstadt-Fans und Polizei geraten in Karlsruhe aneinander
Bei der Anreise von Fußballfans des SV Darmstadt 98 zum Zweitliga-Spiel beim KSCist es am Karlsruher Hauptbahnhof zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Fanhilfe der Lilien beklagte in einer Mitteilung eine "massive Gewaltanwendung" der Bundespolizei. Eine Sprecherin der Behörde wiederum sprach von Gewalt gegenüber Polizeibeamten und davon, dass sich die Fans den Maßnahmen widersetzt hätten. Angaben zu Verletzten konnte die Bundespolizei noch nicht machen. Einige Darmstadt-Anhänger verpassten die Partie im Wildparkstadion, weil sie einen Platzverweis für Karlsruhe erhielten. Dort stellten die Zuschauer im Gästeblock aus Protest die Unterstützung ein. Solidarisch zeigten sich während der Begegnung die Anhänger des KSC. "Der größte Feind ist und bleibt die Polizei", hieß es auf einem Plakat im Fanblock."Das war ein Sieg für die Fans", bilanzierte Coach Senft nach der Partie im Gespräch mit SWR Sport. "Wir sind bei unserer Arbeitsweise geblieben, auch wenn wir an der einen oder anderen Stellschraube gedreht haben." Ein Sonderlob vom österreichischen Trainer gab es für Kapitän Wanitzek, der neben seinem Tor zwei weitere Treffer auflegte. "Er geht unglaublich voran. Er hat seine Scorer gemacht und ist über 400 Meter gesprintet heute."
Im Vorlagen-Ranking der 2. Bundesliga ist Wanitzek mit 71 Assists nun wieder alleiniger Spitzenreiter. Erst am Samstag war Wolfsburgs Fabian Reese vorübergehend vorbeigezogen, nun hat sich der KSC-Führungsspieler Rang eins zurückgeholt.
"Auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte, aber aufgrund der tabellarischen Situation war das enorm wichtig heute", bilanzierte Wanitzek. Der Druck war vor der Partie gegen die Lilien enorm - aufgrund des sportlich unbefriedigenden Saisonstarts. Zuletzt waren die Badener seit sechs Zweitligaspielen sieglos geblieben und hatten ihre drei jüngsten Begegnungen sogar verloren. Der KSC war bis zu Fukudas erlösendem Treffer 281 Minuten ohne eigenes Tor geblieben. Nach den Samstagsspielen in der 2. Liga waren die Badener sogar auf den letzten Tabellenrang abgerutscht.
"Ein Kompliment an die Truppe, wie sie mit dieser Drucksituation umgegangen ist", sagte Wanitzek, der seine eigene Leistung sachlich einordnete: "Ich bin dafür da, um voranzugehen. Heute hatten wir den Spielverlauf auf unserer Seite, die frühen Tore waren der Dosenöffner. Letztendlich war es ein absolut verdienter Sieg." Vier Tore waren dem KSC zuletzt am 10. April gegen Bielefeld gelungen.
Klar ist auch: Der deutliche Sieg gegen Darmstadt 98 ist für den KSC zwar ein kleiner Befreiungsschlag, doch mit Tabellenplatz 13 und acht Zählern aus acht Spielen bleibt die Lage angespannt. Deshalb heißt es nachlegen für das Senft-Team - am besten schon nächste Woche im Gastspiel beim 1. FC Magdeburg (24.10., 13 Uhr).
Das sieht auch Coach Senft so. "Der Sieg gegen Darmstadt 98 war nur ein weiterer Schritt auf einer langen Reise", sagte er, während Wanitzek lapidar ankündigte: "Wir müssen weiter Gas geben."